„Wen­drsonn“rockt den Stall in Nu­splin­gen

Schwä­bi­sche Kult­band zieht vie­le Gäs­te an – Be­su­cher in­for­mie­ren sich über Reit­an­la­ge

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - MESSKIRCH/ STETTEN/ SCHWENNINGEN -

NU­SPLIN­GEN (sgr) - Die Nu­splin­ger Reit­an­la­ge „Ho­fä­cker“hat an­läss­lich ih­res zehn­jäh­ri­gen Be­ste­hens ein gro­ßes Stall­fest ge­fei­ert. Da­zu hat­ten Ho­fä­cker-Ei­g­ne­rin Sa­bi­ne Kühn und ihr Ehe­mann Ru­dolf Ruf die schwä­bi­sche Kult­band „Wen­drsonn“ein­ge­la­den, die am Abend in der Reit­hal­le den Stall rock­ten. Was die Mu­si­ker dort zu Ge­hör brach­ten, war bei­lei­be kei­ne Pup­pen­stu­ben­mu­sik - das war hand­werk­lich per­fek­ter Rock, schwä­bisch ge­sun­gen. Bal­la­den in­ter­pre­tier­ten die Mu­si­ker auf ein­zig­ar­ti­ge Wei­se, und so­gar al­te Kin­der­lie­der wur­den „ver­rockt“.

Band­lea­de­rin Big­gi Bin­der im­po­nier­te mit gran­dio­ser Stimm­ge­walt. Al­ler­dings stan­den ihr die Mu­si­ker, All­round­in­stru­men­ta­list, Sän­ger und Stü­cke­schrei­ber Mar­kus Stri­cker, Gi­tar­rist Micha Schad, Bas­sist Ove Bock und Drum­mer Hei­ko Pe­ter in nichts nach. Mit Herz­blut und vol­lem Kör­per­ein­satz hol­ten sie al­les aus den In­stru­men­ten und ih­ren Stim­men her­aus. Al­len vor­an Klaus Mar­quard, der sich auf sei­ner Gei­ge als be­gna­de­ter Strei­cher er­wies - wo­bei sein In­stru­ment wahr­lich kei­ne Strei­chel­ein­hei­ten ab­be­kam. Sei­ne hard­ro­cki­gen In­ter­pre­ta­tio­nen brach­ten die Sai­ten sei­ner Vio­li­ne an die Gren­zen ih­rer Be­last­bar­keit. Die Hal­le koch­te. Für Pfer­de­be­geis­ter­te gibt es ver­schie­de­ne Vor­füh­run­gen Mit der Ver­pflich­tung der aus dem Raum Stutt­gart stam­men­den Mun­d­ar­tro­cker hat­ten die Ver­an­stal­ter den Nerv des Pu­bli­kums ge­trof­fen. Die Fel­der rund um Nu­splin­gen wa­ren zu­ge­parkt, und den Kenn­zei­chen nach zu ur­tei­len hat „Wen­drsonn“ei­ne gan­ze Fan­ge­mein­de in den klei­nen Stet­tener Teil­ort ge­bracht. Selbst mit Bus­sen ka­men gan­ze Scha­ren von aus­wär­ti­gen Be­su­chern. Ihr für ei­nen auf­rech­ten Schwa­ben „un­an­ge­pass­tes“Out­fit stand im kras­sen Ge­gen­satz zu ih­ren bo­den­stän­di­gen Tex­ten, die in brei­tes­tem Hei­mats­lang „die dümms­ten Bau­ern mit den dicks­ten Kar­tof­feln“mu­si­ka­lisch durch den Ka­kao zo­gen. „Neig’schmeck­te“wa­ren eben­so ge­sang­li­cher Ge­gen­stand ih­rer Songs wie der Schwa­be im All­ge­mei­nen und der Ba­de­ner im Be­son­de­ren. Aber die „Wen­drsonn­ler“zeig­ten nicht nur die knor­ri­ge Kan­te der Schwa­ben­see­le. In ge­fühl­vol­len Me­lo­di­en und Tex­ten brach­ten sie Sei­ten zum Vor­schein, die zeig­ten, dass der Schwa­be sehr wohl so­li­da­risch sein und Mit­ge­fühl emp­fin­den kann.

An­läss­lich des zehn­jäh­ri­gen Be­ste­hens der Reit­an­la­ge Ho­fä­cker konn­ten die Be­su­cher den gan­zen Tag lang den Hof be­sich­ti­gen und sich bei Füh­run­gen über den Ak­ti­vOf­fen­stall in­for­mie­ren, der den Pfer­den ein na­he­zu frei­es Le­ben er­mög­licht. Für al­le Pfer­de­be­geis­ter­ten gab es in­ter­es­san­te Reit­vor­füh­run­gen und für die Kin­der na­tür­lich Po­ny­rei­ten und ei­ne Burg aus Stroh.

FO­TO: SUSANNE GRIMM

Big­gi Bin­der im­po­niert dem Pu­bli­kum vor al­lem mit ih­rer ge­wal­ti­gen Stim­me.

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