Deutsch­land und In­di­en schlie­ßen 18 neue Ver­trä­ge ab

Pre­mier Mo­di wür­digt die Rol­le der Kanz­le­rin in Eu­ro­pa – Fir­men­ver­tre­ter kla­gen über feh­len­de Rechts­si­cher­heit

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - NACHRICHTEN & HINTERGRUND -

NEU-DE­LHI (dpa) - Die schlep­pen­den Wirt­schafts­be­zie­hun­gen zwi­schen In­di­en und Deutsch­land sol­len durch ein Schnell­ver­fah­ren für deut­sche Un­ter­neh­men neu­en An­trieb be­kom­men. Bun­des­kanz­le­rin An­ge­la Mer­kel (CDU) ver­ein­bar­te mit Pre­mier­mi­nis­ter Na­ren­dra Mo­di am Mon­tag in Neu-De­lhi die Ein­rich­tung ei­ner neu­en Be­hör­de. Am Ran­de der deutsch-in­di­schen Re­gie­rungs­kon­sul­ta­tio­nen un­ter­zeich­ne­te die hoch­ran­gi­ge Wirt­schafts­de­le­ga­ti­on kei­ne Mil­li­ar­den­ab­kom­men – die Fir­men­chefs klag­ten viel­mehr über Will­kür und feh­len­de Rechts­si­cher­heit für In­ves­to­ren.

Mer­kel be­zeich­ne­te In­di­en mit sei­nen 1,3 Mil­li­ar­den Men­schen als wich­ti­gen Part­ner, un­ter an­de­rem im Be­mü­hen, die Er­der­wär­mung dau­er­haft un­ter zwei Grad Cel­si­us zu hal­ten. In­di­en hat­te erst am Frei­tag als letz­ter der gro­ßen Kli­ma­sün­der sei­ne Zie­le be­kannt ge­ge­ben.

Die Bun­des­re­gie­rung will In­di­en in den kom­men­den Jah­ren mit 1,5 Mil­li­ar­den Eu­ro Ent­wick­lungs­hil­fe in Form von Kre­di­ten un­ter­stüt­zen, da­von sind 950 Mil­lio­nen für die Ein­däm­mung der Er­der­wär­mung vor­ge­se­hen.

Mo­di be­schrieb Mer­kel als po­li­ti­schen Sta­bi­li­täts­fak­tor in Eu­ro­pa. Oh­ne die Flücht­lings­kri­se zu nen­nen, sag­te er, Mer­kels Füh­rungs­rol­le stel­le ei­nen „zu­ver­läs­si­gen An­ker in schwie­ri­gen Zei­ten in Eu­ro­pa und der Welt“dar. Sie sei nach In­di­en ge­kom­men, ob­wohl sie in ih­rer Re­gi­on ei­ge­ne Sor­gen ha­be. Mer­kel sag­te: „Die Welt ist vol­ler Kon­flik­te.“In­di­en und Deutsch­land en­ga­gier­ten sich für die Be­frie­dung an­de­rer Län­der – et­wa in Af­gha­nis­tan.

Für deut­sche Un­ter­neh­men wird ein „Fast-Track“-Ver­fah­ren ein­ge­führt; statt viel Bü­ro­kra­tie soll es ei­nen ein­zi­gen An­sprech­part­ner ge­ben. Dies sei gera­de für mit­tel­stän­di­sche Fir­men sehr wich­tig, sag­te Mer­kel. Air­bus-Chef Tho­mas En­ders be­klag­te am Ran­de der Kon­sul­ta­tio­nen, im­mer wie­der sei­en öf­fent­li­che Aus­schrei­bun­gen aus „du­bio­sen Grün­den“wi­der­ru­fen wor­den.

Die Re­gie­run­gen ver­ein­bar­ten, bei der Ter­ror­be­kämp­fung und der be­ruf­li­chen Aus­bil­dung eng zu­sam­men­zu­ar­bei­ten. Mer­kel gab ei­ne 1300 Jah­re al­te Sta­tue der Göt­tin Dur­ga zu­rück, die das Stutt­gar­ter Lin­den-Mu­se­um vor 15 Jah­ren in New York für 225 000 Eu­ro er­stei­gert hat­te.

FO­TO: DPA

„ Zu­ver­läs­si­ger An­ker in schwie­ri­gen Zei­ten“: Kanz­le­rin An­ge­la Mer­kel (CDU) und In­di­ens Pre­mier­mi­nis­ter Na­ren­dra Mo­di in Neu De­lhi.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.