Flücht­lin­ge: An­kunft ist nur Fra­ge der Zeit

Re­gie­rungs­prä­si­di­um Tü­bin­gen hebt Nut­zungs­un­ter­sa­gung der Stadt Bad Saul­gau auf

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - OBERSCHWABEN UND DONAU/ INZIGKOFEN -

BAD SAUL­GAU (tha/sz) - Das Re­gie­rungs­prä­si­di­um (RP) Tü­bin­gen hat am ver­gan­ge­nen Frei­tag die von der Stadt Bad Saul­gau ge­gen­über dem Land Ba­den-Würt­tem­berg aus­ge­spro­che­ne Un­ter­sa­gung der Nut­zung der ehe­ma­li­gen ja­pa­ni­schen Schu­le als Flücht­lings­un­ter­kunft im We­ge sei­nes Selbst­ein­tritts­rechts auf­ge­ho­ben. Doch die bau­li­chen Maß­nah­men für die Flücht­lings­un­ter­kunft ruh­ten über das ver­gan­ge­ne Wo­che­n­en­de. Mit der An­kunft der Flücht­lin­ge ist aber in den nächs­ten Ta­gen zu rech­nen.

Das RP sah sich zu die­sem un­ge­wöhn­li­chen Schritt ge­zwun­gen, nach­dem die Stadt Bad Saul­gau am Don­ners­tag mit­ge­teilt hat­te, dass sie der Wei­sung des RP, die von ihr ge-

AN­ZEI­GEN gen­über dem Land aus­ge­spro­che­ne Nut­zungs­un­ter­sa­gung auf­zu­he­ben, nicht Fol­ge leis­ten wer­de. „Wir ha­ben die­ses recht­li­che Mit­tel ge­nutzt“, sag­te Daniela Hüt­tig, Pres­se­spre­che­rin des RP. Re­gie­rungs­prä­si­di­um kann Grün­de der Stadt nach­voll­zie­hen Die ers­ten Me­ter Bau­zaun um die seit 2012 leer­ste­hen­de ja­pa­ni­sche Schu­le ste­hen be­reits, ein Con­tai­ner – ver­mut­lich als Bü­ro­raum für den Si­cher­heits­dienst – wur­de auf­ge­stellt. Wei­te­re Vor­be­rei­tun­gen wur­den über das Wo­che­n­en­de nicht mehr ge­trof­fen. „Wir ma­chen erst ein­mal nicht wei­ter“, sag­te Hüt­tig. Das RP wol­le der Ver­wal­tung die Mög­lich­keit ge­ben, auf das Selbst- ein­tritts­recht zu re­agie­ren. „Wir wol­len jetzt nicht mit al­ler Ge­walt han­deln“, sag­te Hüt­tig.

Doch genau in die­sem Punkt hat­te Bad Saul­gaus Bür­ger­meis­te­rin Do­ris Schrö­ter in der Ge­mein­de­rats­sit­zung am ver­gan­ge­nen Don­ners­tag den Vor­wurf ge­macht. „Wir ha­ben kei­ne Ant­wor­ten, wir be­kom­men kei­ne In­fos“, sag­te Schrö­ter, die die In­for­ma­ti­ons­po­li­tik scharf kri­ti­sier­te. Das RP kön­ne sehr wohl die Ein­wän­de der Stadt nach­voll­zie­hen, wird in den kom­men­den Ta­ge kei­ne wei­te­ren Vor­be­rei­tun­gen für die Be­darfs­ori­en­tier­te Erst­auf­nah­me­ein­rich­tungs­stel­le (BEA) mehr tref­fen. Das Land ist Ei­gen­tü­mer des Are­als. Das RP hat in sei­ner Ent­schei­dung zu­gleich an­ge­ord­net, dass die Un­ter- brin­gung von Flücht­lin­gen in der ja­pa­ni­schen Schu­le zeit­lich be­fris­tet bis zum 29. Fe­bru­ar 2016 zu dul­den ist. „Bis da­hin soll­te die Rechts­la­ge end­gül­tig ge­klärt sein“, er­gänz­te Hüt­tig.

Die Dul­dung wur­de da­her mit Blick auf den Grund­satz der Ver­hält­nis­mä­ßig­keit auf die­sen Zei­t­raum be­fris­tet. Soll­te wi­der Er­war­ten bis zum ge­nann­ten Zeit­punkt die Fra­ge der Ge­neh­mi­gungs­fä­hig­keit nicht ge­klärt oder aber ab­schlä­gig be­schie­den wor­den sein, so ist ge­ge­be­nen­falls zu die­sem Zeit­punkt ei­ne Neu­be­wer­tung der Sach- und Rechts­la­ge vor­zu­neh­men.

Gut mög­lich ist es aber, dass ab heu­te die Auf­nah­me­vor­be­rei­tun­gen der Flücht­lin­ge fort­ge­setzt wer­den.

FO­TO: RU­DI MUL­TER

Zaun und Con­tai­ner ste­hen schon vor der ehe­ma­li­gen ja­pa­ni­schen Schu­le. Mit der An­kunft der Flücht­lin­ge ist je­den Tag zu rech­nen.

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