„Es geht im­mer um bes­te Qua­li­tät“

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - KULTUR -

LAUPHEIM - Als Sohn der Baye­ri­schen Kam­mer­sän­ge­rin Ger­da Som­mer­schuh wur­de Wal­ter Mau­er­mann, in München auf­ge­wach­sen, die tie­fe Lie­be zur Mu­sik qua­si mit­ge­ge­ben. Trotz ei­ge­ner mu­si­ka­li­scher Aus­bil­dung ent­schied er sich für Me­di­zin und kam nach der Fach­arzt­aus­bil­dung als Ober­arzt ans Kreis­kran­ken­haus Laupheim. Dort ist er seit 1991 als nie­der­ge­las­se­ner Gy­nä­ko­lo­ge tä­tig. Seit sie­ben Jah­ren or­ga­ni­siert er ne­ben­bei die Kon­zer­te des Schwä­bi­schen Klas­sik­herbs­tes in der Vil­la Rot. Do­ro­thea L. Schae­fer hat sich mit dem künst­le­ri­schen Lei­ter über sein En­ga­ge­ment un­ter­hal­ten. Wie kam es zu der Initia­ti­ve der Kon­zer­te im Mu­se­um Vil­la Rot? Ich wur­de an­ge­spro­chen vom Vor­stand der Hoe­nes-Stif­tung. Schließ­lich gab es in der Vil­la schon lan­ge den Her­mann-Hoe­nes-Kon­zert­saal mit 90 Plät­zen, der für Kam­mer­mu­sik ide­al ist. 2008 ha­be ich dann die künst­le­ri­sche Lei­tung über­nom­men und jun­ge Kam­mer­mu­si­ker aus­ge­sucht, die schon Prei­se ge­won­nen ha­ben. Das ist ei­ne wun­der­ba­re Auf­ga­be. Ich hö­re mir sehr vie­le Künst­ler an und wäh­le oft auch die Wer­ke aus, die ge­spielt wer­den. Die Kon­zer­te in der Vil­la fi­nan­zie­ren sich über die Ein­trit­te, was aber meis­tens nicht reicht. Den Rest­be­trag be­zah­le ich selbst. Die Klei­ne Büh­ne in Schwen­di steht auf dem Fun­da­ment der ers­ten Hal­le der Fir­ma Max Weis­haupt und wur­de 1960 von Ar­chi­tekt Ur­ban Mann aus Laupheim als Ki­no für die Mit­ar­bei­ter der Fir­ma er­baut. Denn ei­nen Fern­se­her gab es da­mals in den we­nigs­ten Woh­nun­gen. Der an­stei­gen­de Saal mit Ki­no­ses­seln für 200 Be­su­cher über­dau­er­te mit sei­ner Holz­ver­klei­dung, sei­ner ele­gan­ten De­cken­kur­vatur so­wie sei­ner sehr gu­ten Akus­tik 55 Jah­re fast oh­ne Ve­rän­de­rung. Bei der jet­zi­gen Re­no­vie­rung wur­den le­dig­lich die wein­rot be­zo­ge­nen Sit­ze, der dun­kel­tür­kis­far­be­ne Büh­nen­vor­hang, die in Blau­tö­nen ab­ge- Al­so sind Sie selbst auch Mä­zen. Wer be­tei­ligt sich sonst noch? Wir sind in Laupheim ei­ne Art Kon­sor­ti­um aus Pri­vat­leu­ten, Un­ter­neh­mern und Mu­sik­in­ter­es­sier­ten, und wir spon­sern die Kon­zer­te, die seit zwei Jah­ren auch in Schloss Groß­laupheim statt­fin­den. Dort gibt es 700 Plät­ze. Nun ist mit der Klei­nen Büh­ne in Schwen­di ein drit­ter her­vor­ra­gen­der Auf­füh­rungs­ort ge­schaf­fen wor­den, den Sieg­fried Weis­haupt fi­nan­ziert. Ih­re Pro­gramm­aus­wahl liest sich wie das „Who is who“ei­nes hoch­ka­rä­ti­gen Klas­sik­be­triebs. Wie wird das auf Dau­er im länd­li­chen Ober­schwa­ben funk­tio­nie­ren? Mir per­sön­lich geht es im­mer um bes­te Qua­li­tät. Wir möch­ten vom Pro­gramm her im Be­reich der Klas­sik blei­ben und über das Jahr hin­weg Mo­men­te der in­ten­si­ven Kon­zen­tra­ti­on auf Mu­sik er­leb­bar ma­chen. War­um soll­te das bei so viel Be­geis­te­rung und so tol­len Kon­zer­ten nicht mög­lich sein? Wel­che nächs­ten High­lights ha­ben Sie in der Pla­nung? Ich freue mich, dass wir im kom­men­den Jahr das Fau­ré Quar­tett und das Ar­te­mis Streich­quar­tett hier ha­ben wer­den. Au­ßer­dem kom­men die Stutt­gar­ter Phil­har­mo­ni­ker nach Laupheim. stuf­ten La­mel­len der Büh­nen­wand und die hin­te­re Stoff­ver­klei­dung in Alt­ro­sa er­neu­ert. Neu hin­zu ka­men ei­ne Schall­wand aus Ahorn­holz so­wie ei­ne Be­lüf­tungs­an­la­ge. Der ehe­ma­li­ge Ein­gang mit Soln­ho­fe­ner Kalk­stein­plat­ten, Glas­tü­ren und Lam­pen ist ori­gi­nal er­hal­ten. Dar­an an­schlie­ßend führt nun ein Kor­ri­dor zum neu er­bau­ten Foy­er mit raum­ho­her Ver­gla­sung und ei­nem Wand­bild von Hans Pe­ter Reu­ter, des­sen satt­blaue Ka­chel­mo­ti­ve hier ei­nen leb­haf­ten Ak­zent set­zen. In ei­ner Re­kord­zeit von sechs Mo­na­ten wur­de der An­bau von Ar­chi­tekt Hans- Ge­org Ziegler aus Ulm fer­tig­ge­stellt. ( dls)

FO­TO: RASEMANN

Wal­ter Mau­er­mann

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