Nach wie vor un­beug­sam

As­te­rix und Obe­lix er­le­ben ab 22. Ok­to­ber neue Co­mic-Aben­teu­er

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - JOURNAL - Von Se­bas­ti­an Ku­nig­keit

PA­RIS (dpa) - Der Gal­li­sche Krieg, ein PR-Be­ra­ter für Cä­sar, ein In­ves­ti­ga­tiv-Jour­na­list á la Wi­ki­leaks: Der neue As­te­rix-Band „Der Pa­py­rus des Cä­sar“er­scheint nächs­te Wo­che. Die Gal­li­er zei­gen sich dar­in un­beug­sam wie eh und je. Es ist der zwei­te Band der Uder­zo-Nach­fol­ger Yves Fer­ri und Di­dier Con­rad.

Wenn ein neu­es As­te­rix-Heft er­scheint, wird in Pa­ris die ganz gro­ße Büh­ne ge­wählt. 57 Me­ter über der Haupt­stadt, im ers­ten Stock des Eif­fel­turms ge­ben die Au­to­ren Ein­bli­cke in das neue Heft „Der Pa­py­rus des Cä­sar“. Die re­bel­li­schen Gal­li­er ha­ben in Frank­reich ei­nen enorm ho­hen Stel­len­wert: „Ein Star wie Ja­mes Bond“sei As­te­rix, sagt ei­ne Mo­de­ra­to­rin nach­drück­lich. Al­bert Uder­zo, zu­sam­men mit Re­né Go­scin­ny der Schöp­fer der Fi­gu­ren, ver­zieht amü­siert zu­stim­mend den Mund.

Uder­zos Nach­fol­ger Je­an-Yves Fer­ri und Di­dier Con­rad hat­ten sich in ih­rem ers­ten Heft „As­te­rix bei den Pik­ten“vor zwei Jah­ren be­hut­sam in das Gal­li­er-Uni­ver­sum vor­ge­tas­tet und sicht­lich ver­sucht, den Zei­chen­stil frü­her Fol­genauf­zu­grei­fen. Nun war­ten Fans ge­spannt, ob es dem Duo ge­lingt, auch noch ei­nen et­was ver­wo­be­ne­ren Plot zu lie­fern.

Die ers­ten Ein­bli­cke in das noch streng ge­hei­me Heft, das am 22. Ok­to­ber er­scheint, las­sen hof­fen. Es geht na­tür­lich um den ewi­gen Kampf mit den Rö­mern, der dies­mal aber of­fen­bar auch als PR-Atta­cke da­her­kommt. In­spi­riert von der Schrift „Der Gal­li­sche Krieg“, die aus Cä­sars Sicht des­sen Feld­zü­ge in Gal­li­en be­schreibt, schafft das Heft die Fi­gur ei­ner Art Spin­dok­tor der An­ti­ke: Syn­di­cus (im fran­zö­si­schen Ori­gi­nal: Bo­nus Pro­mop­lus) hält als Kom­mu­ni­ka­ti­ons­be­ra­ter des rö­mi­schen Herr­schers die Fä­den in der Hand. Da­ne­ben ver­rie­ten sie an­de­re De­tails. So wer­de ein an­ti­kes Pen­dant der so­zia- len Netz­wer­ke ei­ne Rol­le spie­len. Der Tra­di­ti­on treu blei­ben sie auch da­mit, für Fi­gu­ren Vor­bil­der aus der rea­len Welt auf­zu­grei­fen. Sol­che zwei­ten Ebe­nen sind wie die klu­gen Wort­spie­le ein Mar­ken­zei­chen. Ei­ne Art In­ves­ti­ga­tiv-Jour­na­list, der durch die Wäl­der Gal­li­ens schleicht, trägt et­wa Zü­ge von Wi­ki­leaks-Chef Ju­li­an Ass­an­ge. Für Schlagzeilen sorg­te, dass der Spin­dok­tor an den fran­zö­si­schen PR-Zar Jac­ques Sé­gué­la an­ge­lehnt ist, der einst Prä­si­dent François Mit­ter­rand ins Amt ver­half.

Lob für Fer­ri und Con­rad kommt von der Toch­ter des 1977 ver­stor­be­nen Re­né Go­scin­ny: Sie sagt, den bei­den ge­lin­ge der Spa­gat zwi­schen der Hom­mage an As­te­rix’ Vä­ter und ei­ner ei­ge­nen No­te. Fer­ri und Con­rad spre­chen be­reits über ein drit­tes Al­bum. Die Ver­la­ge dürf­te es freu­en. Das neue Heft star­tet mit ei­ner Auf­la­ge von vier Mil­lio­nen Ex­em­p­la

ren.

FO­TO: © 2015 LES ÉDITIONS AL­BERT RE­NÉ

111 Spra­chen Der neue As­te­rix- Band er­scheint am 22. Ok­to­ber.

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