TV-Tipp

Schwaebische Zeitung (Markdorf) - - MEDIEN - Von Joa­chim Lin­din­ger

Lie­der auf Banz

Kei­ne Angst: Horst See­ho­fer wird nicht sin­gen. Es ist auch nicht so, dass die Christ­so­zia­len in som­mer­li­cher Ober­fran­ken-Klau­sur ih­ren Bay­ern­plan ver­tont hät­ten – à la Ober­gren­ze in Moll et­wa. Nein: Die Klos­ter­wie­se ober­halb von Bad Staf­fel­stein ist viel­mehr Büh­ne für ein Fes­ti­val, das sei­nes­glei­chen sucht. Mit da­bei wa­ren An­fang Ju­li un­ter an­de­ren Kon­stan­tin We­cker – auch mit 70 live stets Na­tur­er­eig­nis –, Wort­witz­akro­bat Wil­ly As­tor samt sei­ner „Au­to­bahn­ka­pel­le“, die stimm­ge­wal­ti­ge He­len Schnei­der und Werner Schmid­bau­er. Der hat­te sei­ne „Zeit der Dep­pen“im Ge­päck, vor ein­ein­halb Jahr­zehn­ten ent­stan­den und doch ak­tu­el­ler denn je: „An je­dem He­bel sitzt a knall­har­ter Ent­schei­der, Ver­nunft egal, Haupt­sach, es geht wos wei­ter. Ih­re Geld­beitl prall und schwer, de Hir­ne lei­der we­ni­ger. Und de Welt, sie brennt an al­le Ecken, es is de Zeit der Dep­pen.“Man­che Din­ge än­dern sich nie. Mon­tag, 22.50 Uhr, BR

Die in­ne­re Si­cher­heit

Ein im Un­ter­grund le­ben­des Paar (Bar­ba­ra Au­er, Ri­chy Mül­ler) mit links­ter­ro­ris­ti­scher Ver­gan­gen­heit, des­sen 15-jäh­ri­ge Toch­ter (Ju­lia Hum­mer) sich dem Re­gel­werk ih­rer streng iso­lier­ten Exis­tenz zu ent­zie­hen be­ginnt: 2000 hat Chris­ti­an Pet­zold die­se Ge­schich­te als po­li­ti­sches Kam­mer­spiel auf die Lein­wand ge­bracht, ei­ne lei­se, in­ten­si­ve Ge­schich­te über ana­chro­nis­ti­sche Idea­le, über Hei­mat­lo­sig­keit, über die gren­zen­lo­se Ver­lo­ren­heit ei­nes Te­enagers. Wenn er vom Schwei­gen spricht, das im Ver­hör die letz­te Waf­fe des Klas­sen­kamp­fers sei, glaubt der Va­ter, der auf­müp­fi­gen, der ver­lieb­ten Jean­ne et­was fürs Le­ben bei­zu­brin­gen. Doch sind auch die we­ni­gen Ge­sprä­che zwi­schen El­tern und Toch­ter letzt­lich: Ver­hö­re. Ver­hal­ten wird ab­ge­fragt, Selbst­ver­leug­nung ein­ge­for­dert. Jean­nes Seh­nen aber gilt der Nor­ma­li­tät. Am En­de steht – un­aus­weich­lich – die Ka­ta­stro­phe. Di­ens­tag, 0.45 Uhr, MDR

Deutsch­land dopt

Sport ist Mord. Manch­mal. Dass die Hemm­schwel­le für die Ein­nah­me von Schmerz­mit­teln, Asth­mas­pray, ja ana­bo­len Ste­ro­iden, auch im Frei­zeit­sport nied­rig ist, hat man schon oft ge­hört. Es zu se­hen, er­schrickt. Don­ners­tag, 20.15 Uhr, 3sat

Borg­man

Urängs­te ver­han­delt die­ser Psy­cho­thril­ler, die Ab­grün­de hin­ter dem dis­kre­ten Charme ei­ner Ide­al­fa­mi­lie deckt er auf. Mit Ir­ri­ta­ti­on, Sub­ver­si­on und Sa­ti­re ar­bei­tet der Re­gis­seur – was nicht wun­dert, wenn man weiß, dass er Alex van War­mer­dam heißt. Da holt sich der Bie­der­mann den Brand­stif­ter in die Vil­la, das ist Frisch ex­trem, das ist mehr und mehr ver­stö­rend. Aber ver­dammt gut. Don­ners­tag, 22.25 Uhr, 3sat

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