Nar­ren se­hen Kul­tur­er­be der Fast­nacht durch Bü­ro­kra­tie und Kom­merz be­droht

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - WIR IM SÜDEN -

RA­VENS­BURG (ume) - Im Stre­ben um den Sta­tus als im­ma­te­ri­el­les Welt­kul­tur­er­be for­dert die Ver­ei­ni­gung Schwä­bisch-Ale­man­ni­scher Nar­ren­zünf­te (VSAN) Un­ter­stüt­zung von Po­li­tik und Ge­sell­schaft. „Ein Brauch muss in der Be­völ­ke­rung ge­wollt sein“, sag­te der VSAN-Vor­sit­zen­de Roland Wehr­le im Ge­spräch mit der „Schwä­bi­schen Zei­tung“. Ver­tre­ter der 68 in der VSAN zu­sam­men­ge­schlos­se­nen Zünf­te aus Süd­deutsch­land und der Schweiz tref­fen sich am Wo­che­n­en­de in Kiß­legg (Land­kreis Ra­vens­burg), um über prak­ti­sche Fol­gen der Auf­nah­me in die deut­sche Lis­te des im­ma­te­ri­el­len Kul­tur­er­bes zu be­ra­ten.

Die deut­sche Unesco-Kom­mis­si­on hat­te die Schwä­bisch-Ale­man­ni­sche Fast­nacht im De­zem­ber 2014 als na­tio­na­les Kul­tur­er­be an­er­kannt – ei­ne Vor­aus­set­zung, um spä­ter von der Unesco als im­ma­te­ri­el­les Welt­kul­tur­er­be an­er­kannt wer­den zu kön­nen. Dar­aus er­gä­ben sich Ver­pflich­tun­gen so­wohl für die Nar­ren selbst als auch für die Po­li­tik, sag­te Wehr­le. Der VSAN-Vor­sit­zen­de be­klag­te zu­neh­men­de „Be­hin­de­run­gen im Eh­ren­amt“, die das Kul­tur­er­be be­droh­ten: Die Auf­la­gen der Ver­wal­tung für die Nar­ren et­wa in

Wolf nennt Späth als Vor­bild in der Wirt­schafts­po­li­tik

STUTT­GART (lsw) - Die Land­tags­CDU wirft Grün-Rot wirt­schafts­po­li­ti­sche Ide­en­lo­sig­keit vor. Das von Mi­nis­ter­prä­si­dent Win­fried Kret­sch­mann (Grü­ne) ge­führ­te Staats­mi­nis­te­ri­um sei zu ei­nem rei­nen Ver­wal­tungs­ap­pa­rat ver­kom­men, sag­te Frak­ti­ons­chef und Spit­zen­kan­di­dat Gui­do Wolf am Don­ners­tag. „Wir wol­len ein Staats­mi­nis­te­ri­um als Ide­en­schmie­de, über de­ren Ein­gang steht: ,Wir ha­ben Lust auf Zu­kunft’.“Sein Vor­bild sei der ehe­ma­li­ge Mi­nis­ter­prä­si­dent Lothar Späth (CDU), der je­den Tag mit zehn neu­en Ide­en zu sei­nem Ar­beits­platz ge­kom­men sei. Die Grü­nen-Wirt­schafts­ex­per­tin Andrea Lindlohr sag­te da­zu: „Wäh­rend Grün-Rot und Mi­nis­ter­prä­si­dent Kret­sch­mann die Di­gi­ta­li­sie­rung un­se­res In­dus­trie­stand­or­tes vor­an­trei­ben, fällt Gui­do Wolf nur Ver­gan­ge­nes ein.“Wolf for­der­te bei der Vor­stel­lung ei­ner Mit­tel­stand­sof­fen­si­ve sei­ner Frak­ti­on, vor al­lem klei­ne­re und mit­tel­stän­di­sche Fir­men soll­ten von der Po­li­tik be­glei­tet und ge­för­dert wer­den.

FDP: Miet­preis­brem­se ver­hin­dert Woh­nungs­bau

STUTT­GART (lsw) - Die op­po­si­tio­nel­le FDP hat der grün-ro­ten Lan­des­re­gie­rung Ver­säum­nis­se beim Woh­nungs­bau vor­ge­wor­fen. Die Li­be­ra­len for­der­ten am Don­ners­tag die Ab­schaf­fung der Miet­preis­brem­se. Sie ver­hin­de­re gera­de in den Bal­lungs­räu­men In­ves­ti­tio­nen in den Woh­nungs­bau, er­klär­ten Frak­ti­ons­chef Hans-Ul­rich Rül­ke und sein Vi­ze Jo­chen Hauß­mann in Stutt­gart. Au­ßer­dem müs­se das so­ge­nann­te Zwe­ck­ent­frem­dungs­ver­bot wie­der auf­ge­ho­ben wer­den. Im Kampf um mehr Wohn­raum kön­nen Ei­gen­tü­mer mit Buß­geld von bis zu 50 000 Eu­ro be­straft wer­den, wenn sie Woh­nun­gen grund­los län­ger als sechs Mo­na­te leer ste­hen las­sen. Sa­chen Si­cher­heit, Brand­schutz, Hy­gie­ne und Stra­ßen­ver­kehr wür­den im­mer stren­ger, sag­te Wehr­le. „Aber die Po­li­tik muss die Pfle­ge des Brauch­tums auch mög­lich ma­chen.“Ge­he es mit den Vor­schrif­ten so wei­ter, fürch­te er, dass sich bald nie­mand mehr fin­den las­se, der in den Zünf­ten Ver­ant­wor­tung über­neh­me.

