Agen­ten-Action: Spy – Su­san Co­oper Un­der­co­ver

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - SZENE AM WOCHENENDE - Von Ste­fan Ro­ther

Ja­mes-Bond-Fans zäh­len schon die Ta­ge, bis „Spect­re“in die Ki­nos kommt. Bis da­hin kann „Spy“im Heim­ki­no für Ab­hil­fe sor­gen, denn der Film ist nicht nur ein amü­san­ter Lü­cken­fül­ler, son­dern auch ei­ne so lie­be­vol­le wie iro­ni­sche Hom­mage an die 007-Fil­me. Das be­ginnt bei der auf­wen­di­gen Ti­tel­se­quenz samt dra­ma­ti­schem Song von Ivy Le­van und hört bei Ca­si­no­be­su­chen, stän­dig wech­seln­den Schau­plät­zen und reich­lich raf­fi­nier­ten Agen­ten-Ac­ces­soires noch lan­ge nicht auf. Der Un­ter­schied zu den Bond-Fil­men ist al­ler­dings, dass hier Haupt­fi­gur, bes­ter Kum­pel und Bö­se­wicht al­le­samt Frau­en sind. Da­bei sieht es zu­nächst noch nach tra­di­tio­nel­len Ge­schlech­ter­ver­hält­nis­sen im Kampf ge­gen die Su­per­schur­ken aus: Agent Brad­ley Fi­ne (Ju­de Law) jagt den ost­eu­ro­päi­schen Ga­no­ven Boya­nov, der im Be­sitz ei­ner Nu­kle­ar­waf­fe ist. Un­ter­stützt wird er da­bei von Su­san Co­oper (Me­lis­sa McCar­thy), die ihn aus dem CIA-Haupt­quar­tier via Knopf im Ohr aus je­der brenz­li­gen Si­tua­ti­on ret­tet. Doch dann über­nimmt Boya­novs Toch­ter Ray­na (Ro­se Byr­ne) das Kom­man­do, räumt Brad­ley aus dem Weg und ver­kün­det, dass sie die Iden­ti­tät sämt­li­cher Agen­ten kennt. Und so muss Su­san ih­ren Schreib- tisch ver­las­sen und sich zum ers­ten Mal ins Feld be­ge­ben – die­ses Mal mit ih­rer Kol­le­gin Nan­cy B. Ar­ting­s­tall (Mi­ran­da Hart) im Ohr. Aber Rau­bein-Agent Rick Ford (Ja­son Stat­ham) will sich mit so viel Frau­en­power partout nicht ab­fin­den …

