Stra­te­gi­sches Den­ken ist ge­fragt

Geh­ren­berg-Schnell­schach-Open zieht Schach­spie­ler aus ganz Süd­deutsch­land an

Schwaebische Zeitung (Markdorf) - - Markdorf - Von Bri­git­te Wal­ters

- Wie­der Mal hat sich das Geh­ren­berg-Schnell­schachOpen als Ma­gnet für Schach­spie­ler aus dem ge­sam­ten süd­deut­schen Raum be­stä­tigt. Zur zwan­zigs­ten Auf­la­ge am Sonn­tag ka­men über 80 Teil­neh­mer in die Stadt­hal­le. Mit Tho­mas Hen­richs war ein In­ter­na­tio­na­ler Meis­ter da­bei. Die Zahl der Mel­dun­gen sei ein Zei­chen für die At­trak­ti­vi­tät des Tur­niers, freu­te sich Die­ter Knöd­ler, Vor­sit­zen­der des Mark­dor­fer Schach­clubs und selbst FIDE-Meis­ter.

Bei dem Schnell­schach-Tur­nier muss je­der Teil­neh­mer sie­ben Par­ti­en spie­len, die Geg­ner wer­den je­weils aus­ge­lost. Je­der Spie­ler hat pro Par­tie ins­ge­samt zwan­zig Mi­nu­ten Be­denk­zeit. Auf­fal­lend, an den Ti­schen in der Mark­dor­fer Stadt­hal­le sit­zen nur Män­ner und Ju­gend­li­che, Frau­en und Mäd­chen ha­ben sich nicht an­ge­mel­det. Be­reits vor Be­ginn des Tur­niers sit­zen Chris­ti­an und Tim an ei­nem Brett. Der elf­jäh­ri­ge Chris­ti­an kommt aus Fried­richs­ha­fen, spielt viel ge­gen sei­nen Va­ter und möch­te gern in sei­ner Al­ters­klas­se ge­win­nen. Der neun­jäh­ri­ge Tim spielt im Ver­ein in Wein­gar­ten, er will vor­ran­gig Tur­nier-Er­fah­run­gen sam­meln, wenn er da­bei auf ei­nem der vor­de­ren Plät­ze in sei­ner Al­ters­klas­se kä­me, wä­re es nicht schlecht. Der neun­jäh­ri­ge Fa­bi­an kommt eben­falls aus Wein­gar­ten, zur Vor­be­rei­tung hat er zwei Ta­ge ge­mein­sam mit Tim trai­niert. Bei ihm steht das Er­fah­rungs­sam­meln im Vor­der­grund. Lu­kas macht nur so zum Spaß mit, auch er ge­hört zum Ver­ein in Wein­gar­ten.

Der elf­jäh­ri­ge Erik aus Mark­dorf spielt je­den Frei­tag im hei­mi­schen Schach­club, in der Schu­le und ge­le­gent­lich ge­gen sei­nen Va­ter, aber sehr viel on­line. Meist spie­le er da­bei zehn­mi­nü­ti­ge Schnell­schach-Par­ti­en, er­zählt er. Al­ler­dings gä­be es da ei­nen ge­wal­ti­gen Un­ter­schied, im Com­pu­ter sei die Darstel­lung deut­lich an­ders, als in der drei­di­men­sio­na­len Rea­li­tät. Da müs­se er sich je­des Mal um­stel­len.

Übung ist eben­so wich­tig

Das Schach­spiel er­for­de­re stra­te­gi­sches Den­ken, viel Übung und Er­fah­rung, er­klär­te Kurt We­cker, er ist seit et­li­chen Jahr­zehn­ten im Mark­dor­fer Schach­club ak­tiv. Der­zeit hat der Club ei­ne Ju­gend­grup­pe mit et­wa zehn Mit­glie­dern, die re­gel­mä­ßig je­den Frei­tag trai­nie­ren. Zu­sätz­lich un­ter­stützt der Club seit vier Jah­ren die Schach-AG in der Ja­kob-Grets­erGrund­schu­le. Dar­aus ha­be der Ver­ein schon ei­ni­ge Ju­gend­li­che ge­won­nen, er­zähl­te We­cker. Der Ver­ein en­ga­gie­re sich sehr stark in der Kin­de­r­und Ju­gend­ar­beit um Nach­wuchs her­an­zu­zie­hen.

Sehr viel in Sa­chen Schach ist Tho­mas Hen­richs un­ter­wegs, er ist In­ter­na­tio­na­ler Meis­ter und spielt für den Schach­ver­ein in Wei­ler im All­gäu, wohnt aber in der Schweiz. Auch dort tritt er für ei­nen Ver­ein an. Es sei beim Schach nicht un­ge­wöhn­lich, dass ein Spie­ler für meh­re­re Ver­ei­ne an­tritt, er­klär­te Hen­richs in ei­ner Spiel­pau­se. So ein Tur­nier, wie in Mark­dorf, das nur ei­nen Tag an­daue­re, sei ganz an­ge­nehm. Vor Tur­nie­ren sei ei­ne aus­führ­li­che Vor­be­rei­tung auf die Geg­ner die Re­gel, na­tür­lich al­les per Com­pu­ter, dies sei beim Schnell­schach nicht mög­lich, da die Geg­ner zu­ge­lost wer­den.

Das Schach­spiel ha­be sich deut­lich ver­än­dert, er müs­se sich im­mer mehr und bes­ser vor­be­rei­ten. Dies ma­chen na­tür­lich auch die Geg­ner, so­dass es kaum noch leich­te Par­ti­en ge­be. Dda­mit ver­ab­schie­de­te sich Hen­richs, der nächs­te Geg­ner war­te­te schon.

FO­TOS: BRI­GIT­TE WAL­TERS

Vor Be­ginn des Schnell­schach-Tur­niers spie­len sich Lu­kas und Fa­bi­an schon mal warm.

Grü­beln ist an­ge­sagt beim Schnell­schach-Open in der Mark­dor­fer Stadt­hal­le, links der In­ter­na­tio­na­le Meis­ter Tho­mas Hen­richs aus dem All­gäu.

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