Por­tu­gal braucht Per­spek­ti­ven

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - NACHRICHTEN & HINTERGRUND - Von Ralph Schul­ze po­li­tik@ schwa­ebi­sche. de

Ra­di­kal­ku­ren tun weh. Erst recht, wenn es an den Geld­beu­tel geht. Im hoch­ver­schul­de­ten Eu­roK­ri­sen­land Por­tu­gal gin­gen Löh­ne und Ren­ten run­ter, die Steu­ern hoch, die staat­li­chen Leis­tun­gen wur­den mit der Axt ge­stutzt. Die Por­tu­gie­sen ha­ben die­se Och­sen­tour auf be­wun­derns­wer­te Wei­se er­tra­gen.

Das Pro­blem ist frei­lich, dass der neue Auf­schwung bei den meis­ten Fa­mi­li­en noch nicht an­kommt. Mit der Fol­ge, dass Por­tu­gal sei­ne jun­ge Ge­ne­ra­ti­on ver­liert, die doch ei­gent­lich die Zu­kunft die­ses Lan­des am At­lan­tik dar­stellt. Ein Dra­ma für die­se Na­ti­on, die zu­dem die nied­rigs­te Ge­bur­ten­quo­te Eu­ro­pas hat – das Land blu­tet buch­stäb­lich aus. Die­se Ten­denz um­zu­dre­hen und der jun­gen Be­völ­ke­rung wie­der Per­spek­ti­ven zu bie­ten, ist ei­ne der gro­ßen Her­aus­for­de­run­gen für die neue Re­gie­rung Por­tu­gals. Die Re­gie­rung muss – ne­ben ih­ren Spar­zie­len – je­den Spiel­raum nut­zen, um die schlimms­te Not im Land zu lin­dern. Denn auch die sprich­wört­li­che Lei­dens­fä­hig­keit der Por­tu­gie­sen kommt an ih­re Gren­zen.

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