Dass Me­lis­sa McCar­thy er­heb­li­ches ko­mi­sches Po­ten­zi­al hat, ist un­be­streit­bar, al­ler­dings braucht sie auch gu­te Part­ner, um die­ses zu we­cken. Re­gis­seur Paul Feig, der ihr mit „Brau­talarm“den gro­ßen Durch­bruch ver­schaff­te, ge­lingt dies ein­mal mehr, und er lässt McCar­thy nicht nur mit fre­chem Mund­werk, son­dern auch vol­lem Kör­per­ein­satz ins Agen­ten­ge­schäft ein­stei­gen. Aber auch Stat­ham und Law ha­ben sicht­lich Spaß dar­an, das Ma­cho­ge­ha­be im Gen­re zu par­odie­ren. Da hät­te man sich ei­ni­ge Ekel-Wit­ze und über­trie­ben bru­ta­le Sze­nen ei­gent­lich auch spa­ren kön­nen. DVD und Blu-Ray bie­ten ei­ne um zehn Mi­nu­ten er­wei­ter­te Ver­si­on. Wäh­rend sich die DVD-Ex­tras mit „Ver­patz­ten Sze­nen“und „Spaß am Set“noch in Gren­zen hal­ten, langt die Blu-Ray mit Au­dio­kom­men­tar, ent­fal­le­nen und al­ter­na­ti­ven Sze­nen so­wie ei­nem Blick hin­ter die Ku­lis­sen in die Vol­len. FSK: Preis: Be­wer­tung: usik hört man, Fil­me sieht man. Aber bei De­ath Cab For Cu­tie ver­schwim­men die Gren­zen: Die ame­ri­ka­ni­schen In­die­ro­cker schaf­fen es wie kaum ei­ne an­de­re Band, das Kopf­ki­no des Hö­rers zu ak­ti­vie­ren. Nach dem Aus­stieg ih­res Krea­tiv­kop­fes Chris Wal­la hat die Band al­ler­dings kei­ne ein­fa­che Zeit vor sich. Wie es trotz­dem wei­ter­ge­hen soll, dar­über hat Da­ni­el Dre­scher mit Schlag­zeu­ger Ja­son McGerr ge­spro­chen. Ja­son, eu­re Mu­sik ist sehr ci­ne­ma­tisch, er­zeugt Bil­der im Kopf. Dar­um wur­den De­ath-Cab-Lie­der schon oft in Fern­seh­se­ri­en und Fil­men ver­wen­det. Er­in­nert ihr euch noch an je­de ein­zel­ne Sze­ne? Ich er­in­ne­re mich noch, als wir in der Se­rie „O.C. Ca­li­for­nia“auf­ge­tre­ten sind. Und ich weiß noch, wie Mu­sik ver­wen­det wur­de, zum Bei­spiel bei „Six Feet Un­der“, „Grey’s Ana­to­my“und „Twi­light“im Ab­spann, aber an wei­te­re De­tails er­in­ne­re ich mich nicht. Si­cher auch, weil ich selbst Din­ge und Or­te se­he, wenn ich beim Mu­sik­ma­chen die Au­gen schlie­ße. Wir schrei­ben die Mu­sik ja nicht ex­tra für Fil­me oder Se­ri­en. Aber wir kön­nen uns glück­lich schät­zen, dass wir nicht nur im Ra­dio ge­spielt wer­den, son­dern auch in Film und Fern­se­hen. Das hat uns als Band ge­hol­fen, mehr Men­schen zu er­rei­chen. Wir sa­gen aber auch öf­ter Nein, weil wir dar­auf ach­ten, wo­für wir un­se­re Mu­sik her­ge­ben. Wie ent­schei­dend je­wei­li-gen­prä­gen die

Ent­ste­hungs­ort Künst­lern? e Plat ten von

Die Foo Figh­ters die-serFra­ge mit sind

„S onic High­ways“nach­ge­gan­gen.

