„Jon and Roy“ver­schwin­den zwi­schen­durch mal kurz im Ne­bel

Zeit­ge­nös­si­scher Folk und flot­ter Reg­gae – La­ger­feu­er­stim­mung im Klei­nen Zelt

Schwaebische Zeitung (Markdorf) - - Kulturufer -

bringt. Er trotzt der Hit­ze im Zelt, pros­tet der Men­ge mit den Wor­ten „al­ways stay hy­dra­ted“zu, nimmt ei­nen Schluck aus der Fla­sche und wischt sich die Schweiß­per­len von der Stirn.

Die Mu­si­ker er­öff­nen das Kon­zert mit „Ano­ther noon“und „Vi­brant Sce­ne“. Jon hat zwi­schen den Songs viel zu tun. Mal schnallt er sich ei­ne Mund­har­mo­ni­ka um, mit der er be­ein­dru­cken­de So­li spielt. Mal wech­selt er die Gi­tar­re. Und mal be­fes­tigt er ei­nen Ka­po­das­ter am Gi­tar­ren­hals, da­mit die Sai­ten in ei­ner an­de­ren Ton­hö­he er­klin­gen. „He is a bu­sy man“– „Er ist ein be­schäf­tig­ter Mann“, sagt Lou­is und deu­tet auf den Gi­tar­ris­ten.

Wei­ter geht es mit „The Road Ahead Is Gol­den“. Zu „DT Sty­lee“klat­schen die Zu­schau­er im Takt. Und bei „Run­ner“ver­schwin­det die Band voll­stän­dig im Ne­bel – ein gro­tes­kes Schau­spiel, das sich an die­sem Abend oft wie­der­holt. Lou­is äu­ßert die Ver­mu­tung, dass je­mand mit der Ne­bel­ma­schi­ne Scher­ze treibt.

Kon­zen­tra­ti­on auf die Mu­sik

Die Kon­zert­be­su­cher ap­plau­die­ren, ju­beln und pfei­fen nach je­dem Song. Aber sie tan­zen nicht. Wo­mög­lich liegt es dar­an, dass bei vie­len Ti­teln La­ger­feu­er­stim­mung auf­kommt. Die Men­schen lau­schen ent­spannt, schau­en auf die Mu­si­ker, als wä­ren sie die Flam­men, und ni­cken mit dem Kopf im Takt. Und die Band selbst ver­tieft sich ganz in ih­re Mu­sik. Wenn Jon, Roy und Lou­is die Au­gen schlie­ßen, blen­den sie ih­re Um­ge­bung aus und kon­zen­trie­ren sich nur noch auf ih­re In­stru­men­te. Aber sie kön­nen auch an­ders. Und das Pu­bli­kum auch.

Das wird in der zwei­ten Kon­zert­hälf­te deut­lich. Lou­is for­dert zum Tan­zen auf. Ei­ni­ge zö­gern, an­de­re ge­hen ent­schlos­sen in den Mit­tel­gang, als hät­ten sie schon län­ger auf den rich­ti­gen Mo­ment ge­war­tet. Und schließ­lich gibt es kein Hal­ten mehr. Wer eben noch mit dem Kopf im Takt ge­nickt hat, ist jetzt auf den Bei­nen und tanzt. Zu den dy­na­mi­schen Rhyth­men von „By My Si­de“. Oder zur Co­ver­ver­si­on von „54-46 Was My Num­ber“, ei­nem flot­ten Reg­ga­e­s­tück von „Toots & The May­tals“. Die Schein­wer­fer hül­len die Büh­ne in ro­tes Licht. Nach knapp zwei St­un­den ist das Kon­zert vor­bei. Zu­schau­er und Band sind be­geis­tert: Sel­ten hät­ten die Leu­te so viel mit­ge­klatscht, sagt Lou­is.

FO­TO: CHRIS­TOPH DIER­KING

Die Band „Jon & Roy“aus Ka­na­da ani­miert im Klei­nen Zelt zum Tan­zen. trotz der Hit­ze

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