„Spa­zi­er­hand­ball“in Mann­heim

Die Rhein-Neckar Lö­wen bau­en ih­re Ta­bel­len­füh­rung mit ei­nem 24:20 ge­gen Meis­ter THW Kiel aus

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - SPORT -

MANN­HEIM (dpa) - Der ewi­ge Zwei­te hat sich ab­ge­setzt. Doch trotz des 24:20 (13:7)-Sie­ges über Re­kord­meis­ter THW Kiel woll­te bei den RheinNeckar Lö­wen noch nie­mand wei­ter­den­ken. In der Hand­ball-Bun­des­li­ga sind die Mann­hei­mer mit neun Sie­gen aus neun Spie­len un­an­ge­foch­ten Ta­bel­len­füh­rer, aber Te­am­ma­na­ger Oli­ver Rog­gisch sprach vom The­ma Meis­ter­schaft so, wie er als Ak­ti­ver agier­te: en­er­gisch de­fen­siv. „Der Weg ist noch ewig lang. Wir müs­sen wei­ter hart ar­bei­ten und genau so wei­ter­ma­chen wie die letz­ten Spie­le.“Na­tio­nal­spie­ler Ste­fan Kneer hat ver­stan­den: „Wir wol­len aus un­se­ren Feh­lern der letz­ten Jah­re ler­nen“, „Wir müs­sen in je­des Spiel ge­hen, als wä­re es das letz­te der Sai­son.“Und Rog­gisch warn­te: „Wir se­hen, was in Kiel pas­siert, wenn ein paar Leu­te ver­letzt sind. So­was kann uns theo­re­tisch auch pas­sie­ren.“

Für die Mann­schaft von Trai­ner Ni­ko­laj Ja­cob­sen folgt nach dem Cham­pi­ons-Le­ague-Spiel am Sams­tag in Skop­je die nächs­te Bun­des­li­ga­par­tie am kom­men­den Mitt­woch bei der HBW Ba­lin­gen-Weil­stet­ten. Die Kie­ler er­war­ten Ei­se­nach und müs­sen Na­tio­nal­spie­ler Patrick Wi­encek er­set­zen, der sich ver­gan­ge­nes Wo­che­n­en­de ei­nen Kreuz­band­riss zu­zog. Doch das Ver­let­zungs­pech woll- ten die „Ze­bras“nicht als Aus­re­de für die Nie­der­la­ge in Mann­heim an­füh­ren. Auch nicht die wie­der ex­trem mas­si­ve De­fen­si­ve der Lö­wen, die in der ers­ten Halb­zeit nur sie­ben To­re zu­ließ. „Wir ha­ben zu viel ver­wor­fen. Das war Spa­zi­er­hand­ball, wir ha­ben nicht rich­tig Gas ge­ge­ben“, kri­ti­sier­te Ka­pi­tän Re­ne Toft Han­sen, der mit sei­nem Team am Sams­tag in der Cham­pi­ons Le­ague in Po­len bei Or­len Wis­la Plock an­tre­ten muss. Trotz der Nie­der­la­ge bleibt der Re­kord­meis­ter an­griffs­lus­tig. „Man darf uns nicht ab­schrei­ben“, sag­te THW-Ge­schäfts­füh­rer Thors­ten Storm. „In der zwei­ten Halb­zeit ha­ben wir das Spiel fast ge­dreht. Wir wer­den un­ser Po­ten­zi­al noch er­rei­chen.“

Die Lö­wen, zu­letzt zwei­mal Vi­ze­meis­ter, hat­ten we­nig zu me­ckern. An der Ab­wehr­rei­he und an Tor­hü­ter Mi­ka­el Ap­pel­g­ren prall­ten die Kie­ler im­mer wie­der ab. Es half auch nichts, dass THW-Trai­ner Al­f­red Gis­la­son zeit­wei­se sei­nen Tor­wart Ni­k­las Lan­din für ei­nen sieb­ten An­grei­fer tausch­te. In der Of­fen­si­ve ver­ga­ben die Lö­wen nur sel­ten Chan­cen. Rück­raum­spie­ler Kim Ek­dahl du Rietz er­klär­te den Er­folg da­mit, dass das Team größ­ten­teils seit Jah­ren zu­sam­men spielt. „Je­der weiß, was der Ne­ben­mann tut. Dann kann man ein­fach nach Ge­fühl spie­len.“

FO­TO: DPA

Ze­bras ge­fres­sen: Patrick Gro­etz­ki ( li.) und Alex­an­der Pe­ters­son.

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