Beim kel­ti­schen Ern­te­dank­fest tref­fen Kul­tu­ren auf­ein­an­der

Zahl­rei­che Be­su­cher fei­ern in Sa­lem „Lugh­na­sad“

Schwaebische Zeitung (Markdorf) - - SALEM/HAGNAU/SERVICE - Von Mar­tin Sam­land

SA­LEM - Zahl­rei­che Be­su­cher aus Nah und Fern ha­ben am Wo­che­n­en­de auf Gut­hau­sen das kel­ti­sche Som­mer­fest „Lugh­na­sad“ge­fei­ert. Ei­ner der Hö­he­punk­te des Fes­tes war am Sams­tag­abend der Feu­er-Ri­tus.

„Lugh­na­sad“ist im kel­ti­schen Kul­tur­geist das völ­ker­ver­bin­den­de Kö­nigs­fest und zu­gleich die Fei­er des Ern­te­danks. Es steht im Sinn des frei­en kel­ti­schen Kul­tur-Geis­tes für das Heu­te, Mor­gen und Über­mor­gen der Er­de. Zum Fest ge­hö­ren dem­ent­spre­chend auch ri­tu­el­le Hand­lun­gen, die zur Eh­re der Er­de und der Na­tur und zur Öff­nung der Geis­tes- und Got­tes­welt ab­ge­hal­ten wer­den. Da­zu ist eben­falls je­der Gast ein­ge­la­den. Ei­ne Ver­pflich­tung zum Mit­ma­chen gibt es al­ler­dings nicht und so kann man die Ze­re­mo­ni­en auch nur als Be­ob­ach­ter er­le­ben und ge­nie­ßen.

Ent­spre­chen­de Ein­lei­tun­gen der Ze­re­mo­ni­en­meis­ter er­klä­ren vor­ab, was ge­ra­de pas­siert. So wur­den am Sams­tag zu­nächst die Rei­ter ver­ab­schie­det, die nach Be­then­brunn rit­ten, um Was­ser von der dor­ti­gen al­ten Qu­el­le zu ho­len. Das Was­ser ist im kel­ti­schen Ge­brauch auch ein Zei­chen für die en­ge Ver­bun­den­heit mit dem Licht, der Lie­be und dem Le­ben und wird bei ver­schie­de­nen Ze­re­mo­ni­en ver­wen­det.

Vor­trä­ge ge­ben Ein­blick in kel­ti­sches Be­wusst­sein

Am Abend stand dann das Feu­er im Mit­tel­punkt und ur­al­te Ele­men­te der Lugh­na­sad-Fei­er wur­den un­ter an­de­rem mit dem Tanz des Feu­er­ra­des ze­le­briert. Wer tie­fer in die Ma­te­rie ein­tau­chen woll­te, der konn­te ei­nem der an­ge­bo­te­nen Vor­trä­ge fol­gen, die ei­nen Ein­blick in das kel­ti­sche Be­wusst­sein in der heu­ti­gen Zeit ga­ben. Noch ein­fa­cher war es al­ler­dings, ein­fach mit den Ver­ant­wort­li­chen zu spre­chen und Fra­gen zu stel­len. So konn­ten schnell mög­li­che Miss­ver­ständ­nis­se aus­ge­räumt wer­den und wer offen für Neu­es ist, be­kommt so ei­nen Ein­blick in ei­ne et­was an­de­re Ge­dan­ken­welt. Ne­ben dem spi­ri­tu­el­len Hin­ter­grund ist „Lugh­na­sad“aber auch ein wie­der­keh­ren­des Fa­mi­li­en­fest, das mit reich­hal­ti­gem Es­sen und ei­nem aus­ge­wo­ge­nen Programm für al­le Al­ters­klas­sen et­was bie­tet. Es gab Tanz­vor­füh­run­gen, Ge­schick­lich­keits­spie­le, ein Hand­werks­zelt, Ge­schich­ten­er­zäh­ler und au­ßer­ge­wöhn­li­che Mu­sik. In­ter­na­tio­na­le Gäs­te aus In­di­en, Me­xi­ko und Ba­li sorg­ten für ei­nen re­gen Aus­tausch der Kul­tu­ren und be­rei­cher­ten das Fest zu­dem mit ih­ren au­then­ti­schen Dar­bie­tun­gen. Krank­heits­be­dingt muss­ten lei­der ei­ni­ge der an­ge­kün­dig­ten Pro­gramm­punk­te aus­fal­len, doch die Or­ga­ni­sa­to­ren ga­ben sich al­le Mü­he, die Lü­cken zu schlie­ßen. „Für uns ge­hört zum Fei­ern auch Über­ra­schen­des“, war in der An­kün­di­gung zu le­sen. Dem­ent­spre­chend wur­de ein­fach im­pro­vi­siert und die ent­fal­le­nen Pro­gramm­punk­te mit an­de­ren Dar­bie­tun­gen er­setzt. Wer In­ter­es­se hat, ein­mal in ei­ne an­de­re Welt ein­zu­tau­chen, der soll­te sich das „Sam­hain-Fest“im Ok­to­ber nicht ent­ge­hen las­sen.

FOTO: MAR­TIN SAM­LAND

Die Rei­ter, die das Was­ser aus der al­ten Qu­el­le ho­len, wer­den mit Ge­sang ver­ab­schie­det.

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