Ham­bü­chen warnt vor zu viel Ri­si­ko

Der deut­sche Vor­tur­ner ist in Stutt­gart der Bes­te ei­ner „In­va­li­den­trup­pe“

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - SPORT -

STUTT­GART (dpa/SID/sz) - Drei Ta­ge nach sei­ner har­schen Ver­bal­at­ta­cke an „ver­krus­te­ten Struk­tu­ren und Denk­mus­tern“im deut­schen Sport hat Fa­bi­an Ham­bü­chen sei­ne Po­si­ti­on als An­füh­rer der Turn-Rie­ge un­ter­mau­ert. Mit 88,050 Punk­ten brach­te der Mehr­kampf­meis­ter fast drei Punk­te zwi­schen sich und den Rest des Fel­des und ließ trotz ei­ni­ger Bles­su­ren kei­ne Zwei­fel an sei­nen WM-Am­bi­tio­nen. Zwei Cuts an der In­nen­sei­te des Bi­zeps zwan­gen den 27 Jah­re al­ten Hes­sen, sei­ne Bar­ren­übung um­zu­stel­len. „Wir sind mo­men­tan – ich mag es gar nicht aus­spre­chen – ei­ne ech­te In­va­li­den­trup­pe. Wir müs­sen schau­en, dass je­der heil bleibt. Lie­ber ein­mal mehr auf Si­cher­heit ge­hen, als ein­mal zu we­nig“, sag­te er. Andre­as Bret­schnei­der ver­letz­te sich in Stutt­gart ein hal­bes Jahr nach Achil­les­seh­nen­riss am Fin­ger der lin­ken Hand und muss­te in ein Kran­ken­haus.

Hin­ge­gen un­ter­strich Mar­cel Nguy­en sei­ne Ge­ne­sungs-Fort­schrit­te nach Kreuz­band­riss an fünf Ge­rä­ten. Beim Län­der­kampf in ei­ner Wo­che in Des­sau will er erst­mals auch wie­der am Bo­den star­ten. Lo­kal­ma­ta­dor Se­bas­ti­an Krim­mer un­ter­mau­er­te sei­ne WM-Am­bi­tio­nen mit ei­ner Top­übung am Pau­schen­pferd. Ham­bü­chen da­ge­gen hat an die­sem Ge­rät wei­ter sei­ne Schwach­stel­le, doch auch hier hat­te er ei­ne „Lö­sung“pa­rat: „Ab­schaf­fen. Statt­des­sen Mo­der­ner Fünf­kampf“, sag­te er im Spaß. An sei­nem Lieb­lings­ge­rät Reck da­ge­gen glänz­te der Olym­pia-Zwei­te mit der Ta­ges­höchst­no­te von 15,800 Punk­ten.

In Sa­chen Ver­bands­kri­tik blieb der Hes­se auch in Stutt­gart hart. Er­neut sei für die Sport­ler nicht al­les op­ti­mal ver­lau­fen. „Ge­trän­ke und Obst wa­ren da, das war su­per. Sitz­mög­lich­kei­ten wa­ren aber nicht ge­ge­ben“, be­män­gel­te er wie nach den Meis­ter­schaf­ten in Gie­ßen. „War­um schafft man es, bei kleins­ten, po­pe­li­gen Li­ga­wett­kämp­fen zwei Bän­ke hin­zu­stel­len, wo sich bei­de Mann­schaf­ten hin­set­zen kön- nen? Wir wa­ren 13 Leu­te, das ist doch über­schau­bar“, üb­te er er­neu­te Kri­tik.

Die bei­den Ge­rä­te­spe­zia­lis­ten, die das WM-Team um Ham­bü­chen und die drei wei­te­ren Mehr­kämp­fer für Glas­gow En­de Ok­to­ber un­ter­stüt­zen sol­len, woll­te Trai­ner Andre­as Hirsch nicht so­fort be­nen­nen. „Es ist genau ab­zu­wä­gen, wer am meis­ten mit­hel­fen kann, die Pro­ble­me zu be­sei­ti­gen. Ich muss ver­su­chen, die Schwach­punk­te und die Mög­lich­kei­ten sinn­voll mit­ein­an­der zu ver­rech­nen.“

Un­kom­pli­ziert wird die WM-No­mi­nie­rung der Frau­en. Wie in Gie­ßen war Meis­te­rin Eli­sa­beth Seitz mit 56,450 Punk­ten die Bes­te. Die NeuS­tutt­gar­te­rin hat­te Chef­trai­ne­rin Ul­la Koch wie die in Chem­nitz trai­nie­ren­den So­phie Sche­der (55,450) und Pau­li­ne Schä­fer (55,200) be­reits no­mi­niert. Zu­dem wer­den Li­sa-Katharina Hill (Stutt­gart), Leah Grie­ßer und Pau­li­ne Tratz da­bei sein. Bei­de Karls­ru­he­rin­nen er­le­ben in Glas­gow ihr WM-De­büt.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.