Woh­nungs­markt für Stu­den­ten an­ge­spannt

Ra­vens­burg schnei­det bei Hoch­schul-Ran­king aber et­was bes­ser ab als im Vor­jahr

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - OBERSCHWABEN UND DONAU -

RA­VENS­BURG (sz) - Für vie­le Stu­den­ten wird es zum Win­ter­se­mes­ter 2015/16 noch schwie­ri­ger, ei­ne pas­sen­de Un­ter­kunft zu fin­den. Die Zahl der Städ­te in Deutsch­land, in de­nen ei­ne an­ge­spann­te Si­tua­ti­on auf dem stu­den­ti­schen Woh­nungs­markt herrscht, stieg von 32 auf 39. Auch Ra­vens­burg ist be­trof­fen. Das geht aus ei­ner bun­des­wei­ten Stu­die des Im­mo­bi­li­en­ent­wick­lers GBI her­vor.

Am schwie­rigs­ten ist die Su­che nach der pas­sen­den Woh­nung in München, vor Frankfurt am Main und Ham­burg. Ver­schlech­tert hat sich die Si­tua­ti­on im Ver­gleich zum Vor­jahr vor al­lem in re­nom­mier­ten Uni­ver­si­täts­städ­ten wie Frei­burg, Tü­bin­gen, Aa­chen, Gie­ßen oder Mar­burg. Ra­vens­burg ran­giert auf Platz 29 von 87 Städ­ten. Da­bei gilt: Je hö­her der Rang, des­to an­ge­spann­ter ist die Wohn­si­tua­ti­on für Stu­den­ten. Im Jahr zu­vor be­leg­te Ra­vens­burg Platz 26.

Rech­ne­risch gibt es in Ra­vens­burg 3,1 Wohn­ein­hei­ten je 18- bis 29Jäh­ri­gem. Das sorgt für ei­nen er­höh­ten Druck auf den Im­mo­bi­li­en­markt. In Wohn­hei­men sind nur 4,8 Pro­zent der Stu­den­ten un­ter­ge­bracht – die Quo­te liegt da­mit deut­lich un­ter dem Bun­des­durch­schnitt von 10 Pro­zent. Des­halb müs­sen sich die Ra­vens­bur­ger Stu­den­ten über­durch­schnitt­lich stark auf dem frei­en Woh­nungs­markt mit Wohn­raum ver­sor­gen.

Die Kos­ten für ein WG-Zim­mer blie­ben in Ra­vens­burg kon­stant bei 360 Eu­ro mo­nat­lich. Und die Nach­fra­gen­den sind auch be­reit, die­se Prei­se zu zah­len, ob­wohl sie über dem Bun­des­schnitt lie­gen. Der Mit­tel­wert für al­le un­ter­such­ten Hoch­schul­städ­te liegt für die ver­lang­ten WG-Prei­se bei 304 Eu­ro.

Die Leer­stands­quo­te von Wohn­raum ist mit 3,5 Pro­zent nied­ri­ger als der Bun­des­durch­schnitt (4,5 Pro­zent), aber nicht so nied­rig, dass von die­sem Fak­tor be­son­ders ho­her Druck aus­geht, son­dern nur ein mitt­le­rer Druck, so die For­scher.

Das Miet­ni­veau ist auf 6,90 Eu­ro pro Qua­drat­me­ter ge­stie­gen (2014: 6,80 Eu­ro/Qua­drat­me­ter für Be­stands­woh­nun­gen). Die Mie­te sei so nied­rig, dass von die­ser Stel­le ver­gleichs­wei­se we­nig Druck auf den Woh­nungs­markt für Stu­den­ten aus­ge­übt wer­de. Der Me­di­an über al­le un­ter­such­ten Hoch­schul­städ­te liegt bei 7 Eu­ro pro Qua­drat­me­ter (2014: 6,80 Eu­ro). Die Zahl der Stu­den­ten ist im Win­ter­se­mes­ter 2013/14 auf 9465 ge­stie­gen (Vor­jahr: 9106). Der An­teil aus­län­di­scher Stu­den­ten lag bei 7,0 Pro­zent, wei­ter­hin deut­lich un­ter dem Bun­des­durch­schnitt von 11,6 Pro­zent. „Zwar ist in ei­ni­gen Städ­ten der drin­gend er­for­der­li­che Neu­bau von klei­ne­ren und da­mit preis­güns­ti­ge­ren Woh­nun­gen, die auch Stu­die- ren­de nut­zen kön­nen, be­reits an­ge­lau­fen. Den­noch rei­chen die­se Fort­schrit­te ein­deu­tig nicht, den struk­tu­rel­len Man­gel zu be­he­ben“, be­rich­tet Ste­fan Brauck­mann, Lei­ter der Ab­tei­lung Re­se­arch & Ana­ly­se der GBI AG. Gera­de weil im Ba­che­lor- und Mas­ter-Sys­tem von Stu­den­ten ei­ne im­mer grö­ße­re Orts­fle­xi­bi­li­tät ver­langt wer­de, sei die Si­tua­ti­on pro­ble­ma­tisch. Im­mer we­ni­ger könn­ten not­falls im Ho­tel Ma­ma woh­nen, al­so bei El­tern oder Ver­wand­ten un­ter­kom­men, da die­se für die meis­ten zu weit ent­fernt woh­nen. Be­trof­fe­ne sei­en da­her ins­be­son­de­re aus­län­di­sche Stu­den­ten, die häu­fig nur zu über­höh­ten Prei­sen ei­ne Blei­be fän­den.

Der Zu­zug von Kriegs­flücht­lin­gen, die es nach ei­ner mög­li­chen An­er­ken­nung des Asyl­an­trags vor al­lem in grö­ße­re Städ­te zieht, wird zu ei­ner wei­te­ren Ver­schär­fung bei­tra­gen, pro­gnos­ti­zie­ren die For­scher. Nur Städ­te, in de­nen es zu ei­ner mas­si­ven Aus­wei­tung des Neu­baus pas­sen­der Woh­nun­gen kommt, könn­ten dem ent­ge­gen­wir­ken.

„Die Fort­schrit­te rei­chen ein­deu­tig nicht, um den struk­tu­rel­len Man­gel zu be­he­ben“,

sagt Ste­fan Brauck­mann von der GBI AG.

Woh­nun­gen sind in Ra­vens­burg Man­gel­wa­re. Für Stu­den­ten, die nicht viel Geld ha­ben, ist es be­son­ders schwer, et­was Bezahlbares zu fin­den. Selbst WG-Zim­mer sind teu­rer als im Bun­des­schnitt.

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