Sank­tio­nen ge­gen Nord­ko­rea

Selbst wich­tigs­ter Ver­bün­de­ter Chi­na er­höht Druck

Schwaebische Zeitung (Markdorf) - - Nachrichten & Hintergrund -

(AFP) - Selbst Chi­na stimm­te im UN-Si­cher­heits­rat dras­ti­schen Han­dels­sank­tio­nen ge­gen Nord­ko­rea zu und for­der­te das Land am Sonn­tag in­di­rekt auf, sei­ne Ato­mund Ra­ke­ten­tests zu stop­pen. Durch die Straf­maß­nah­men sol­len die Ex­port­ein­nah­men Nord­ko­reas deut­lich sin­ken.

Nach dem ein­stim­mi­gen Vo­tum im UN-Si­cher­heits­rat rief Chi­nas Au­ßen­mi­nis­ter Wang Yi Nord­ko­rea auf, „rich­ti­ge und klu­ge Ent­schei­dun­gen“zu tref­fen. Das rich­ti­ge Ver­hal­ten „wird der DPRK (De­mo­kra­ti­schen Volks­re­pu­blik Ko­rea) hel­fen“, sag­te Wang in der phil­ip­pi­ni­schen Haupt­stadt Ma­ni­la. Durch die Sank­tio­nen sol­len der Re­gie­rung in Pjöng­jang rund ei­ne Mil­li­ar­de Dol­lar (rund 843 Mil­lio­nen Eu­ro) an Ein­nah­men aus Ex­por­ten ent­zo­gen wer­den, das ent­spricht ei­nem Drit­tel der Sum­me al­ler Aus­fuh­ren aus Nord­ko­rea. Der Ex­port­bann be­trifft Koh­le, Stahl und Ei­sen, Blei, Fisch und Mee­res­früch­te.

In Ma­ni­la ka­men am Sonn­tag die Au­ßen­mi­nis­ter der süd­ost­asia­ti­schen Staa­ten­ge­mein­schaft Ase­an zu­sam­men. Wang traf am Ran­de sei­nen nord­ko­rea­ni­schen Kol­le­gen Ri Hong Yo. US-Au­ßen­mi­nis­ter Rex Til­ler­son woll­te am Sonn­tag in Ma­ni­la den chi­ne­si­schen Chef­di­plo­ma­ten so­wie sei­nen rus­si­schen Kol­le­gen Ser­gej La­w­row tref­fen. Ein di­rek­tes Ge­spräch zwi­schen Til­ler­son und Ri war nicht ge­plant.

Die am Sams­tag be­schlos­se­nen Sank­tio­nen sind die sieb­te Sank­ti­ons­run­de ge­gen Nord­ko­rea und die ers­te um­fang­rei­che Ver­schär­fung der Straf­maß­nah­men seit Trumps Amts­an­tritt im Ja­nu­ar. Der US-Prä­si­dent hat­te Chi­na zu­letzt vor­ge­wor­fen, nichts ge­gen die nord­ko­rea­ni­schen Ra­ke­ten­tests zu un­ter­neh­men.

Nun lob­te er die Re­gie­run­gen in Pe­king und Mos­kau für ih­re Un­ter­stüt­zung, wie das Wei­ße Haus mit­teil­te. Trump schrieb im Kurz­bot­schaf­ten­dienst Twit­ter, Nord­ko­rea müs­se sich auf „sehr gro­ße fi­nan­zi­el­le Aus­wir­kun­gen“ge­fasst ma­chen.

Aus Nord­ko­rea kam zu­nächst kei­ne Re­ak­ti­on auf die neu­en Sank­tio­nen.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.