Der Platz an der Son­ne ist nicht das Ziel

Fuß­ball-Kreis­li­ga A2: Mann­schaft des TSV Schlach­ters blo­ckiert sich selbst

Schwaebische Zeitung (Markdorf) - - LOKALSPORT - Von Gi­u­sep­pe Tor­re­man­te

SCHLACH­TERS - Fil­i­pe Ro­d­ri­gues, Trai­ner des Fuß­ball-A-Li­gis­ten TSV Schlach­ters, sieht sei­ne Mann­schaft in der neu­en Sai­son im obe­ren Drit­tel der Ta­bel­le. Der Grund, war­um die Spie­ler trotz of­fen­sicht­li­cher sport­li­cher Qua­li­tät, den Sprung nach ganz oben nicht schaf­fen, ist die Tat­sa­che, dass sie sich selbst oft im Weg stün­den. Das sagt Ro­d­ri­gues mit ei­nem Lä­cheln.

Der TSV Schlach­ters ge­hört in der neu­en Spiel­zeit zu den Top-Teams der Li­ga. Wie weit es aber nach oben geht, ist un­ge­wiss. Die Mann­schaft ist kör­per­lich fit und über­zeugt auch spie­le­risch. Es gibt aber im­mer wie­der Si­tua­tio­nen wäh­rend ei­ner Meis­ter­schaft, in de­nen der TSV den Fa­den ver­liert und ihn erst sehr spät wie­der fin­det. „Das ist ein Phä­no­men. Wir schei­tern an uns sel­ber, ste­hen uns selbst im Weg und blo­ckie­ren da­durch ei­ne bes­se­re Plat­zie­rung“, be­tont TSV-Trai­ner Fil­i­pe Ro­d­ri­gues.

In­ves­ti­ti­on in den Nach­wuchs

Doch der Trai­ner des TSV Schlach­ters lässt die Kir­che im Dorf. „Wir könn­ten ei­nen Auf­stieg gar nicht fi­nan­zie­ren“, sagt er. Der Ver­ein müss­te sich ver­stär­ken, ge­stan­de­ne Fuß­bal­ler un­ter Ver­trag neh­men. Das kos­tet Geld. Geld, dass der TSV nicht hat und lie­ber in die ei­ge­ne Ju­gend in­ves­tiert. Et­wa 210 Nach­wuchs­fuß­bal­ler sind beim TSV Schlach­ters und dar­über freut sich Ro­d­ri­gues. „Sechs A-Ju­gend­spie­ler kom­men in den Ka­der der ers­ten Mann­schaft und das ist gut so“, meint er. Mar­cel Praml ver­ließ als Ein­zi­ger den Ver­ein. Der Dorf­ver­ein (1200 Ein­woh­ner) stellt in der neu­en Sai­son drei Teams. Die ers­te Mann­schaft spielt in der A2, die an­de­ren bei­den Mann­schaf­ten ei­ne Li­ga dar­un­ter. Die­ser Schritt war not­wen­dig, weil vie­le Spie­ler sonst nicht die Mög­lich­keit ge­habt hät­ten, ih­rem Hob­by nach­zu­ge­hen.

Da­bei trai­nie­ren aber ers­te und zwei­te Mann­schaft se­pa­rat. Wäh­rend der TSV in der A2 mit dem Aus­gang der Meis­ter­schaft 2016/2017 nichts zu tun hat­te, wur­de die Zwei­te hin­ter Bro­chen­zell in der B5 Vi­ze­meis­ter. In Schlach­ters wird die Ge­mein­schaft groß ge­schrie­ben. Der Nach­wuchs ist bei den Spie­len der Ak­ti­ven und um­ge­kehrt. Und auch im Ver­ein pa­cken al­le mit an. Da ist es auch nicht ver­wun­der­lich, dass das Ver­eins­heim und die Plät­ze dem TSV ge­hö­ren. „Dar­auf sind wir stolz“, sagt Ro­d­ri­gues. Oh­ne die Hil­fe der bei­den Ge­mein­den Wei­ßens­berg und Sig­mars­zell könn­te der TSV den Auf­wand mit den Plät­zen al­lein nicht stem­men. „Wir sind ein ge­sun­der Ver­ein, der sich selbst um al­les küm­mert, wie zum Bei­spiel die In­stand­hal­tung der Plät­ze und der An­la­ge ins­ge­samt“, so Ro­d­ri­gues.

Und wenn man dann al­les zu­sam­men­fasst, dann ver­steht der Au­ßen­ste­hen­de, war­um der TSV – ob­wohl die sport­li­che Qua­li­tät da ist – sich mit ei­nem mög­li­chen Auf­stieg schwer tun wür­de. Der TSV Schlach­ters fühlt sich in der A2 wohl, ob­wohl es für den Trai­ner ei­ne Her­aus­for­de­rung wä­re, ei­ne Klas­se hö­her zu­spie­len. Aber nach dem Mot­to „Schus­ter bleib bei dei­nen Leis­ten“winkt der Por­tu­gie­se la­chend ab. „Wir ge­hö­ren in der A2 zu den Top-Teams, al­les an­de­re ist uto­pisch“, sagt der TSV-Trai­ner. Ein mög­li­cher Auf­stieg wür­de vie­les spren­gen und da fühlt sich kei­ner so rich­tig wohl.

FOTO: RR

Den­nis Göhl und der TSV Schlach­ters (hier in der Par­tie ge­gen Ach­berg) wol­len in der neu­en Sai­son ei­ne gu­te Rol­le spie­len.

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