Am En­de fühlt Na­ta­n­ja ih­ren per­sön­li­chen Tanz

SZ be­sucht ei­ne Thea­ter­pro­be der In­zig­ko­fer Grund­schü­ler – Vor­ver­kaufs­tag ist am 17. Ok­to­ber

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - INZIGKOFEN/ KRAUCHENWIES/ SIGMARINGEN - Von Patrick Laabs

IN­ZIG­KOFEN - Ih­re Bei­ne sind wa­cke­lig, die Be­we­gun­gen un­rund. Na­ta­n­ja will tan­zen, aber die Mu­sik ru­ckelt, ist un­me­lo­disch. Na­ta­n­ja und die Mu­sik, das scheint nicht zu­sam­men­zu­pas­sen – von Har­mo­nie kei­ne Spur. Doch dann, kurz be­vor der Be­trach­ter Mit­leid mit Na­ta­n­ja be­kommt, ist sie ganz plötz­lich fi­li­gran. Ein paar ele­gan­te Schrit­te, ei­ne an­mu­ti­ge Dre­hung, ei­ne ganz an­de­re Aus­strah­lung. Der Kno­ten ist ge­platzt, die Mu­sik, zu der Na­ta­n­ja jetzt ganz weich tanzt, scheint nur noch für sie zu spie­len, ganz so als wä­re sie nur für das Mäd­chen ge­macht wor­den.

Die Thea­ter-AG der In­zig­ko­fer Grund­schu­le steckt mit­ten in den Vor­be­rei­tun­gen für das Tanz­mu­si­cal „Na­ta­n­ja“. 17 Zweit- bis Viert­kläss­ler sind da­bei, nicht nur ih­re Tex­te aus­wen­dig zu ler­nen, son­dern auch Tän­ze zu ver­in­ner­li­chen. Eli­sa­beth Schnit­zer ist für das Sprech­trai­ning ver­ant­wort­lich, Bir­git­ta Samt­nerK­empf küm­mert sich um das Tän­ze­ri­sche. Zu den Darstel­lern ge­hört auch die Haupt­fi­gur Na­ta­n­ja, die ab­wech­selnd von La­ris­sa Ull­wer und Ai­leen Leh­mann ge­spielt wird. Zwei Tän­ze müs­sen den bei­den Mäd­chen bis zur Pre­mie­re am 20. No­vem­ber in Fleisch und Blut über­ge­hen: der Zau­ber­ku­gel­tanz und der Buch­sta­ben­tanz.

Die oben ge­schil­der­te Sze­ne stammt aus dem Buch­sta­ben­tanz. Es ist der Tanz, an des­sen En­de das Mäd­chen, das aus Unacht­sam­keit von sei­nem Stern auf die Er­de fällt und nicht weiß, wer es ist, nach lan­ger Su­che end­lich sei­nen Na­men her­aus­fin­det. Nach an­fäng­li­chem Zö­gern und Zau­dern tanzt sie sich in Ek­s­ta­se, be­rührt da­bei sie­ben „Buch­sta­ben­kin­der“, die sich am En­de des Tan­zes zu dem Wort N-A-T-A-N-J-A zu­sam­men­stel­len. Ai­leen und La­ris­sa neh­men Kon­takt zum „Pu­bli­kum“auf „Nehmt viel Raum ein“, er­mu­tigt Bir­git­ta Samt­ner-Kempf die bei­den Mäd­chen Ai­leen und La­ris­sa wäh­rend des zwei­ten Tan­zes, dem Zau­ber­ku­gel­tanz: „Und ach­tet im­mer auf eu­re Ku­gel.“Die bei­den Na­ta­n­jas be­fol­gen die An­wei­sun­gen der Ex­per­tin für krea­ti­ven Aus­drucks­tanz. Wer er­lebt, wie si­cher sie sich be­reits jetzt, gut ein­ein­halb Mo­na­te vor der Pre­mie­re, tän­zelnd über die Büh­ne be­we­gen, wie sie ver­su­chen, Kon­takt mit dem Pu­bli­kum auf­zu­neh­men (wel­ches es frei­lich noch nicht gibt), der ist be­ein­druckt. So­bald die Mu­sik lei­ser wird, hal­ten die bei­den Mäd­chen in­ne und be­trach­ten in­ten­siv ih­re Ku­gel. So­bald die Mu­sik an­zieht, be­we­gen sich die Bei­den raum­grei­fend auf der Büh­ne und rei­ßen die Ku­gel schwung­voll mit.

