See­ho­fer ist im „recht­li­chen Ab­seits“

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - NACHRICHTEN & HINTERGRUND -

Mit sei­nen „Not­wehr­maß­nah­men“dürf­te Horst See­ho­fer (CSU) so­wohl ge­gen eu­ro­päi­sches wie na­tio­na­les Recht ver­sto­ßen, wie Staats­recht­ler Andre­as Nach­baur er­klärt. „ See­ho­fer hat gar nicht die Be­fug­nis, Tran­sit­zo­nen ein­zu­rich­ten“. Dies sei nur mit Zu­stim­mung der EU mög­lich. „ Er ris­kiert da­mit ei­ne Ver­trags­ver­let­zung Deutsch­lands ge­gen­über der EU.“Dass See­ho­fer als ei­ner von 16 Mi­nis­ter­prä­si­den­ten im Al­lein­gang han­delt, sei da­für un­er­heb­lich. Ein wei­te­rer Punkt: See­ho­fer kön­ne nicht ein­fach die baye­risch- ös­ter­rei­chi­sche Gren­ze für Flücht­lin­ge schlie­ßen. „ Die Si­che­rung der Bin­nen­gren­zen in­ner­halb des Schen­gen-Raums ist Sa­che der Bun­des­po­li­zei“, sagt Nach­baur. „ Und über die kann nur der Bun­des­in­nen­mi­nis­ter ver­fü­gen.“Soll­te er al­so Be­am­te der Lan­des­po­li­zei schi­cken, miss­ach­te er auch na­tio­na­le Zu­stän­dig­kei­ten. „ Ich se­he kei­ne Mög­lich­keit für See­ho­fer, dies um­zu­set­zen“, fasst Nach­baur zu­sam­men. „Sei­ne Not­wehr­fan­ta­si­en füh­ren ins recht­li­che Ab­seits.“See­ho­fers Vor­ha­ben, Flücht­lin­ge in an­de­re Bun­des­län­der wei­ter­zu­schi­cken, hält Nach­baur noch für die „ harm­lo­se­re“Maß­nah­me“. ( dan)

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