Buch­be­spre­chung

Schwaebische Zeitung (Markdorf) - - Meersburg/deggenhausertal -

Mark Hill: Ich ver­ge­be nicht, Blan­va­let 2016:

Ray Dra­ke, De­tec­tive In­spec­tor bei der Lon­do­ner Po­li­zei, Wit­wer, ei­ne Toch­ter, die aus­zieht, weil der Va­ter we­gen sei­nes Be­ru­fes nie Zeit für Fa­mi­lie hat­te. Die­se Rah­men­be­din­gun­gen für ei­nen Kri­mi hat man schon oft ge­le­sen. Trotz­dem ist dies ein Thril­ler der be­son­de­ren Art. Der Auf­takt der Sto­ry ist bru­tal: Ei­ne Fa­mi­lie wird re­gel­recht ab­ge­schlach­tet. Schon hier wird klar, dass das Buch nichts für schwa­che Ner­ven ist. Auch im Ver­lauf der Ge­schich­te wer­den Sze­nen be­schrie­ben, die be­stür­zen, bei­spiels­wei­se Ge­scheh­nis­se in ei­nem Kin­der­heim. Das Kin­der­heim, in dem Ray Dra­ke auch sei­ne Kind­heit ver­bracht hat. Nie­mand weiß dies, da Dra­ke bis­her al­les da­für ge­tan hat, sei­ne Ver­gan­gen­heit zu ver­ber­gen.

Der zu Be­ginn er­wähn­te Mord an der Fa­mi­lie ei­nes Man­nes, der eben­falls in die­sem Kin­der­heim auf­ge­wach­sen ist, ist der An­fang ei­ner span­nend auf­ge­bau­ten Sto­ry. Wei­te­re Mor­de ge­sche­hen. Der Le­ser be­kommt im­mer mehr Ein­bli­cke in die Le­bens­ge­schich­te des Prot­ago­nis­ten. Wes­halb er sei­ne Ver­bin­dung zum Kin­der­heim so ve­he­ment auch vor sei­ner Kol­le­gin Flick ver­ber­gen möch­te, wird erst ganz zum Schluss klar.

Das Buch ist sehr span­nend ge­schrie­ben. Das En­de ist mehr als über­ra­schend, und es gibt An­lass, so­fort den zwei­ten Band des Thril­lers um Ray Dra­ke le­sen zu wol­len. Al­ler­dings muss man sich da­mit noch ein we­nig ge­dul­den, da Mark Hill noch am zwei­ten Teil ar­bei­tet.

Ur­su­la Prinz, Bi­b­lio­theks­an­ge­stell­te der Bi­b­lio­thek am Bil­dungs­zen­trum Mark­dorf

FO­TO: ARCHIV

Uschi Hütz

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