Apro­pos Ku­gel: Ihr kommt in dem Mu­si­cal und vor al­lem für Na­ta­n­ja ei­ne be­son­de­re Auf­ga­be zu. Ih­ret­we­gen ist Na­ta­n­ja in der La­ge, sich in die ver­schie­dens­ten Epo­chen der Mensch­heits­ge­schich­te zu ver­set­zen, um dort all die un­ter­schied­li­chen Tän­ze, wie et­wa den Re­nais­sance-Tanz oder den Charles­ton, zu er­le­ben. „Die Ku­gel zeigt mir den Weg, sie zau­bert mich fort mit ih­rer Ma­gie“, heißt es in zwei Lied­zei­len. Mit­hil­fe der Tän­ze ist Na­ta­n­ja auf der Su­che nach ih­rer ei­ge­nen Iden­ti­tät. Sie fin­det al­le Tän­ze span­nend, aber ihr ei­ge­ner Tanz ist lan­ge nicht da­bei – bis sie ih­ren ganz per­sön­li­chen Tanz, den Buch­sta­ben-Tanz, schließ­lich Der of­fi­zi­el­le Kar­ten­vor­ver­kauf für „Na­ta­n­ja“star­tet am kom­men­den Sams­tag, 17. Ok­to­ber, mit ei­nem Vor­ver­kaufs-Tag in der Rö­mer­hal­le in In­zig­kofen. Von 10 bis 14 Uhr kön­nen sich In­ter­es­sier­te Kar­ten or­ga­ni­sie­ren. Der On­line- Ver­kauf star­tet am dar­auf­fol­gen­den Mon­tag, 19. Ok­to­ber, und en­det am Don­ners­tag, 12. No­vem­ber. Die E- Mail- Adres­se lau­tet: vor­ver­kauf@ na­ta­n­ja- mu­si­cal. de. Ei­ne Kar­te kos­tet im Vor­ver­kauf 13,50 Eu­ro, ein Kind bis ein­schließ­lich 14 spürt, und da­mit auch ih­ren Na­men fin­det.

Treue Be­glei­ter hel­fen Na­ta­n­ja bei der Su­che nach ih­rer ei­ge­nen Iden­ti- Jah­ren zahlt sie­ben Eu­ro. Fa­mi­li­en kön­nen auch ein Fa­mi­li­en­ti­cket er­wer­ben. Zwei Er­wach­se­ne und bis zu drei Kin­der kos­ten 30 Eu­ro. An der Abend­kas­se kos­ten die Ti­ckets 15 Eu­ro und acht Eu­ro. Pre­mie­re ist am Frei­tag, 20. No­vem­ber, um 19 Uhr. Am dar­auf­fol­gen­den Sams­tag, 21. No­vem­ber, be­ginnt das Tanz­mu­si­cal um 18 Uhr, am Sonn­tag, 29. No­vem­ber, um 15 Uhr. Nach ak­tu­el­lem Stand sind drei Auf­füh­run­gen ge­plant. ( pl) tät – so ist bei­spiels­wei­se die Eu­le Im­mer­schlau so­fort da, als sie in der Er­öff­nungs­sze­ne auf die Er­de plumpst und sich al­lei­ne fühlt. Ge­mein­sam mit der Eu­le (ge­spielt von Sa­rah Mors und Li­sa Schatz) macht sich Na­ta­n­ja auf die Su­che nach den „Fe­en vom Ama­li­en­fel­sen“, die ihr emp­feh­len, ei­ne Rei­se zu den Men­schen zu ma­chen. „Die ha­ben schließ­lich al­le ei­nen Na­men“, sagt ei­ne der Fe­en. „Die kön­nen dir hel­fen.“

Ins­ge­samt hat Na­ta­n­ja in zwölf un­ter­schied­li­chen Sze­nen ei­ne Text­pas­sa­ge. Noch sit­zen längst nicht al­le so gut wie bei­spiels­wei­se die Er­öff­nungs­sze­ne. So häu­fig wie mög­lich soll da­her in den kom­men­den Wo­chen be­reits in der Rö­mer­hal­le ge­probt wer­den: „Wir ha­ben fest­ge­stellt, dass es hier ein­fach am bes­ten funk­tio­niert“, sagt Schnit­zer.

FO­TOS: PATRICK LAABS

Die Tanz­ex­per­tin Bir­git­ta Samt­ner- Kempf stu­diert mit den bei­den Na­ta­n­jas, Ai­leen Leh­mann und La­ris­sa Ull­wer, den Zau­ber­ku­gel­tanz ein ( Bil­der un­ten). Oben links be­glei­tet die Eu­le Im­mer­schlau ( Sa­rah Mors) Na­ta­n­ja mit­samt der Ku­gel von der Büh­ne. Auch Li­sa Schatz ( Bild oben rechts) spielt ei­ne Eu­le. Die­se hat in Schrift­form ei­ni­ge klu­ge Weis­hei­ten für Na­ta­n­ja pa­rat.

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