Aus­nah­me­mu­si­ker spie­len ei­nen „Wal­zer na­mens Chris­toph“

The Trou­ble No­tes be­geis­tern mit In­stru­men­tal­mu­sik und ei­ner Sym­bio­se mit Break­dance – Den An­fang nahm die Band auf der Stra­ße

Schwaebische Zeitung (Markdorf) - - Kulturufer - Von Lena Rei­ner

- Sie ha­ben selbst als Stra­ßen­mu­si­ker an­ge­fan­gen: Vio­li­nist Ben­net Cer­ven, Gi­tar­rist Flo­ri­an „Flo“Ei­sen­schmidt und Per­cus­sio­nist Oli­ver „Ol­lie“Ma­gui­re. Bei der Mol­ke stan­den sie al­ler­dings auf ei­ner Büh­ne, der Mu­sik­mu­schel, um ge­nau zu sein.

Cer­ven, der die ein­zel­nen Lie­der an­sag­te, be­dank­te sich beim Team des Ju­gend­zen­trums MOL­KE und al­len vor­an bei Da­ni­el Schwei­zer, der sie ge­bucht ha­be. Die­ser ver­riet, dass er sich auf die „The Trou­ble No­tes“mit am meis­ten ge­freut ha­be: „Das ist ein­fach ei­ne be­son­de­re Mi­schung, die die Band spielt.“

Be­reits wäh­rend des Sound­checks schar­ten sich Neu­gie­ri­ge um die Büh­ne und woll­ten sich gar nicht bit­ten las­sen zu ge­hen, selbst als Ben­net Cer­ven mehr­mals deut­lich mach­te, dass es sich noch um kein Kon­zert han­de­le. Zu ein­dring­lich er­klang sein Gei­gen­spiel, zu sehr ging der Rhyth­mus von Ma­gui­res Ca­jon den Zu­hö­rern in die Fü­ße. Als das ei­gent­li­che Kon­zert um 19 Uhr be­gann, war der Durch­gangs­weg zwi­schen Mu­schel­büh­ne und dem Be­reich der Werk­stät­ten schnell vol­ler Men­schen, die spon­tan ste­hen blie­ben, um zu lau­schen.

Es wur­de mit­ge­klatscht, ge­tanzt, die Klän­ge ge­fie­len den Men­schen al­ler Al­ters­grup­pen. Di­rekt am Büh­nen­rand tanz­ten Kin­der und auch im Be­reich der Werk­stät­ten wur­de mit­ge­wippt. „The Trou­ble No­tes“stell­ten da­mit un­ter Be­weis, dass es nicht im­mer Wor­te braucht, um Zu­hö­rer in den Bann zu zie­hen. All ih­re Stü­cke ka­men näm­lich oh­ne Tex­te und Ge­sang aus, er­zähl­ten aber den­noch Ge­schich­ten und be­schrie­ben Emo­tio­nen.

Mu­sik spie­gelt Emo­tio­nen

Manch­mal schil­der­te Ben­net Cer­ven in sei­nen An­sa­gen, was das Stück aus­drü­cken soll­te, et­wa bei ei­nem Werk, das in­spi­riert von ei­nem Hur­ri­ca­ne in den USA ent­stan­den war. Die Mu­sik sol­le nicht den ei­gent­li­chen Sturm ver­kör­pern, son­dern die Emo­tio­nen, die man wäh­rend­des­sen er­le­be. „Erst ist das die Angst“, schil­der­te er und dann sei da – über­ra­schen­der Wei­se – die­ses schul­di­ge Ge­fühl der Fas­zi­na­ti­on. Er zupf­te die Sai­ten sei­ner Vio­li­ne zum Auf­takt des Stücks, bald nahm es an Tem­po zu und er wech­sel­te zum Spiel mit dem Bo­gen. Ei­ne mit­rei­ßen­de Me­lo­die er­klang. Da­ni­el Schwei­zer, Or­ga­ni­sa­tor des Mu­sik­pro­gramms bei der Mol­ke

Und dann kün­dig­te er ein Stück na­mens „Chris­toph“an, zu dem man pri­ma ei­nen Wal­zer tan­zen kön­ne. „Wenn ihr denkt, es sei zu warm zum Tan­zen, dann schaut euch die Jungs hier vor­ne an!“, deu­te­te Ben­net Cer­vet auf die Grup­pe aus B-Boys und ei­nem B-Girl, die sich spon­tan ent­schie­den hat­ten, zu den In­stru­men­tal­klän­gen tän­ze­risch zu im­pro­vi­sie­ren. Das Pu­bli­kum zeig­te sich von der Sym­bio­se der bei­den Kunst­for­men be­geis­tert – Ju­bel­ru­fe und viel Ap­plaus er­klang.

Auch auf der Büh­ne lohn­te sich das ge­naue Hin­schau­en. Ma­gui­re spiel­te nicht nur sei­ne Ca­jon mit der Hand, son­dern auch die Be­cken.

War­um er kei­ne Trom­mel­stö­cke be­nutzt, das ver­riet er uns im Ge­spräch: „Wir ha­ben auf der Stra­ße zu spie­len an­ge­fan­gen und weil es bes­ser zu trans­por­tie­ren ist, hat­te ich mei­ne Ca­jon und klei­nes Hand­schlag­werk. So ha­be ich ein­fach im­mer mit den Hän­den ge­spielt.“

Da die­se Spiel­wei­se den Klang be­ein­flus­se und ihm ei­ne ge­wis­se ei­ge­ne No­te ver­lei­he, ha­be er das Spiel fort­an mit den Hän­den auch für die Büh­ne bei­be­hal­ten. Ei­ne Band, die man sich mer­ken soll­te.

„Das ist ein­fach ei­ne be­son­de­re Mi­schung, die die Band spielt:“

FO­TO: LENA REI­NER

The Trou­ble No­tes be­schwö­ren ei­nen Sturm her­auf: Ben­net Cer­ven an der Vio­li­ne, Flo­ri­an Ei­sen­schmidt an der Gi­tar­re und Oli­ver Ma­gui­re an Ca­jon und Be­cken.

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