Für Chung wird es jetzt eng

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - SPORT -

SEO­UL (SID/dpa) - Der frü­he­re Fi­faVi­ze­prä­si­dent Chung Mong-Joon ist of­fen­bar doch ins Vi­sier der Ethik­kom­mis­si­on des Fuß­ball-Welt­ver­bands ge­ra­ten. Nach ei­ge­ner Aus­sa­ge droht dem Süd­ko­rea­ner ei­ne 19-jäh­ri­ge Sper­re. Er könn­te da­mit aus dem Kreis der An­wär­ter auf die Nach­fol­ge von Fi­fa-Prä­si­dent Sepp Blat­ter aus­schei­den.

Ihm sei­en Ver­stö­ße ge­gen sechs Ar­ti­kel des Ethik­codes zur Last ge­legt wor­den, sag­te Chung am Di­ens­tag in Seo­ul: Es ge­he um die un­lau­te­re Un­ter­stüt­zung der süd­ko­rea­ni­schen Be­wer­bung um die WM 2022, die letzt­lich an Ka­tar ging. Kon­kret sol­le der 63-Jäh­ri­ge 2010 ver­sucht ha­ben, sei­ne da­ma­li­gen Kol­le­gen im Fi­fa-Exe­ku­tiv­ko­mi­tee bei der Wahl des WM-Gast­ge­bers mit un­lau­te­ren An­ge­bo­ten zur Stimm­ab­ga­be für Süd­ko­rea zu be­we­gen. An­geb­lich ver­sprach er die Fi­nan­zie­rung von Ent­wick­lungs­pro­jek­ten in Hö­he von 777 Mil­lio­nen Dol­lar. Chung wies die An­schul­di­gun­gen zu­rück und klag­te zu­gleich die Ethik­kom­mis­si­on an, ei­ne Kam­pa­gne ge­gen ihn zu füh­ren: „Sie sa­bo­tie­ren da­mit die Fi­fa-Prä­si­dent­schafts­wahl und die Fi­fa selbst.“

Ne­ben Chung gel­ten Ue­fa-Prä­si­dent Mi­chel Pla­ti­ni, der jor­da­ni­sche Prinz Ali bin al-Hus­sein, Li­be­ri­as Ver­bands­prä­si­dent Mu­sa Bi­li­ty so­wie das bra­si­lia­ni­sche Fuß­bal­lidol Zi­co als An­wär­ter auf die Blat­terNach­fol­ge. Für den frü­he­ren Frei­heits­kämp­fer To­kyo Sex­wa­le als Prä­si­dent­schafts­kan­di­da­ten hat sich jetzt – er­neut – Franz Be­cken­bau­er stark ge­macht: Der DFB wis­se „um die Qua­li­tät der Süd­afri­ka­ner und die Qua­li­tät von To­kyo Sex­wa­le“, sag­te Be­cken­bau­er. Der eins­ti­ge An­tiApart­heid-Ak­ti­vist selbst, 62 in­zwi­schen, äu­ßer­te sich (noch) zu­rück­hal­tend: „Ich über­le­ge und den­ke nach, lasst uns ab­war­ten!“

FO­TO: DPA

Chung Mon­gJoon

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