Da­bei nah­men acht Songs in acht sie Se­at­tle Städt en auf. In

ent­stand der Song Sub­ter-ra­ne­an“,zu „

dem Ben Gib­bard, Front-mann­von De­ath Ge-sangs­partsCab For Cu­tie,

bei­ge­steu­ert hat. ist mein Lieb­lings­song „Das Al-bum“,meint auf dem

S chlag­zeu­ger McGerr über Ja­son

das Lied. Se­at­tle den Sound von ha­be

De­ath Cab For Cu­tie de­fi­ni­tiv ge­prägt, Kind sagt er: „Als ich

war und mich ein Mu-si­kernst­haft für

zu in­ter­es­sie­ren wa-re­nes be­gann, da

Bands wie Sound­gar­den, Nir-va­na,Mo­ther Love Mud­ho-ney.Bo­ne und

All die­se lo­ka­len Se-att­le­ga­ben Bands aus

uns das Ge­fühl, man von der dass

Mu­sik le­ben k McGerr hat vie­le ann.“

Mo­men­te in Erin- Für wel­che Art von Sze­nen eig­net sich eu­re Mu­sik be­son­ders gut? Für me­lan­cho­li­sche. Wenn je­mand un­se­re Songs aus­sucht, ist das meist für ei­ne emo­tio­na­le, düs­te­re oder be- rüh­ren­de Sze­ne. Un­se­re Mu­sik nimmst du nicht für die Par­ty­sze­ne, in der die Fei­er­meu­te in den Swim­ming­pool springt. Das funk­tio­niert nicht. Wenn un­ser Sän­ger Ben am En­de von „What Sara Said“singt „Who’s Gon­na Watch You Die“... das wur­de oft in Kran­ken­haus­sze­nen ver­wen­det. Ben hat Songs al­ler­dings nie mit Hin­ter­ge­dan­ken wie „Das wird su­per in der Tren­nungs­sze­ne“ge­schrie­ben. Seid ihr al­le Film­lieb­ha­ber? Ja, wenn wir mit der Band un­ter­wegs sind, ha­ben wir viel Zeit. Da schau­en wir gern Se­ri­en und Fil­me. Manch

mal ge­hen wir Nir­va­na und Sound­gar­den wich­tig für Ja­son wa­ren

McGerr. auch los und se­hen uns Fil­me di­rekt am ers­ten Spiel­tag an. „Mad Max“war uns echt wich­tig, weil wir mit dem Ori­gi­nal auf­ge­wach­sen sind. Nick (Har­mer, Bas­sist der Band; An­mer­kung der Re­dak­ti­on) ist ein gro­ßer Film­fan, der sich auch mit Ent­ste­hungs­ge­schich­ten und Re­gis­seu­ren und so be­schäf­tigt. Er über­nimmt bei uns auch die Vi­deo­kon­zep­te. Ben ist ein gro­ßer Fan von In­de­pen­dent-Fil­men. Er ist im­mer auf der Jagd nach ob­sku­ren Do­kus und Film­pro­duk­tio­nen. Mit so et­was kön­nen wir viel mehr an­fan­gen als mit den neu­es­ten Hol­ly­wood-Block­bus­tern. Auf Tour gu­cken wir lus­ti­ge Sa­chen, weil das die Stim­mung hebt. Wenn man von der Fa­mi­lie ge­trennt ist, will man nicht un­be­dingt noch de­pres­si­ve Fil­me gu­cken. Wenn ihr in der Zeit zu­rück­rei­sen könn­tet, für wel­chen Film­klas­si­ker wür­det ihr gern Mu­sik bei­steu­ern? Schwie­rig! Da fal­len mir vie­le Fil­me ein, die düs­ter und groß­ar­tig sind. Aber weil wir me­lan­cho­lisch und pop­pig sind, wür­de ich ei­nen Film von John Hug­hes wäh­len. Hug­hes war ein Re­gis­seur, der ei­ne gan­ze Ge­ne­ra­ti­on re­prä­sen­tiert hat. Wir ha­ben uns oft auch ge­fühlt wie die­se Au­ßen­sei­ter in „Bre­ak­fast Club“. Wir wa­ren Teil ei­nes Ge­denk-Kon­zerts, als John Hug­hes ge­stor­ben ist,

und spiel­ten den Song ne­rung be­hal­ten:

„Nir­va­na ka­men die Sport­hal­le des in

klei­nen Vo­r­orts, in dem ich ge­lebt

ha­be, und ich stand 15 Me­ter

von der Büh­ne ent-fernt.“Für de­ren Da­ve Ex-Schlag­zeu­ger Grohl und sei­ne

B and Foo Figh­ters fin­det McGerr

nur lo­ben­de Wor­te: „Da­ve Grohl

ist ein Ge­nie. Wir ha­ben in Ber

gen ge­spielt am Tag nach sei­nem

Bein­bruch auf der Büh­ne und ihm gu­te ge-wünscht.Bes­se­rung Er war im­mer nett

