Das Was­ser ist weit­ge­hend in Ord­nung

Das Che­mi­sche und Ve­te­ri­när­un­ter­su­chungs­amt legt sei­nen Be­richt für 2014 vor

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - ERSTE SEITE - Von Chris­toph War­ten­berg

Un­ter­su­chungs­amt für Le­bens­mit­tel

legt Jah­res­be­richt 2014 vor.

SIG­MA­RIN­GEN - Das Che­mi­sche und Ver­te­ri­när­un­ter­su­chungs­amt (CVUA) Sig­ma­rin­gen hat sei­nen Jah­res­be­richt für 2014 vor­ge­legt. Bei ei­nem Pres­se­ge­spräch er­läu­ter­ten Amts­chef Bernfried Glück und sei­ne Mit­ar­bei­ter die Er­geb­nis­se des ver­gan­ge­nen Jah­res. In der CVUA wur­den im ver­gan­ge­nen Jahr rund 8300 Pro­ben un­ter­sucht, da­von wur­den 14 Pro­zent be­an­stan­det. Ge­sund­heits­ge­fähr­dend wa­ren al­ler­dings nur 0,1 Pro­zent.

Das Amt be­schäf­tigt der­zeit 115 Mit­ar­bei­ter und bil­det elf jun­ge Men­schen aus. Hö­he­punkt im ver­gan­ge­nen Jahr war der Be­zug des zwei­ten Bau­ab­schnitts des Neu­baus im Mai. Bei ei­nem Tag der of­fe­nen Tür konn­te sich die Be­völ­ke­rung in­for­mie­ren.

Von den be­an­stan­de­ten Pro­ben wur­den die meis­ten Ver­stö­ße we­gen mi­kro­bio­lo­gi­scher Ve­r­un­rei­ni­gun­gen fest­ge­stellt (33 Pro­zent). Mit 32 Pro­zent der Be­an­stan­dun­gen stell­ten die feh­ler­haf­te Kenn­zeich­nung und Auf­ma­chung das zwei­te Drit­tel. Bei zwölf Pro­zent der Pro­ben stimm­te die Zu­sam­men­set­zung nicht, zehn Pro­zent wa­ren an­de­re Ve­r­un­rei­ni­gun­gen. Wei­te­re Be­an­stan­dun­gen mach­ten zwölf Pro­zent aus. Pro­zen­tu­al ge­se­hen wur­den bei Fet­ten und Ölen 50 Pro­zent be­an­stan­det, al­ler­dings bei nur vier Pro­ben. Auch von zwei Rei­ni­gungs- und Pfle­ge­mit­teln wur­de ei­nes, al­so 50 Pro­zent, be­an­stan­det. Von sol­chen Zah­len­spie­len ab­ge­se­hen la­gen die be­män­gel­ten Pro­ben in der Re­gel zwi­schen zehn und 20 Pro­zent.

Ein Aus­rei­ßer sind die Ta­bak­wa­ren, für die die Sig­ma­rin­ger An­stalt ein Zen­tral­re­fe­rat hat, das für ganz Ba­den-Würt­tem­berg und sie­ben wei­te­re Bun­des­län­der Pro­ben un­ter­sucht. Bei den Ta­bak­wa­ren ent­sprach fast ein Drit­tel nicht den Vor­schrif­ten, was aber vor al­lem auch an aro­ma­ti­sier­ten Ta­baks­or­ten für Shishas, Was­ser­pfei­fen, lag. Fast 20 Pro­zent der Zu­cker­wa­ren und über 15 Pro­zent der Fer­tig­ge­rich­te wur­den von den Prü­fern be­män­gelt.

Aus­führ­li­cher be­han­delt wur­den die Ta­bak­wa­ren und elek­tro­ni­schen Rauch­mit­tel, bei de­nen es noch ei­ni- ge recht­li­che Lü­cken gibt. Bernfried Glück wies dar­auf hin, dass elek­tro­ni­sche Zi­ga­ret­ten und Shishas nur be­dingt ge­sund­heits­freund­li­cher sei­en als ech­te Ta­bak­wa­ren. Auch die nor­ma­le Was­ser­pfei­fe birgt et­li­che Ge­sund­heits­ri­si­ken. Es sei mit­nich­ten so, dass der Was­ser­fil­ter die meis­ten Stof­fe ab­son­de­re. Arz­nei­mit­tel be­las­ten Was­ser Ger­hard Thiel stell­te die Was­ser­kon­trol­le vor, die in Sig­ma­rin­gen eben­falls ein Zen­tral- und Schwer­punkt­re­fe­rat hat. Im­mer­hin wur­den 13,9 Pro­zent der Was­ser­pro­ben be­an­stan­det. Im Was­ser fin­den die Kon­trol­leu­re durch mehr al­te Men­schen und ei­nen hö­he­ren Kon­sum in­zwi­schen im­mer mehr Arz­nei­mit­tel­rück­stän­de. Auch Süß­stoff­spu­ren wer­den im­mer wie­der fest­ge­stellt. „Rück­stän­de an Pes­ti­zi­den fin­den wir al­ler­dings re­la­tiv we­nig im Trink­was­ser“, sagt Thiel und be­tont da­mit auch die trotz al­lem gu­te Qua­li­tät des nor­ma­len Trink­was­sers.

Über die Su­che nach My­ko­to­xi­nen, Schim­mel­gif­ten, be­rich­te­te Gregor Voll­mer. Schim­mel­pil­ze, be­son­ders Afla­to­xi­ne, kön­nen sehr gif­ti­ge Krebs­er­re­ger sein.

Aus­zü­ge aus gro­ßen Men­gen von Pro­be­ma­te­ri­al wer­den in der An­stalt in ei­nem Mas­sen­spek­tro­me­ter un­ter­sucht. Ein an­de­res Feld sind die Mut­ter­kor­nal­ka­lo­ide, die sich durch ei­nen Pilz auf Ge­trei­de, be­son­ders auf Rog­gen, bil­den. Vie­le Korn­müh­len kön­nen die be­fal­le­nen Kör­ner je­doch aus­sor­tie­ren. Bei Brot lie­gen die Grenz­wer­te für Rück­stän­de die- ser Al­ka­lo­ide je­doch deut­lich nied­ri­ger, da sie der Ver­brau­cher nicht er­ken­nen kann.

Schließ­lich ging In­ge Evers­berg noch auf die Su­che nach All­er­ge­nen ein. Durch die Zu­nah­me der Zahl von All­er­gi­kern gibt es in­zwi­schen ei­ne Kenn­zeich­nungs­pflicht für 14 All­er­ge­ne. Das gilt neu­er­dings auch für un­ver­pack­te Wa­re. Be­son­ders die­se un­ver­pack­ten Wa­ren, zum Bei­spiel auch Spei­se­eis, ma­chen noch Schwie­rig­kei­ten. Hier wa­ren von 38 Pro­ben nur zwölf oh­ne All­er­gen­spu­ren, ob­wohl man hät­te dar­auf hin­wei­sen müs­sen. Die Jah­res­be­rich­te kön­nen In­ter­es­sier­te im In­ter­net ein­se­hen:

www. cvua- sig­ma­rin­gen. de

FO­TO: AR­CHIV

FO­TO: AR­CHIV

Ei­ne Mit­ar­bei­te­rin be­rei­tet beim CVUA ei­ne Was­ser­pro­be vor.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.