Stadt will Fried­hofs­auf­fahrt nicht ver­brei­tern

Kre­ma­to­ri­ums­geg­ner äu­ßern die Be­fürch­tung, dass Kas­ta­ni­en doch ge­fällt wer­den – Ver­wal­tung gibt Ent­war­nung

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - MESSKIRCH - Von Co­rin­na Wol­ber

MESSKIRCH - Die Bür­ger­initia­ti­ve „Kein Kre­ma­to­ri­um am Meß­kir­cher Fried­hof“hat mit Skep­sis auf die An­kün­di­gung von Bür­ger­meis­ter Ar­ne Zwick re­agiert, dass die Kas­ta­ni­en an der Fried­hofs­auf­fahrt nicht ge­fällt wer­den sol­len. „Es ist na­tür­lich lo­bens­wert, wenn sich Bür­ger­meis­ter Zwick nun für den Er­halt der Kas­ta­ni­en aus­spricht“, heißt es in ei­ner Pres­se­mit­tei­lung. Be­vor die­se Bäu­me je­doch in den Be­bau­ungs­plan ein­ge­tra­gen sei­en, han­de­le es sich da­bei le­dig­lich „um ei­ne un­ver­bind­li­che Ab­sichts­er­klä­rung“.

Pro­ble­ma­tisch ist aus Sicht der Bür­ger­initia­ti­ve ins­be­son­de­re die Tat­sa­che, dass der Plan­ent­wurf ei­ne Ver­brei­te­rung der Auf­fahrt auf ih­rer ge­sam­ten Län­ge vor­se­he. „Aus Platz­grün­den ist dies aber nur mög­lich, wenn die Kas­ta­ni­en auf der Süd­sei­te der Al­lee ent­fernt wer­den.“Blie­ben die Kas­ta­ni­en er­hal­ten, kön­ne al­so im Um­kehr­schluss die Fahr­bahn nicht aus­ge­baut wer­den. Die Bür­ger­initia­ti­ve be­fürch­tet da­her, dass die Al­lee letzt­lich doch zer­stört wer­den könn­te. „Es gibt kei­nen An­griffs­punkt, der recht­lich wert­bar ist“Dem wi­der­spre­chen Stadt­bau­meis­ter Tho­mas Kölsch­bach und Bür­ger­meis­ter Ar­ne Zwick und ge­ben Ent­war­nung: „Die Fahr­bahn wird über­haupt nicht ver­brei­tert“, sagt Zwick. Die Mit­glie­der der Bür­ger­initia­ti­ve „ken­nen sich an­schei­nend nicht so gut mit Be­bau­ungs­plä­nen aus und fra­gen lei­der auch nicht nach“. Sie zö­gen aus ei­nem zeich­ne­ri­schen De­tail im Be­bau­ungs­plan die fal­schen Schluss­fol­ge­run­gen, sagt Zwick. Das heißt kon­kret: Der Pla­ner hat im Be­bau­ungs­plan das gan­ze be­tref­fen­de Flur­stück braun ein­ge­färbt, auf dem sich die Auf­fahrt zum Fried­hof be­fin­det. „Das hat er ge­macht, um den Weg in den Plan auf­zu­neh­men“, sagt Zwick. Die­ses Flur­stück ist zwar rund sechs Me­ter breit. „Aber das heißt nicht, dass auch der Weg sechs Me­ter breit wird.“Er sei ein­fach nicht ei­gens ein­ge­zeich­net wor­den. Zwick glaubt, dass die Mit­glie­der der Bür­ger­initia­ti­ve „nach Grün­den“ge­gen den Bau des Kre­ma­to­ri­ums su­chen, an Ar­gu­men­ten „aber nicht wirk­lich in­ter­es­siert sind“. Statt­des­sen ver­such­ten sie, Punk­te zu fin­den, „die ih­re Hal­tung un­ter­stüt­zen. Aber es gibt kei­nen An­griffs­punkt, der recht­lich wert­bar ist“. Zwick stört, dass zwar auf der ei­nen Sei­te de­mo- kra­ti­sche Pro­zes­se ge­for­dert wür­den. „Aber wenn die zu­stän­di­gen Gre­mi­en dann de­mo­kra­tisch ent­schei­den, ist es auch nicht rich­tig.“

In ih­rer Pres­se­mit­tei­lung bringt die Bür­ger­initia­ti­ve die Hoff­nung zum Aus­druck, dass der Bür­ger­meis­ter „zu sei­nem Wort steht und sei­tens der Stadt­ver­wal­tung hin­sicht­lich der Kas­ta­ni­en nicht voll­ende­te Tat­sa­chen ge­schaf­fen wer­den“, in- dem die Kas­ta­ni­en auf­grund ei­nes Miss­ver­ständ­nis­ses „kur­zer­hand ge­fällt wer­den“.

Die­se Hoff­nung wol­len Zwick und Kölsch­bach nach ei­ge­nen An­ga­ben er­fül­len: „Die Bäu­me blei­ben er­hal­ten“, sagt Kölsch­bach. Und Bür­ger­meis­ter Ar­ne Zwick fügt hin­zu: „Im Plan ist auch nicht je­der ein­zel­ne Baum ein­ge­zeich­net, der oben auf dem Fried­hof steht. Aber das heißt ja im Um­kehr­schluss auch nicht, dass die al­le ab­ge­sägt wer­den.“

Er geht da­von aus, dass das Ver­fah­ren noch in die­sem Jahr ab­ge­schlos­sen wer­den kann. „Wir müs­sen noch aus­wer­ten und ein­ar­bei­ten, was bei der zwei­ten öf­fent­li­chen Aus­le­gung ge­ge­be­nen­falls an Ein­wen­dun­gen rein­ge­kom­men ist“, sagt er. An­schlie­ßend geht das Gan­ze zur Ent­schei­dung in den Ge­mein­de­rat.

FO­TO: AR­CHIV

Die Mit­glie­der der Bür­ger­initia­ti­ve be­fürch­ten, dass die Auf­fahrt zum Fried­hof ver­brei­tert und die Kas­ta­ni­en dann doch noch ge­fällt wer­den. Die Ver­wal­tung wi­der­spricht.

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