Freu­de währt nur kurz

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - NACHRICHTEN & HINTERGRUND - Von Ras­mus Buch­stei­ner po­li­tik@ schwa­ebi­sche. de

Deutsch­lands Rent­ner ha­ben al­len Grund zur Freu­de. Ih­re Al­ters­be­zü­ge wer­den im nächs­ten Jahr so stark stei­gen wie seit zwei Jahr­zehn­ten nicht mehr. So er­freu­lich die Nach­richt ist, so we­nig soll­te sie über die vor­han­de­nen Pro­ble­me in un­se­rem Ren­ten­sys­tem hin­weg­täu­schen. Aus den lau­fen­den Ein­nah­men der Ren­ten­ver­si­che­rung lässt sich die Er­hö­hung für mehr als 20 Mil­lio­nen Se­nio­ren kaum fi­nan­zie­ren. Es geht an die noch vor­han­de­ne Mil­li­ar­den­rück­la­ge. Sie wird in den nächs­ten Jah­ren knap­per, auch we­gen des teu­ren schwarz-ro­ten Ren­ten­pa­kets. Spä­tes­tens 2019 wä­re das Pols­ter so klein, dass der Ge­setz­ge­ber zum Ein­grei­fen ver­pflich­tet wä­re und den Bei­trags­satz wie­der her­auf­set­zen muss.

Von Er­hö­hun­gen und Al­ters­be­zü­gen, wie sie für die Rent­ner von heu­te noch fi­nan­zier­bar sind, kann schon die nächs­te Ge­ne­ra­ti­on nur noch träu­men. Im­mer deut­li­cher wer­den die Fol­gen der de­mo­gra­fi­schen Ent­wick­lung und des sin­ken­den Ren­ten­ni­veaus. In Nied­rig­zin­sZei­ten hat Ries­tern an At­trak­ti­vi­tät ein­ge­büßt. Hier droht ei­ne ge­wal­ti­ge Vor­sor­ge­lü­cke. Die Po­li­tik darf die­ser Ent­wick­lung nicht ta­ten­los zu­se­hen. Es ist Zeit, stär­ke­re An­rei­ze für Be­triebs- oder Pri­vat­ren­ten zu set­zen.

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