Für die Kin­der ist der Bau­stel­len­all­tag span­nend

Im Kin­der­gar­ten St. Ma­ria läuft der nor­ma­le Be­trieb trotz Um­bau­maß­nah­men fast nor­mal wei­ter

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - MENGEN / LEIBERTINGEN/ MESSKIRCH - Von Ve­ra Ro­meu

MEN­GEN - Seit ei­nem hal­ben Jahr klopft, bohrt und staubt es im ka­tho­li­schen Kin­der­gar­ten Sankt Ma­ria. „Die Hand­wer­ker sind meist schon da, wenn wir mor­gens die Tü­ren für die Kin­der öff­nen“, sagt Kin­der­gar­ten­lei­te­rin Birgit Reck. Die Bau­stel­le hat nach und nach fast al­le Räu­me er­obert. Der­zeit ist das Mi­ni­mum an ver­füg­ba­rer Flä­che für den Kin­der­gar­ten­be­trieb er­reicht, doch zieht die ers­te Grup­pe schon in den nächs­ten Ta­gen in fer­ti­ge Räu­me ein.

Bau­lärm hallt durch die Räu­me. Manch­mal ha­be sie die Stim­me ih­res Ge­sprächs­part­ners am Te­le­fon kaum mehr hö­ren kön­nen, er­zählt Reck. Wenn die Kin­der um 13 Uhr zum Schla­fen ge­legt wur­den, ha­ben die Hand­wer­ker pünkt­lich nach ih­rer Mit­tags­pau­se be­gon­nen zu ar­bei­ten. „Es ist aber im­mer ir­gend­wie zu be­wäl­ti­gen ge­we­sen“, so Reck.

Die ver­füg­ba­ren Räu­me sei­en im­mer we­ni­ger ge­wor­den. „Wir ha­ben sie dann halt in­ten­si­ver ge­nutzt und bei Be­darf Mö­bel hin und her ge­scho­ben“, sagt Reck. Das Team ha­be es sich selbst kaum vor­stel­len kön­nen, aber es ging auch mal, dass Kin­der im sel­ben Raum schlie­fen, in dem die Lei­te­rin ihr Bü­ro pro­vi­so­risch auf­ge­schla­gen hat­te. Te­am­be­spre­chun­gen fin­den dort statt, wo gera­de Platz ist. Weil zwei Stand­or­te mit der­sel­ben Zahl an Mit­ar­bei­tern be­spielt wer­de, müs­sen die Er­zie­he­rin­nen tags­über auch mal vom Ge­mein­de­haus in den Kin­der­gar­ten wech­seln oder um­ge­kehrt. „Das hat das Team zu­sam­men­ge­schweißt: Wir ha­ben die Si­tua­tio­nen so ge­nom­men, wie sie ka­men und sie ge­mein­sam ge­tra­gen“, lobt Reck die Fle­xi­bi­li­tät ih­rer Mann­schaft. Auch die El­tern muss­ten fle­xi­bel sein: „Im­mer wie­der war der Zu­gang zum Kin­der­gar­ten an ei­ner an­de­ren Stel­le. Das war be­las­tend, aber die El­tern wa­ren klas­se.“

Der All­tag mit Bau­stel­le for­de­re und för­de­re die Kin­der zu­gleich. Es brau­che schon ei­ne gan­ze Por­ti­on Fle­xi­bi­li­tät, Ge­las­sen­heit und manch­mal auch Hu­mor, be­rich­tet Grup­pen­lei­ter Andre­as Pfau. Zum Glück war der Som­mer schön, die Kin­der konn­ten viel im Gar­ten spie­len. Sie ha­ben mit Be­geis­te­rung die Bau­stel­le be­ob­ach­tet und im­mer wie­der be­sich­ti­gen dür­fen.

„Gera­de die Roh­bau­pha­se war für Kin­der be­son­ders auf­re­gend. Die Hand­wer­ker wa­ren toll und ha­ben ih­nen viel er­klärt“, so Pfau. Im­mer wie­der sind auch die Grup­pen vom Ge­mein­de­haus zu Be­such ge­kom­men.

Die vier Grup­pen ge­hen oft zwi­schen bei­den Stand­or­ten hin und her: Die Kin­der ge­hö­ren auf ein­mal sicht­bar zum Stadt­bild. Sie ler­nen die We­ge durch die Stadt zu ge­hen und sich als Grup­pe zu be­we­gen. „Sie wer­den von Bür­gern an­ge­spro­chen und ant­wor­ten. Sie füh­len sich wahr­ge­nom­men“, er­klärt Pfau. „Mit den Kin­dern viel in der Stadt un­ter­wegs zu sein, ist ei­ne gu­te Sa­che“, stellt auch Lei­te­rin Reck fest. Auch die in­ten­si­ve­re Nut­zung der Mar­tins­kir­che ha­be al­len viel ge­bracht: „Das war ei­ne Ent­de­ckung, das wer­den wir so bei­be­hal­ten“, kün­digt sie an. Sor­gen der El­tern un­be­grün­det Die El­tern wa­ren teil­wei­se be­sorgt, ob die För­de­rung der Kin­der un­ein­ge­schränkt wei­ter­lau­fen kann. Auch hier geht das Team fest­ge­leg­te We­ge. Der klei­ne Schul­an­fän­ger­club ar­bei­tet wie vor der Bau­maß­nah­me ein­mal die Wo­che ganz für sich und hat ei­nen ru­hi­gen Raum im Ge­mein­de­haus da­für be­kom­men. Am Mitt­woch­mor­gen sind al­le Kin­der im Ge­mein­de­haus, sie wer­den wie ge­wohnt in Ma­xi-, Me­di-, und Mi­ni­club auf­ge­teilt, um ih­ren al­ters­ge­rech­ten Ak­ti­vi­tä­ten nach­zu­ge­hen. So kom­me das Päd­ago­gi­sche nicht zu kurz, be­tont die Kin­der­gar­ten­lei­te­rin.

Die Bau­stel­le ist ein Lern­feld: Die Kin­der se­hen, dass et­was Neu­es ent­steht, dass es da­zwi­schen ei­ne be­son­de­re Zeit gibt, die al­le for­dert, aber auch span­nend ist. „Die Qua­li­tät der neu­en Räu­me zeich­net sich be- reits ab: Es wird Spaß ma­chen, sich dar­in ein­zu­rich­ten“, freut sich Pfau. Mit­te Ok­to­ber wird der El­tern­abend in der neu­en Turn­hal­le statt­fin­den. „Wir be­kom­men ei­nen tol­len Kin­der­gar­ten, der auf dem neu­es­ten Stand ist“, freut sich Lei­te­rin Reck.

FO­TO: VE­RA RO­MEU

Die Hand­wer­ker ha­ben sich auf die Si­tua­ti­on im Kin­der­gar­ten ein­ge­stellt und er­klä­ren den Kin­dern auch mal ih­re Ar­beit.

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