Pro­ble­ma­ti­scher Be­schluss

Schwaebische Zeitung (Markdorf) - - NACHRICHTEN & HINTERGRUND - Von Claudia Kling c. kling@ schwa­ebi­sche. de

Man muss nicht un­be­dingt ein Freund of­fe­ner Gren­zen sein, um die Ent­schei­dung des Bun­des zwei­fel­haft zu fin­den. Es riecht nach Kuh­han­del, was Au­ßen­amt und In­nen­mi­nis­te­ri­um ver­kün­det ha­ben. Die Bun­des­re­gie­rung will in der Flücht­lings­po­li­tik vor der Wahl den Ball flach hal­ten. La­men­tos von links über zu vie­le Ab­schie­bun­gen und von rechts über zu we­ni­ge stö­ren da nur. In­so­fern ist die Stra­te­gie, wei­ter­hin nur Straf­tä­ter, Ge­fähr­der und Be­trü­ger mit fal­scher Iden­ti­tät nach Af­gha­nis­tan zu­rück­schi­cken zu wol­len, klug – aber auch pro­b­le- ma­tisch. Denn das be­deu­tet ja: Soll­ten die­se Tu­nicht­gu­te Op­fer von An­schlä­gen wer­den, wä­re das ver­tret­bar. Das wie­der­um wä­re ei­ne Ent­schei­dung über den Wert von Men­schen, die in ei­nem Rechts­staat frag­wür­dig ist. Berlin hat mit viel Geld in der Hand die af­gha­ni­sche Re­gie­rung da­zu ge­bracht, ge­flo­he­ne Men­schen wie­der zu­rück­zu­neh­men. Die Si­cher­heits­la­ge in Af­gha­nis­tan hat sich da­durch nicht ver­bes­sert, wie die vie­len zi­vi­len Op­fer be­le­gen. Und das ist das ei­gent­li­che Pro­blem.

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