Tem­po 7 in der Burg­stra­ße steht auf Kip­pe

Ver­kehrs­be­ru­hig­te Zo­ne in der Ober­stadt: Wird die Än­de­rung zu­rück­ge­nom­men?

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - OBERSCHWABEN UND DONAU - Von Bernd Ad­ler

RA­VENS­BURG - Die im Ju­li ein­ge­führ­te ver­kehrs­be­ru­hig­te Zo­ne in der Ra­vens­bur­ger Ober­stadt wird mög­li­cher­wei­se wie­der ab­ge­schafft. Ent­spre­chen­de Aus­sa­gen gab es von der Stadt­ver­wal­tung ge­gen­über der Agen­da­grup­pe Ober­stadt. Jetzt be­rät der Ver­wal­tungs- und Wirt­schafts­aus­schuss des Ge­mein­de­rats das The­ma.

Schritt­ge­schwin­dig­keit ist seit Mit­te Ju­li in der Burg­stra­ße und in der Markt­stra­ße vor­ge­schrie­ben. Fuß­gän­ger, Rad­fah­rer und Au­to­fah­rer ha­ben die­sel­ben Rech­te. Theo­re­tisch dürf­ten in die­sem „ver­kehrs­be­ru­hig­ten Be­reich“Kin­der auf der Stra­ße Fe­der­ball spie­len.

Theo­re­tisch. Denn die Rea­li­tät sieht völ­lig an­ders aus. Seit die Ze­bra­strei­fen in der Burg­stra­ße ent­fernt wur­den, ist das Que­ren für Fuß­gän­ger weit­aus ris­kan­ter ge­wor­den. Vor al­lem, weil sich nur sehr we­ni­ge Au­to­fah­rer an das Li­mit von Tem­po 7 hal­ten. Auch hat die Ver­kehrs­be­ru­hi­gung Durch­fah­ren­de nicht ab­ge­schreckt: Ein merk­li­cher Rück­gang an Au­tos ist nicht fest­zu­stel­len.

Die Stadt­ver­wal­tung hat in den ver­gan­ge­nen Wo­chen die Si­tua­ti­on in der Ober­stadt un­ter­sucht; die Er­geb­nis­se und das wei­te­re Vor­ge­hen wer­den nun im Ver­wal­tungs- und Wirt­schafts­aus­schuss be­spro­chen. Bei ei­ner Ent­schei­dung dürf­te auch ei­ne Rol­le spie­len, dass sich die Stadt mit der Aus­wei­sung ei­nes „ver­kehrs­be­ru­hig­ten Be­reichs“in der Burg­stra­ße und in der obe­ren Markt­stra­ße recht­lich auf dün­nem Eis be­wegt.

Der Grund: Nach den Ver­wal­tungs­vor­schrif­ten der Stra­ßen­ver­kehrs­ord­nung kom­men für ei­nen „ver­kehrs­be­ru­hig­ten Be­reich“nur ein­zel­ne Stra­ßen in­fra­ge, und zwar sol­che „mit über­wie­gen­der Auf­ent­halts­funk­ti­on und sehr ge­rin­gem Ver­kehr“.

Die­se Stra­ßen müs­sen laut Ge­setz­ge­ber „durch ih­re be­son­de­re Gestal­tung den Ein­druck ver­mit­teln, dass die Auf­ent­halts­funk­ti­on über­wiegt und der Fahr­zeug­ver­kehr ei­ne un­ter­ge­ord­ne­te Be­deu­tung hat“. Bei­des kann man von der Burg­stra­ße und der obe­ren Markt­stra­ße nicht be­haup­ten. Rund 7000 Fahr­zeu­ge fah­ren hier je­den Tag.

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