Ge­mein­de tauscht Glas­fas­sa­de aus

Bin­ger Sand­bühl­hal­le muss drin­gend sa­niert wer­den

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - ALB / LAUCHERT - Von Sa­bi­ne Rösch

BIN­GEN - Die Ge­mein­de Bin­gen tauscht die Glas­front an der Sand­bühl­hal­le aus. Au­ßer­dem sind auch noch wei­te­re Sa­nie­rungs­ar­bei­ten vor­ge­se­hen. Mehr­heit­lich ent­schied der Bin­ger Ge­mein­de­rat, das von Ar­chi­tekt Harald Hess aus­ge­ar­bei­te­te Ge­samt­sa­nie­rungs­pa­ket an­zu­ge­hen.

Bür­ger­meis­ter Jo­chen Fet­zer schick­te die gu­te Nach­richt vor­weg: Die Un­ter­su­chun­gen der Hal­le durch den Ar­chi­tek­ten und meh­re­re Hand­wer­ker ha­be er­ge­ben, dass die Trag­kon­struk­ti­on der Hal­le in Ord­nung sei. Die­se Un­ter­su­chung wur­de vom Gre­mi­um in der Haus­halts­be­ra­tung im Ja­nu­ar ge­for­dert, da die Sa­nie­rung der Glas­front schon da­mals für Un­ei­nig­keit sorg­te. Ein Be­trag von 225 000 Eu­ro wur­de letzt­lich mit Sperr­ver­merk in den Haus­halt ein­ge­stellt.

Die Aus­füh­run­gen zu den Sa­nie­rungs­maß­nah­men durch den Ar­chi­tek­ten ver­deut­lich­te die Dring­lich­keit des Hand­lungs­be­dar­fes. Es sei ei­gent­lich fas­zi­nie­rend, wie we­nig bis­her pas­siert sei, da vie­le De­tails schon da­mals beim Hal­len­bau 1987 nicht fach­ge­recht aus­ge­führt wor­den sei­en, so die Ein­schät­zung des Ar­chi­tek­ten. „Ein Sa­nie­rungs­stau bei ei­nem 30 Jah­re al­ten Ge­bäu­de wird nicht klei­ner“, warn­te Bür­ger­meis­ter Fet­zer. Vor­ge­se­hen ist, die Glas­front im Sü­den, am West­gie­bel und am Foy­er aus­zu­tau­schen so­wie die drei ver­glas­ten Gauben durch Dach­flä­chen­fens­ter zu er­set­zen und ei­ne neue Rauch- und Wär­me­ab­zugs­ein­rich­tung zu in­stal­lie­ren. Ei­gen­an­teil liegt bei 90 000 Eu­ro Die Kos­ten für die kom­plet­te Sa­nie­rung be­lau­fen sich auf ins­ge­samt 287 300 Eu­ro, da­von sind Zu­schüs­se aus dem Aus­gleichs­stock (60 000 Eu­ro) und vom Sport­stät­ten­för­der­bau (41 000 Eu­ro) ge­si­chert. Wei­te­re 49 000 Eu­ro För­de­rung flie­ßen mit 95-pro­zen­ti­ger Wahr­schein­lich­keit durch ein neu auf­ge­leg­tes In­ves­ti­ti­ons­för­der­pa­ket des Bun­des, so­dass sich der Ei­gen­an­teil der Ge­mein­de auf 90 000 Eu­ro be­läuft.

Wal­ter Enz kri­ti­sier­te das Pro­ze­de­re, da Ar­chi­tekt Hess als Al­ter­na­ti­ve die Re­no­va­ti­on von et­wa 600 lau­fen­den Me­tern Fu­ge­n­an­teil vor­schlägt, Kos­ten wä­ren hier 41 600 Eu­ro ge­gen­über 231 600 Eu­ro, was die kom­plet­te Neu­ver­gla­sung kos­tet. Hess riet von der güns­ti­gen Va­ri­an­te drin­gend ab, da die­se nicht stim­mig oder nach­hal­tig sei und kei­ne fünf Jah­re über­le­ben wer­de. „Wenn es kei­ne ech­te Al­ter­na­ti­ve dar­stellt, soll­te die­ser Vor­schlag erst gar nicht un­ter­brei­tet wer­den“, so Wal­ter Enz. Wolf­gang Mül­ler stell­te den An­trag, le­dig­lich den Ein­bau der Dach­flä­chen­fens­ter und die Sa­nie­rung der Rauch- und Wär­me­ab­zugs­ein­rich­tung durch­zu­füh­ren. „Wür­den wir so viel Geld in die Hand neh­men oh­ne Zu­schüs­se?“, so sei­ne Fra­ge.

Bür­ger­meis­ter Jo­chen Fet­zer stell­te klar, dass die Sa­nie­rung un­ab­hän­gig von der Be­zu­schus­sung drin­gend not­wen­dig sei. Eben­so führ­te er aus, dass oh­ne die en­er­ge­ti­sche Maß­nah­me der Kom­plett­sa­nie­rung kei­ne För­der­gel­der flie­ßen wer­den. „Gauben und Lüf­tungs­an­la­ge kä­men dann in Sum­me fast so hoch“, rech­ne­te Fet­zer vor. Die Rauch­ab­zugs­klap­pen sind erst vor zwei Wo­chen aus­ge­fal­len, Er­satz­tei­le für die al­te Steue­rung gibt es nicht mehr. Bei vier Ge­gen­stim­men ent­schied sich das Ger­mi­um letzt­lich für das Ge­samt­sa­nie­rungs­pa­ket.

FO­TO: SA­BI­NE RÖSCH

Die Glas­fas­sa­de der Bin­ger Sand­bühl­hal­le ist rie­sig.

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