zu uns. Wir sind ein­mal

mit den F Figh­ters auf­ge­tre­ten,

oo das war in Kent vor 60 000 war fa­bel­haft.“Zu­schau­ern. Es

6.+7.11. Weis­sen­häu­ser Rol­ling St one Strand,

Wee­ken­der; 1 München, Ton­hal­le. 6.11. Kon­zert Kar­ten für das

in München sind Süd­fin-derTi­cket bei

unt er Te­le­fon 29555777 er­hält­lich. 0751/

(dre) „Don’t You“von den Sim­ple Minds, der ja im Sound­track zu „Bre­ak­fast Club“vor­kommt. Eu­er ak­tu­el­les Al­bum „Kintsu­gi“ist das letz­te, auf dem eu­er Gi­tar­rist Chris Wal­la zu hö­ren ist. Er war ei­ne wich­ti­ge krea­ti­ve Trieb­fe­der in eu­rer 17 Jah­re lan­gen Band­ge­schich­te. Wie geht es wei­ter? Weil zu­erst die News von Chris’ Aus­stieg kam und dann erst un­se­re neue Plat­te er­schien, dach­ten vie­le, dass er da schon gar nicht mehr zu hö­ren ist. Er ließ uns re­la­tiv früh im Auf­nah­me­pro­zess wis­sen, dass das sei­ne letz­te Plat­te mit De­ath Cab For Cu­tie wird. Ich glau­be, wir wer­den erst bei der nächs­ten Plat­ten­pro­duk­ti­on wis­sen, wie es oh­ne ihn ist. Bis­her ha­ben wir nur oh­ne ihn ge­tourt. Wir ha­ben Chris durch zwei neue Band­mit­glie­der er­setzt – na­ja, al­so er­set­zen kann man Chris ja nicht. Aber je­den­falls sind jetzt Zac Rae und Da­ve Dep­per an Bord, die bei­de Gi­tar­re und Key­board spie­len kön­nen. Sie brin­gen viel Ener­gie mit und wa­ren schon lan­ge Fans der Band. Wir ge­nie­ßen die­se Fri­sche, die sie mit­brin­gen. Wie habt ihr Chris’ Aus­stieg er­lebt? Und wie ist eu­er Ver­hält­nis jetzt? Chris sag­te uns, er wol­le ei­ne Ve­rän­de­rung. Ich weiß, wie lei­den­schaft­lich er als Pro­du­zent die Plat­ten an­de­rer Bands be­treut. Wenn wir auf Tour wa­ren, hat er im­mer be­reut, an­de­ren Pro­jek­ten Ab­sa­gen er­tei­len zu müs­sen. Er hat an­de­re Mög­lich­kei­ten ge­sucht, und wir ha­ben ihn un­ter­stützt. Das Schwie­rigs­te war da­mals, un­se­rem Pro­du­zen­ten Rich Cos­tey bis fast zum En­de der Auf­nah­men nichts zu sa­gen. Wir woll­ten nicht, dass er sich auf ei­ne Sei­te schla­gen muss. Chris’ Aus­stieg war nicht ein­fach, aber die­se Band hat 17 Jah­re über­lebt, weil wir an­pas­sungs­fä­hig sind, Stress und Kri­sen aus­hal­ten. Chris ist ein wun­der­ba­rer Mensch, der viel zur Band bei­ge­steu­ert hat. Wir sind im­mer noch be­freun­det. Ich wün­sche ihm nur das Bes­te. Gibt es schon Songs für ein neu­es Al­bum? Ja, aber wir ha­ben sie noch nicht auf­ge­nom­men. Ben, un­ser Haupt­song­wri­ter, ten­diert zu De­mos und Skiz­zen. In Se­at­tle hat er ei­ne Art Bü­ro, wo er hin­geht und auf­nimmt. Da taucht er dann nachts auf, ar­bei­tet bis zum Früh­stück und schickt uns Ma­te­ri­al.

FO­TOS ( 2): WE ARE THE RHOADS

16 Jah­re

DVD: 13 Eu­ro; Blu- Ray: 15 Eu­ro Vor al­lem für emo­tio­na­le, düs­te­re oder be­rüh­ren­de Sze­nen in Fil­men und Fern­seh­se­ri­en wird die Mu­sik von Ja­son McGerr, Ben Gib­bard und Nick Har­mer ( von links) aus­ge­wählt.

Live:

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