Zir­kus „Na­za­rel­li“zeigt ei­ne gran­dio­se Ga­la

Got­tes­dienst im Zelt beim Haus Na­za­reth be­schließt Kul­tur­wo­che und Zir­kus­pro­jekt

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - SIGMARINGEN/ KRAUCHENWIES - Von Susanne Grimm

SIG­MA­RIN­GEN - Mit ei­nem Got­tes­dienst im Zir­kus­zelt „Na­za­rel­li“sind am Sonn­tag die 1. Zir­kus- und Kul­tur­ta­ge des Hau­ses Na­za­reth zu En­de ge­gan­gen. Am Vor­abend hat­ten fast 600 Gäs­te die Zir­kus­ga­la im prall­vol­len Zir­kus­zelt ne­ben dem Haus Na­za­reth ge­nos­sen. Die Ju­gend­hil­feein­rich­tung hat­te in Zu­sam­men­ar­beit mit der Zir­kusa­ka­de­mie Fried­richs­ha­fen ei­ne Trai­nings­wo­che für ih­re Kin­der und Ju­gend­li­chen or­ga­ni­siert (die SZ be­rich­te­te).

Am Sams­tag­abend zeig­ten die jun­gen „Na­za­rel­li“-Ak­teu­re zu­sam­men mit ih­ren Trai­nern vor den Au­gen des neu­gie­ri­gen Pu­bli­kums, dar­un­ter auch Fürst Karl Fried­rich mit Frau, Land­tags­ab­ge­od­ne­ter Klaus Bur­ger, Bür­ger­meis­ter Tho­mas Schä­rer, Hu­bert Schatz vom Fach­be­reich Ju­gend und So­zia­les des Land­rats­am­tes, Eber­hard Wi­get (So­zi­al- de­zer­nent des Zol­ler­nalb­krei­ses), so­wie Bür­ger­meis­ter und Schul­lei­ter aus Nach­bar­ge­mein­den, was sie in die­sen Ta­gen al­les ge­lernt hat­ten.

„Ich bin sehr be­wegt und dank­bar an­ge­tan von Ih­rem Zu­spruch für un­ser Fes­ti­val, aber auch von der Leis­tung un­se­rer Mit­ar­bei­ter­schaft“be­grüß­te Di­rek­tor Pe­ter Bau­meis­ter die fast 600 Gäs­te.

Da gab es ne­ben vie­lem an­de­ren Seil­tän­zer, Clowns, Jon­gleu­re, Domp­teu­re und Ar­tis­ten am Schlau­fen­band. Ei­ne gro­ße Lö­wen­grup­pe der Kin­der­ta­ges­stät­te ließ sich in ei­ner hu­mor­vol­len Dar­bie­tung von ih­ren zwei Domp­teu­ren nur schwer bän­di­gen. Ei­ne Fa­kir­show in Glas­scher­ben und auf dem Na­gel­brett so­wie die im Fi­na­le um­ju­bel­ten Licht­künst­ler mit ih­ren leuch­ten­den Pois und Stä­ben ge­hör­ten eben­falls zum Pro­gramm.

Be­vor die Zir­kus­schu­le noch selbst in zwei fa­bel­haf­ten Jon­gla­ge- und Tra­pez­num­mern ih­re Pro­fes­sio­na­li­tät un­ter Be­weis stell­te, hol­te man al­le klei­nen und gro­ßen Ar­tis­ten und die pro­mi­nen­ten Gäs­te zum fi­na­len „Red-No­se-Fo­to“in die Ma­ne­ge – ein Men­schen­meer aus ro­ten Na­sen und ro­ten T-Shirts strahl­te um die Wet­te.

Wäh­rend der Zir­kus­wo­che – „Wenn das Zelt schon mal da ist“– gab es je­den Abend ein an­spruchs­vol­les Pro­gramm im Zir­kus­zelt zu se­hen. So trat die a ca­pel­la-Kult­band der Re­gi­on, „Jo­sefslust“, auf. Auch das Im­pro­vi­sa­ti­ons­thea­ter „Spiel­trieb“de­mons­trier­te an ei­nem Abend spon­ta­nes Thea­ter in Per­fek­ti­on. Eben­so nutz­te „Dr. Mar­rax“an ei­nem Abend das Zir­kus­zelt und fas­zi­nier­te als „Zau­ber­hand- und Mund­werk­künst­ler“das ver­blüff­te Pu­bli­kum.

„Kön­nen wir das nächs­tes Jahr wie­der ma­chen“, frag­te ein Ju­gend­li­cher des Hau­ses Na­za­reth ei­nen Zir- kusaka­de­mie-Pro­fi. Der ver­nein­te eben­so wie Stif­tungs­di­rek­tor Pe­ter Bau­meis­ter, da der Auf­wand enorm und die Be­las­tung für das Kin­der­heim­per­so­nal zu hoch sei. Gleich­wohl hät­te es al­len Be­tei­lig­ten, ins­be­son­de­re aber den Kin­dern und Ju­gend­li­chen ei­nen Rie­sen­spaß ge­macht. Pfar­rer mit Clowns­na­se Pfar­rer Ek­ke­hard Baum­gart­ner ge­stal­te­te den Got­tes­dienst am Sonn­tag spie­le­risch und fei­er­lich zu­gleich. Da­bei scheu­te er sich nicht, im vol­len Pries­ter­or­nat ei­ne ro­te Clowns­na­se auf­zu­set­zen und sich als Jon­gleur zu ver­su­chen. Zu­sam­men mit ei­ner Band des Hau­ses Na­za­reth und „Na­za­rel­li“-Zir­kus­kin­dern so­wie jun­gen Trai­nern der Zir­kusa­ka­de­mie Fried­richs­ha­fen ge­stal­te­te der Pfar­rer ei­nen in­ter­es­san­ten und kurz­wei­li­gen Sonn­tag­mor­gen-Got­tes­dienst.

Ver­trau­en stand im Mit­tel­punkt der Ze­re­mo­nie, Ver­trau­en in das Le­ben und in die ei­ge­nen Fä­hig­kei­ten. „Das Le­ben ist wie ein Zir­kus“, ver­glich Pfar­rer Baum­gart­ner die Hochs und Tiefs des Le­bens mit den manch­mal spek­ta­ku­lä­ren Ak­tio­nen in der Ma­ne­ge. Jon­glie­ren und Ba­lan­cie­ren sei­en aber auch Fä­hig­kei­ten, die im all­täg­li­chen Le­ben da­zu­ge­hör­ten. „Al­ler­dings muss man das eben­falls trai­nie­ren“, sag­te der Pfar­rer. Sein Ver­such, die Bäl­le in der Luft zu hal­ten, klapp­te nicht wirk­lich. Aber dran­blei­ben, war sei­ne Bot­schaft, nicht auf­ge­ben.

„Dass die­se Er­fah­run­gen des Übens, Ler­nens, sich Dis­zi­pli­nie­rens und dann der un­mit­tel­ba­re Er­folg in der Ma­ne­ge sich po­si­tiv und nach­hal­tig für die Ent­wick­lung un­se­rer Kin­der aus­wirkt, ist si­cher“re­sü­miert Da­ni­el Hahn, Er­leb­nis­päd­ago­ge und Haupt­or­ga­ni­sa­tor des Fes­ti­vals zu­frie­den.

FO­TO: PRI­VAT/ SUSANNE GRIMM

Spek­ta­ku­lär ist die Num­mer am Tra­pez, die die Ju­gend­li­chen mit Ge­schick zei­gen. Pfar­rer Baum­gart­ner ver­sucht sich in der Zir­kus­mes­se als jon­glie­ren­der Clown.

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