Kir­be im Frei­licht­mu­se­um ist wie­der Be­su­cher­ma­gnet

10 000 Fans strö­men ins Mu­se­ums­dorf in Neu­hau­sen

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - MESSKIRCH -

NEU­HAU­SEN OB ECK (wr) - Die „Neu­hau­ser Kir­be“hat am ver­gan­ge­nen Wo­che­n­en­de knapp 10 000 Be­su­cher ins Frei­licht­mu­se­um ge­lockt. Be­reits am Fei­er­tag be­gann der An­sturm von 4500 Be­su­chern auf die Stän­de der An­ti­qui­tä­ten­händ­ler auf dem Dorf­platz. Metz­ger­meis­ter Ger­hard Bepp­ler aus Thal­heim und Kon­rad Bräun­lin­ger hat­ten al­le Hän­de voll zu tun, das 163 Ki­lo schwe­re Schwein vom Bau­er Gün­ter Seeh aus Neu­hau­sen zu zer­le­gen und vor den Au­gen der Be­su­cher zu ver­ar­bei­ten. An ei­ne Haus­schlach­tung, wie es frü­her üb­lich war, er­in­ner­ten sich nur noch die Groß­el­tern. Am Nach­mit­tag ver­los­ten Chris­tof Hep­peler und Glücks­fee An­ge­li­ka He­p­fer zwölf Schwä­bisch-Häl­li­sche Mu­se­ums­schwei­ne an In­ter­es­sier­te. Am En­de der Sai­son kön­nen die glück­li­chen In­ha­ber ei­nes Be­rech­ti­gungs­schei­nes ein Mu­se­ums­schwein er­wer­ben und ab­ho­len.

Die Kin­der be­such­ten das „Kas­per­le aus Dot­tern­hau­sen“im Far­ren­stall oder schau­ten bei der He­xe „Rai­ja“vor­bei, die auf zau­ber­haf­ter Wei­se Tink­tu­ren aus ih­rem Kes­sel zau­ber­te, wäh­rend die Er­wach­se­nen sich im Fest­zelt über ei­ne Schlacht­plat­te und Schäu­fe­le her­mach­ten. Am Markt­tag stand der gro­ße Bau­ern- und Hand­wer­ker­markt beim Dorf­brun­nen im Mit­tel­punkt des Ge­sche­hens. Zur „Neu­hau­ser Kir­be“, dem ur­sprüng­lich größ­ten länd­lich­bäu­er­li­chen Fest, der Kirch­weih, und ei­nem Hö­he­punkt der Sai­son wur­den Wa­ren feil­ge­bo­ten und Ern­te­ab­schluss ge­fei­ert.

„Ei­ne Ra­sur oder ei­nen Haar­schnitt ge­fäl­lig?“war vom Bar­bier Ru­dolf Ai­cher aus Neu­hau­sen zu hö­ren, wäh­rend ne­ben­an Sche­ren­schlei­fer Os­kar Jägg­le auf ei­nem Schleif­stein die Ta­schen­mes­ser schärf­te. Her­bert Fürderer mit sei­nen zwei Ge­sel­len dro­schen in der Scheu­ne im Drei­vier­tel-Takt das Ge- trei­de mit Dresch­fle­geln. Beim Dok­tor Mar­rax & Söh­ne lie­ßen sich die Be­su­cher zu­rück­fal­len in ei­ne längst ver­gan­ge­ne Zeit, als Schar­la­ta­ne und Qu­ack­sal­ber die Leu­te mit Ge­schich­ten sich in ih­ren Bann zo­gen. Das ma­gisch-me­di­zi­ni­sche Wun­der war ei­ne zau­ber­haf­te Un­ter­hal­tung für die gan­ze Fa­mi­lie. Die Gauk­ler und Mu­si­ker­grup­pe „G’hör­sturz“aus Tros­sin­gen zog bei ih­ren Auf­trit­ten ei­ne Be­su­cher­ko­lon­ne hin­ter sich her.

Ei­ne Ver­schnauf­pau­se nach den vie­len Lust­bar­kei­ten konn­ten die El­tern ein­le­gen, wäh­rend ih­re Klei­nen ein paar Run­den auf dem Kin­der­ka­rus­sell dreh­ten oder sich beim Schiff schau­keln ver­such­ten. Ein Bad im 42 Grad war­men Was­ser zu neh­men, nutz­ten zahl­rei­che wa­ge­mu­ti­ge Be­su­cher und sorg­te für Ent­span­nung und Wohl­ge­fühl. So en­de­te die Kir­be, wie es frü­her Brauch war: als gro­ßes „Sauf, Fress- und Buhl­fest“. Ei­ne Bil­der­ga­le­rie zur Kir­be gibt es im In­ter­net un­ter

schwa­ebi­sche. de/ tutt­lin­gen

FO­TO: RIM­ME­LE

Auf der Kir­be geht es zu wie an­no da­zu­mal.

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