FDP-Chef Theu­rer: „CDU ver­rät den Mit­tel­stand“

Lan­des­vor­sit­zen­der der Li­be­ra­len kri­ti­siert den Ge­setz­ent­wurf zur Erb­schaft­steu­er­re­form

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - WIR IM SÜDEN - Von Ul­rich Men­de­lin

RA­VENS­BURG - Der ba­den-würt­tem­ber­gi­sche FDP-Vor­sit­zen­de Michael Theu­rer wirft der CDU „Ver­rat am Mit­tel­stand“vor. An­lass ist der Ge­setz­ent­wurf von Bun­des­fi­nanz­mi­nis­ter Wolf­gang Schäu­b­le für ei­ne Re­form der Erb­schaft­steu­er. „Das Ge­setz wür­de das Tor zum Aus­ver­kauf der Fa­mi­li­en­un­ter­neh­men öff­nen“, sag­te der Par­tei­chef im Ge­spräch mit der „Schwä­bi­schen Zei­tung“.

Um die Erb­schaft­steu­er zu fi­nan­zie­ren, könn­ten sich Un­ter­neh­mer künf­tig ge­zwun­gen se­hen, beim Be­triebs­über­gang Kre­di­te auf­zu­neh­men oder An­tei­le an Hed­ge­fonds oder aus­län­di­sche In­ves­to­ren zu ver­kau­fen, warn­te Theu­rer, der auch für die Li­be­ra­len im Eu­ro­pa­par­la­ment sitzt: „Ich bin kon­ster­niert, dass die CDU so ei­nen Vor­schlag vor­legt.“Im Bun­des­rat sei­en die Re­ge­lun­gen noch ein­mal ver­schärft wor­den. „Das ist ei­ne Ver­mö­gen­steu­er durch die Hin­ter­tür“, sag­te Theu­rer. Die ha­be die CDU aber im­mer ab­ge­lehnt.

Auch Mi­nis­ter­prä­si­dent Win­fried Kret­sch­mann (Grü­ne) hat­te sich kürz­lich für Än­de­run­gen an dem Ge­setz­ent­wurf stark­ge­macht, um den Fa­mi­li­en­un­ter­neh­men ent­ge­gen­zu­kom­men – an­ders als die grü­ne Bun­des­tags­frak­ti­on, aus de­ren Sicht der Ge­setz­ent­wurf schon jetzt zu un­ter­neh­mer­freund­lich ist.

Nach An­ga­ben von FDP-Lan­des­chef Theu­rer wür­den die Plä­ne deutsch­land­weit 10 000 Un­ter­neh­men mit ei­nem Jah­res­ge­winn von min­des­tens 1,4 Mil­lio­nen Eu­ro be­tref­fen. Al­lein die 500 größ­ten von ih­nen be­schäf­ti­gen 4,6 Mil­lio­nen Men­schen.

Statt „an der Sub­stanz an­zu­set­zen“, schlägt Theu­rer vor, die Steu­er­schuld zu er­las­sen, wenn der Be­trag im Un­ter­neh­men in­ves­tiert wird. Ei­ne an­de­re Mög­lich­keit sei, die Erb­schaft­steu­er zu strei­chen und das Geld statt beim Be­triebs­über­gang erst dann zu ver­steu­ern, wenn es aus dem Un­ter­neh­men ge­nom­men wird.

FO­TO: DPA

FDP-Lan­des­chef Michael Theu­rer sieht Fa­mi­li­en­un­ter­neh­men durch die Erb­schafts­steu­er be­droht.

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