Mit Blick auf die Nar­ren selbst sprach sich Wehr­le ge­gen ei­ne zu­neh­men­de „Even­ti­sie­rung und Kom­mer­zia­li­sie­rung“aus. Zwar spre­che nichts ge­gen ei­ne krea­ti­ve Wei­ter­ent­wick­lung der Fast­nacht. Aber: „Es kann nicht sein, dass Ver­an­stal­tun­gen nur da­zu die­nen, Zu­schau­er zu ho­len und Um­satz zu ma­chen.“

Sor­ge be­rei­tet Wehr­le zu­dem das Schlie­ßen vie­ler Gast­häu­ser: „Das wa­ren die Heim­stät­ten der Fast­nacht. Heu­te ha­ben wir in je­der zwei­ten Ge­mein­de ein Pro­blem, ge­eig­ne­te Gast­stät­ten zu fin­den.“Viel­leicht müs­se man wie­der mehr da­zu über­ge­hen, dass die Häs­trä­ger Bür­ger zu Hau­se be­su­chen, um dort Bräu­che wie das Sträh­len (je­man­dem hu­mor­voll die Wahr­heit sa­gen), He­cheln (Rü­gen aus­spre­chen) oder Auf­sa­gen (von Er­eig­nis­sen und Miss­ge­schi­cken des ver­gan­ge­nen Jah­res be­rich­ten) zu pfle­gen.

Land will pen­sio­nier­te Be­am­te re­ak­ti­vie­ren

STUTT­GART (lsw) - Ba­den-Würt­tem­berg will zur Be­wäl­ti­gung der Flücht­lings­kri­se Pen­sio­nä­re ein­fa­cher aus dem Ru­he­stand zu­rück­ho­len kön­nen. „Wir prü­fen gera­de, ob es da­für Hemm­nis­se im Be­sol­dungs- und Ver­sor­gungs­recht gibt. Wenn ja, müs­sen wir se­hen, dass wir das lo­ckern, um mit dem Flücht­lings­the­ma zu­recht­zu­kom­men“, sag­te Fi­nanz­mi­nis­ter Nils Schmid (SPD) der Deut­schen Pres­se-Agen­tur. Auf ei­ne An­fra­ge des Stutt­gar­ter Re­gie­rungs­prä­si­di­ums hät­ten sich bis­her 40 Pen­sio­nä­re ge­mel­det, teil­te die Be­hör­de mit. Von No­vem­ber an sol­len sie in der Lan­des­erst­auf­nah­me­stel­le in Ell­wan­gen bei der Re­gis­trie­rung der Flücht­lin­ge ein­ge­setzt wer­den. Beim Tü­bin­ger Re­gie­rungs­prä­si­di­um ha­ben 29 Pen­sio­nä­re ih­re Be­reit­schaft zur Mit­ar­beit si­gna­li­siert.

Be­wäh­rungs­stra­fe für Miss­brauch ei­ner 13-Jäh­ri­gen

FRIED­RICHS­HA­FEN (flo) - Das Land­ge­richt Ra­vens­burg hat das Ur­teil ge­gen ei­nen 72-Jäh­ri­gen ver­kün­det, der im Herbst 2013 ei­ne 13-Jäh­ri­ge un­sitt­lich be­rührt hat­te. We­gen se­xu­el­lem Miss­brauch be­kam der Mann ei­ne Be­wäh­rungs­stra­fe von ei­nem Jahr und neun Mo­na­ten. Er hat­te die ihm vor­ge­wor­fe­nen vier Ta­ten ein­ge­räumt.

„Toi­let­te für al­le“soll in den Süd­wes­ten kom­men

STUTT­GART (epd) - So­zi­al­mi­nis­te­rin Ka­trin Alt­pe­ter (SPD) will für Men­schen mit be­son­ders schwe­ren Be­hin­de­run­gen spe­zi­el­le öf­fent­li­che Toi­let­ten ein­rich­ten las­sen. „Es ist ent­wür­di­gend, dass sich Men­schen mit schwe­ren Be­hin­de­run­gen auf dem Bo­den ei­ner Toi­let­te wi­ckeln las­sen müs­sen“, sag­te sie. Hilf­reich sei ei­ne so­ge­nann­te „Toi­let­te für al­le“mit hö­hen­ver­stell­ba­rer Lie­ge und elek­tri­schem Per­so­nen-Lif­ter.

FO­TO: DPA

Roland Wehr­le

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