Ir­land hat Angst um die Zu­kunft

Vor dem Du­ell ge­gen Deutsch­land be­klagt Tor­hü­ter Shay Gi­ven die Nach­wuchs­pro­ble­me auf der In­sel

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - SPORT -

DU­BLIN (SID/sz) - Shay Gi­ven macht sich gro­ße Sor­gen. Kopf­zer­bre­chen be­rei­tet dem 39 Jah­re al­ten Tor­wart der Iren aber we­ni­ger Welt­meis­ter Deutsch­land. Auch die Dis­kus­sio­nen auf der In­sel um die ver­spä­te­te An­rei­se von Star­stür­mer Rob­bie Kea­ne we­gen der Ge­burt sei­nes Soh­nes las­sen Gi­ven kalt. Der er­fah­re­ne Na­tio­nal­kee­per der „Boys in Gre­en“hat viel­mehr Angst um die Zu­kunft des iri­schen Fuß­balls.

„Wir brau­chen wie­der ei­nen Da­mi­en Duff, ei­nen Rob­bie Kea­ne oder ei­nen Richard Dun­ne. Aber ich se­he kei­nen. Uns ge­hen die Ta­len­te aus“, sag­te der 132-ma­li­ge Na­tio­nal­spie­ler vor dem wich­ti­gen EM-Qua­li­fi­ka­ti­ons­spiel der Iren heu­te (20.45 Uhr) in Du­blin ge­gen Deutsch­land.

Ir­land kann sich in den Spie­len ge­gen das DFB-Team und am Sonn­tag ge­gen Po­len zu­min­dest Platz drei in der Grup­pe D und die Teil­nah­me an den Play-offs im No­vem­ber si­chern. So­gar die di­rek­te Qua­li­fi­ka­ti­on für die EM 2016 in Frank­reich ist noch mög­lich – aber Gi­ven blick­te schon ein­mal vor­aus, auf ei­ne Zeit oh­ne ei­nen Kea­ne oder ihn selbst. „Wir sind ein klei­nes Land. Vie­le Jungs spie­len Gae­lic Foot­ball, Rug­by oder Hur­ling. Da bleibt für den Fuß­ball nicht mehr all­zu viel üb­rig“, be­ton­te der Kee­per. Und wenn es dann ein­mal ein Ta­lent wie Jack Grea­lish (20) von As­ton Vil­la gibt, dann ent­schei­det der sich auch noch für En­g­land.

Noch be­kommt Ir­lands Te­am­ma­na­ger Mar­tin O'Neill aber ein ver­nünf­ti­ges Team zu­sam­men, das im Avi­va Sta­di­um so­gar den Welt­meis­ter är­gern will. „Es wird ein har­ter Abend, aber wir wis­sen, was wir zu tun ha­ben. Wenn wir selbst­be­wusst und ent­schlos­sen auf­tre­ten, be­kom­men wir un­se­re Chan­cen“, sag­te O'Neill. Gi­ven sprach von ei­nem „gro­ßen Spiel ge­gen ei­ne gro­ße Mann­schaft“.

Der Blick der Iren geht auch in Rich­tung Schott­land. „Wir müs­sen uns auf uns kon­zen­trie­ren, aber dann schau­en wir na­tür­lich, was in Glas­gow pas­siert“, sag­te Gi­ven. In Glas­gow spielt der Erz­ri­va­le zeit­gleich ge­gen Po­len. Der­zeit lie­gen die Iren als Drit­ter zwei Punk­te hin­ter den Po­len und vier vor Schott­land.

Die Hoff­nun­gen der „Boys in Gre­en“ru­hen in den kom­men­den Ta­gen wie so oft auf Re­kor­dtor­schüt­ze Kea­ne, um des­sen Ein­satz lan­ge Zeit ge­bangt wur­de. Doch der 35-Jäh­ri­ge, der in 124 Län­der­spie­len 67 To­re er­ziel­te und in­zwi­schen für Los An­ge­les Ga­la­xy spielt, wird da­bei sein.

„So­lan­ge er nicht selbst stillt, wird er spie­len“, sagt As­sis­tenz­trai­ner Roy Kea­ne über sei­nen frü­he­ren Team­kol­le­gen, des­sen Ehe­frau Clau­di­ne am Mon­tag in Los An­ge­les den zwei­ten Sohn des Paa­res zur Welt ge­bracht hat­te. „Er hat das Ba­by ja nicht be­kom­men“, füg­te Roy Kea­ne schmun­zelnd an, „war­um soll­te er al­so nicht spie­len kön­nen?“ Gro­ße Per­so­nal­pro­ble­me Man wer­de am Don­ners­tag auf je­den Fall „be­reit sein“, sag­te Roy Kea­ne wei­ter. Der frü­he­re Ka­pi­tän von Man­ches­ter Uni­ted hofft so­gar auf ei­ne noch grö­ße­re Über­ra­schung als beim 1:1 im Hin­spiel im Ok­to­ber 2014 in Gel­sen­kir­chen: „Ich den­ke, dass wir stär­ker sind als da­mals, ei­ne bes­se­re Mann­schaft.“

Al­ler­dings ha­ben die Iren Per­so­nal­pro­ble­me. Mit­tel­feld­mann Glenn Whe­lan und Flü­gel­spie­ler Ja­mes McC­le­an sind ge­sperrt, der Ein­satz der Ab­wehr­spie­ler Sea­mus Coleman und Marc Wil­son so­wie von Spiel­ma­cher Wes Hoo­la­han ist we­gen Bles­su­ren frag­lich.

FO­TO: DPA

So war das im Hin­spiel: Ir­lands Ka­pi­tän John O'Shea lässt sich nach dem 1: 1- Aus­gleich die Hand auf­le­gen.

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