Über­lei­tung zum gro­ßen Fi­na­le

Ste­phen Kings neu­er Ro­man „Finderlohn“

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - KULTUR - Von An­net­te Vin­cenz

s ist er­staun­lich, mit wel­cher Ge­schwin­dig­keit Ste­phen King Bü­cher auf den Markt wirft. Al­le vier bis sechs Mo­na­te kommt ein neu­er Ro­man her­aus, meist mehr als 500 Sei­ten dick. Das müss­te ei­gent­lich zu Las­ten der Qua­li­tät ge­hen. Und so ganz reicht „Finderlohn“auch nicht an die gro­ßen Er­fol­ge des wohl bes­ten le­ben­den Hor­ror-Schrift­stel­lers her­an. Der zwei­te Teil der „Mr. Mer­ce­des“-Tri­lo­gie ist wie­der ein Thril­ler, der (fast) völ­lig auf über­na­tür­li­che Ele­men­te ver­zich­tet. Der Fan als Be­dro­hung Er­zählt wird die Ge­schich­te ei­nes psy­cho­pa­thi­schen Fans, der sei­nen Lieb­lings­au­tor 1978 er­mor­det, weil die­ser seit Jah­ren kei­nen neu­en Ro­man mehr ver­öf­fent­licht hat und nach An­sicht des Kil­lers sei­ne Haupt­fi­gur ver­ra­ten hat. Der Mör­der fin­det aber ne­ben ei­nem Hau­fen Bar­geld mehr als 150 voll­ge­schrie­be­ne No­tiz­bü­cher, die un­ter an­de­rem zwei un­ver­öf­fent­lich­te Ro­ma­ne ent­hal­ten. Be­vor er die Bü­cher le­sen kann, muss er sie ver­gra­ben, weil er we­gen ei­ner an­de­ren Straf­tat ver­haf­tet wird und für 35 Jah­re ins Ge­fäng­nis muss. Zwi­schen­zeit­lich fin­det ein Ju­gend­li­cher, der Li­te­ra­tur ge­nau­so liebt wie der Mör­der, die Bü­cher und das Geld. Als der Psy­cho­path auf Be­wäh­rung frei kommt, macht er Jagd auf den Jun­gen. Im Ja­nu­ar folgt der nächs­te Teil Ver­wo­ben ist die Ge­schich­te in die glei­che Rah­men­hand­lung wie „Mr. Mer­ce­des“. Dar­in liegt der ei­gent­li­che Reiz des an­sons­ten eher durch­schnitt­li­chen Thril­lers. Bill Hod­ges, der pen­sio­nier­te Po­li­zist aus Teil eins, greift auch in „Finderlohn“ins Ge­sche­hen ein. Hin und wie­der be­sucht er den Mer­ce­des-Kil­ler in ei­ner Spe­zi­al­kli­nik für Hirn­ver­let­zun­gen. Im letz­ten Teil der Tri­lo­gie, der schon im Ja­nu­ar er­schei­nen soll, wird der Kil­ler aus Teil eins mut­maß­lich wie­der ei­ne grö­ße­re Rol­le spie­len. „Finderlohn“bil­det wahr­schein­lich nur den Über­gang zum gro­ßen Fi­na­le. Für Ste­phen-Kin­gFans ist der Ro­man ein Muss, man soll­te aber erst „Mr. Mer­ce­des“ge­le­sen ha­ben. Ste­phen King: Finderlohn. Heyne Ver­lag, 544 Sei­ten. 22,90 Eu­ro

FO­TO: DPA

Best­sel­ler­au­tor Ste­phen King hat wie­der zu­ge­schla­gen.

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