Zi­tro­nen­bäum­chen sucht war­mes Win­ter­quar­tier

Vie­le Gärt­ne­rei­en neh­men emp­find­li­che Ge­wäch­se in Pfle­ge – Recht­zei­ti­ge An­mel­dung wird emp­foh­len

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - GARTEN -

BERLIN (dpa) - Zi­tro­nen- und Oli­ven­baum, Ge­würz­lor­beer und En­gel­strom­pe­te mö­gen den Win­ter nicht. Ste­hen sie im Topf, dro­hen sie im Frei­en zu er­frie­ren. Aber was tun, wenn man für die frost­emp­find­li­chen Ge­wäch­se im Haus kei­nen Platz hat oder es auch in der Ga­ra­ge zu kalt wird? Man­che Gärt­ne­rei­en bie­ten ein Plätz­chen und Win­ter­diens­te an. Wie funk­tio­niert das?

Die Pflan­zen kom­men in Ge­wächs­häu­sern un­ter, die op­ti­ma­le Be­din­gun­gen für die Über­win­te­rung bie­ten. Die Stau­den und Bäum­chen wer­den hier mit Was­ser und Nähr­stof­fen ver­sorgt so­wie je nach Art der ge­buch­ten Di­enst­leis­tung auch re­gel­mä­ßig auf Schäd­lin­ge oder Krank­hei­ten kon­trol­liert. Manch­mal ist so­gar der Trans­port zur Gärt­ne­rei in­klu­si­ve. Wie be­rech­net man die Kos­ten?

„Ei­ni­ge Un­ter­neh­men be­rech­nen ei­ne be­stimm­te Grund­sum­me“, er­klärt Eri­ka Mohr­mann, Ex­per­tin des Bunds deut­scher Baum­schu­len in Berlin. In­klu­si­ve sind et­wa Luft, Licht und Was­ser – al­so die Ver­sor­gung mit dem Not­wen­di­gen, aber auch die Hei­zungs­kos­ten für das Ge­wächs­haus. „Al­les was zu­sätz­lich vom Pflan­zen­be­sit­zer ge­wünscht wird, zum Bei­spiel Pflan­zen­schutz, Rück­schnitt, Dün­gung und Trans­port, wird ex­tra be­rech­net.“Man­che Un­ter­neh­men set­zen al­ter­na­tiv ei­ne Pau­scha­le fest. „Die­se be­inhal­tet dann die Hal­tungs­kos­ten so­wie Pflan­zen­schutz und Pflan­zen­pfle­ge, wie zum Bei­spiel Rück­schnitt und Dün­gung.“ Wann muss ich mich mel­den?

Die Plät­ze sind auch im größ­ten Ge­wächs­haus be­grenzt. Spä­tes­tens wenn die Wit­te­rung um­schlägt, soll­te man sich dar­um ge­küm­mert ha­ben – al­so vor den ers­ten wirk­lich kal­ten Tem­pe­ra­tu­ren, rät Mohr­mann. „Je nach Pflan­zen­art va­ri­iert die Käl­te­emp­find­lich­keit er­heb­lich. So kön­nen auch nied­ri­ge Tem­pe­ra­tu­ren über null Grad sehr emp­find­li­chen Ge­wäch­sen schon ir­re­pa­ra­ble Schä­den zu­fü­gen.“

Wer sich zei­tig ei­nen Platz re­ser­viert, dem ruft man­che Gärt­ne­rei die Ein­la­ge­rung auch in Er­in­ne­rung, wenn Frost droht. Muss man Pflan­zen vor­be­rei­ten?

Das ist in der Re­gel nicht nö­tig. Wird die Pflan­ze von der Gärt­ne­rei oder Baum­schu­le zu Hau­se ab­ge­holt, ver­pa­cken die Fah­rer die­se auch si­cher für den Trans­port. „Nach An­kunft im Win­ter­quar­tier be­ginnt die Pflan­zen­auf­nah­me“, er­klärt Mohr­mann. „Die Pflan­zen wer­den in der Re­gel ver­mes­sen, fo­to­gra­fiert und be­gut­ach­tet.“So­gar De­fi­zi­te der Ge­fä­ße wer­den auf­ge­nom­men und Emp­feh­lun­gen für die Pflan­zen­pfle­ge no­tiert.

Ist die Pflan­ze zu die­sem Zeit­punkt sicht­bar krank oder von Schäd­lin­gen be­fal­len, wird sie be­han­delt. „Be­vor die Pflan­zen an ei­nen Stand­ort im Win­ter­quar­tier kom­men, müs­sen al­le wel­ken, fau­len oder kränk­lich aus­se­hen­den Pflan­zen­tei­le ent­fernt wer­den“, er­läu­tert Mohr­mann. „Die Un­ter­su­chung auf Schäd­lin­ge oder an­ste­cken­de Krank­hei­ten ist zwin­gend not­wen­dig, um ei­ne Ge­sund­er­hal­tung der Pflan­zen zu un­ter­stüt­zen.“Sie be­tont: „Ser­vice der Über­win­te­rung soll­te es sein, dass die Pflan­zen nach den Win­ter­mo­na­ten frei von Schäd­lin­gen zu­rück zum Be­sit­zer ge­lan­gen und nicht im Win­ter­quar­tier ein neu­er Be­fall auf­tritt.“

FO­TO: COLOURBOX

Ei­ge­ne Zi­tro­nen zu ern­ten, ist et­was Be­son­de­res. Aber im Win­ter brau­chen die Pflan­zen ei­ne war­me Un­ter­kunft.

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