Flug­ha­fen Frankfurt wächst um Ab­flug­hal­le

Ab 2022 sol­len im drit­ten Ter­mi­nal 14 Mil­lio­nen zu­sätz­li­che Pas­sa­gie­re ab­ge­fer­tigt wer­den

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - WIRTSCHAFT - Von Bri­git­te Schol­tes

FRANKFURT – Trotz jah­re­lan­ger Pro­tes­te der An­woh­ner be­ginnt der Frank­fur­ter Flug­ha­fen mit den Bau­ar­bei­ten für ein drit­tes Ter­mi­nal. Am Mon­tag­mor­gen ha­ben Hes­sens Mi­nis­ter­prä­si­dent Vol­ker Bouf­fier und Ste­fan Schul­te, Chef der Flug­ha­fen­Be­trei­ber­ge­sell­schaft Fra­port, die Bau­ar­bei­ten mit dem sym­bo­li­schen Spa­ten­stich of­fi­zi­ell er­öff­net.

2022 soll das neue Ab­flug­ge­bäu­de fer­tig sein, an dem dann pro Jahr et­wa 14 Mil­lio­nen Pas­sa­gie­re ab­ge­fer­tigt wer­den kön­nen. „Un­ser An­zug wird zu klein“, be­grün­de­te Schul­te den wei­te­ren Aus­bau.

Die bei­den al­ten Ter­mi­nals stie­ßen in den kom­men­den Jah­ren bei 60 Mil­lio­nen Flug­gäs­ten an ih­re Ka­pa­zi­täts­gren­zen. Die Rea­li­sie­rung des Pro­jekts, in die Fra­port 2,5 bis drei Mil­li­ar­den Eu­ro in­ves­tie­ren will, daue­re vor­aus­sicht­lich sie­ben Jah­re, des­halb sei der Bau­be­ginn nun not­wen­dig ge­wor­den. Schul­te ver­sprach beim Spa­ten­stich: „Wir wer­den da­für sor­gen, dass das Ter­mi­nal zeit­ge­recht und in­ner­halb der Kos­ten­pla­nung fer­tig­ge­stellt wird.“Das Are­al, auf dem es ge­baut wird, liegt im Sü­den des Flug­ha­fens und ist et­wa 19 Fuß­ball­fel­der groß. Bis vor zehn Jah­ren war es noch von der ame­ri­ka­ni­schen Luft­waf­fe ge­nutzt wor­den.

Der Bau ist in der Re­gi­on je­doch um­strit­ten: Seit 2011, als die vier­te Lan­de­bahn er­öff­net wur­de, pro­tes­tie­ren An­woh­ner da­ge­gen, sie fürch­ten ei­ne hö­he­re Lärm­be­läs­ti­gung. Mit 150 000 Flug­be­we­gun­gen mehr rech­net die An­ti-Lärm-Bür­ger­initia­ti­ve BBI al­lein schon durch die ers­te Bau­stu­fe – das ent­spre­che der Ge­samt­ka­pa­zi­tät des Flug­ha­fens in Ham­burg. Die Grü­nen, die zu­sam­men mit der CDU in Hes­sen die Lan­des­re­gie­rung bil­den, hat­ten noch im Land­tags­wahl­kampf vor gut zwei Jah­ren ge­gen den Bau des Ter­mi­nals 3 ge­kämpft. Doch Fra­port, die schon seit Jah­ren die Bau­ge­neh­mi­gung be­saß, den Bau­be­ginn je­doch im­mer wie­der ver­scho­ben hat­te, ließ sich nun nicht mehr von sei­nem Vor­ha­ben ab­brin­gen.

Zum Spa­ten­stich war des­halb, ne­ben 400 Fra­port-Mit­ar­bei­tern, nur Mi­nis­ter­prä­si­dent Vol­ker Bouf­fier er­schie­nen, der auf die Be­deu­tung des Flug­ha­fens für die Wirt­schaft ver­wies: „Oh­ne ein internationales Dreh­kreuz kann die­se Re­gi­on ih­ren Wohl­stand nicht hal­ten.“Tarek AlWa­zir, Bouf­fiers Stell­ver­tre­ter und hes­si­scher Ver­kehrs­mi­nis­ter, ließ sich ent­schul­di­gen.

Das neue Ter­mi­nal soll vor al­lem den Ka­pa­zi­täts­ge­winn durch die vier­te Lan­de­bahn voll aus­schöp­fen. Der lang­fris­ti­ge Trend zeigt bei der Ent­wick­lung des Pas­sa­gier­auf­kom­mens nach oben, auch in die­sem Jahr dürf­te die Zahl der Pas­sa­gie­re um drei Pro­zent wach­sen. Bis zu 64 Mil­lio­nen Pas­sa­gie­re, so rech­net Fra­port vor, kön­ne man ei­ni­ger­ma­ßen rei­bungs­los ab­fer­ti­gen.

Doch nicht nur die Flug­gast­zah­len ma­chen aus Sicht von Fra­port das Ter­mi­nal nö­tig. Flug­ge­sell­schaf­ten nut­zen auf lu­kra­ti­ven Stre­cken im­mer stär­ker grö­ße­re Flug­zeu­ge wie den Air­bus A380. Die könn­ten am neu­en Ter­mi­nal bes­ser ab­ge­fer­tigt wer­den. Im Wett­be­werb mit den an­de­ren gro­ßen Flug­hä­fen wie Lon­don oder Pa­ris hat Frankfurt hier Nach­hol­be­darf.

Vor al­lem die Flug­ge­sell­schaf­ten, die nicht wie Luft­han­sa zum in­ter­na­tio­na­len Ver­bund der Star Al­li­an­ce ge­hö­ren, sol­len dort Platz fin­den, al­so et­wa die Golf-Air­lines wie Emi­ra­tes oder Eti­had als auch die des Ver­bunds „One World“um Bri­tish Air­ways.

FO­TO: DPA

In den nächs­ten sechs Jah­ren soll hier für drei Mil­li­ar­den Eu­ro das drit­te Ter­mi­nal im Sü­den des Frank­fur­ter Flug­ha­fens ent­ste­hen.

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