Stadt ver­wirft zwei künst­le­ri­sche Ent­wür­fe

Schloss­platz­ge­stal­tung in Gam­mer­tin­gen be­ginnt – Über Kunst soll spä­ter ent­schie­den wer­den

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - ALB/ LAUCHERT - Von Sa­bi­ne Rösch

GAM­MER­TIN­GEN - Die Gam­mer­tin­ger Stadt­vä­ter kön­nen sich nicht dar­über ei­ni­gen, wel­ches künst­le­ri­sche Werk die re­la­tiv gro­ßen Wand­flä­chen des künf­ti­gen Tech­nik­ge­bäu­des auf dem gro­ßen Schloss­platz zie­ren sol­len. Zwei Vor­schlä­ge wur­den ver­wor­fen. Un­ei­nig­keit herrscht auch über die tech­ni­sche Um­set­zung der Kunst­wer­ke. Nun wird das Tech­nik­ge­bäu­de oh­ne die ur­sprüng­lich ge­plan­ten Wand­ni­schen ge­baut. Wie die Kunst­wer­ke aus­se­hen sol­len, ist eben­falls wie­der of­fen.

Zu­nächst miss­fiel den Rä­ten ein Ent­wurf mit dem his­to­ri­schen Gam- mer­tin­ger Ket­ten­hemd, den der Rott­wei­ler Künst­ler Jür­gen Knub­ben an­ge­fer­tigt hat­te. „Zu düs­ter die Bild­ta­fel, zu we­nig be­kannt das Mo­tiv“, hieß das Ur­teil. Wäh­rend der Som­mer­pau­se hat der Künst­ler dann ei­ne neue Vo­tiv­ta­fel-Se­rie ent­wor­fen, die den Gam­mer­tin­ger gol­de­nen Helm zeigt. Doch auch da­mit konn­te sich der Ver­wal­tungs­aus­schuss in sei­ner jüngs­ten Sit­zung nicht an­freun­den. So wur­de das The­ma erst gar nicht im Ge­mein­de­rat be­ra­ten.

Die Kunst wird zwar zu­rück­ge­stellt, doch mit der Gestal­tung des Schloss­plat­zes und des Ro­ten Dills will die Stadt nicht län­ger war­ten. Die Sa­nie­rung der his­to­ri­schen Stadt­mau­er wur­de ein­stim­mig an St­ein­metz­meis­ter und Re­stau­ra­tor Chris­toph Stauß aus Rul­fin­gen zum Preis von 105 000 Eu­ro ver­ge­ben. Tech­nik ver­schwin­det Auch der Bau des neu­en Tech­nikund WC-Ge­bäu­des wird in An­griff ge­nom­men. Es soll die Lüf­tungs­ka­nä­le und die gan­ze tech­ni­sche In­fra­struk­tur, die für Ver­an­stal­tun­gen be­nö­tigt wird, an ei­nem Ort bün­deln. So stö­ren sie nicht das Er­schei­nungs­bild des Schloss­plat­zes. Die Mau­ern wer­den gera­de hoch­ge­zo­gen, so­dass es kei­ne Ni­schen für Bild­ta­feln mit Hin­ter­grund­be­leuch­tung ge­ben wird.

Zur Sa­nie­rung der Stadt­mau­er er­klär­te Käm­me­rer Sieg­fried Hagg, dass die Ar­bei­ten im Rah­men der Stadt­sa­nie­rung nicht för­der­fä­hig sind. Das Lan­des­amt für Denk­mal­pfle­ge ha­be je­doch die För­der­fä­hig­keit grund­sätz­lich be­stä­tigt, ver­fü­ge aber erst im Jahr 2018 wie­der über Mit­tel, und das nur even­tu­ell. Die Lan­des­mit­tel sind be­reits deut­lich über­schrit­ten. „Au­ßer­dem scheint un­ser Pro­jekt un­ter­ge­ord­net zu sein in der Prio­ri­tä­ten­lis­te“, führ­te Hagg aus. Es geht et­wa um ei­nen För­der­be­trag von 10 000 Eu­ro. Jetzt steht man vor der Fra­ge, mit der Sa­nie­rung zu war­ten oder die Kos­ten selbst in vol­ler Hö­he zu über­neh­men.

Die Ge­mein­de­rä­te folg­ten dem Vor­schlag der Ver­wal­tung und spra­chen sich für die so­for­ti­ge Sa­nie­rung der Stadt­mau­er und für die Rück­nah­me des För­der­an­tra­ges aus. Dies ma­che auch des­halb Sinn, da die Gestal­tung der We­ge und der Grün­an­la­gen ent­lang der Stadt­mau­er nach de­ren Sa­nie­rung aus­ge­führt wer­den kön­nen. Das hat­te auch El­mar Hei­ne­mann vom pla­nen­den Bü­ro Sup­perHei­ne­mann emp­foh­len.

Die­se Grün­an­la­gen ent­lang der Stra­ße „Ro­ter Dill“sind mit ei­nem Be­trag von 150 Eu­ro pro Qua­drat­me­ter im Rah­men der Stadt­sa­nie­rung för­der­fä­hig, er­klär­te Käm­me­rer Sieg­fried Hagg.

FO­TO: SA­BI­NE RÖSCH

Das neue Tech­nik­ge­bäu­de soll da ent­ste­hen, wo der gro­ße Gam­mer­tin­ger Schloss­platz we­ni­ger at­trak­tiv ist: bei den Lüf­tungs­roh­ren in der Bild­mit­te.

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