Far­ben und Stahl zie­hen neu­gie­ri­ge Bli­cke auf sich

Wer­ner Schmidt und Mar­kus F. Strie­der stel­len in der Ga­le­rie Wohl­hü­ter aus

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - MESSKIRCH - Von Ve­ra Ro­meu

THAL­HEIM - Vie­le Be­su­cher sind zur Ver­nis­sa­ge der Aus­stel­lung des Bild­hau­ers Mar­kus F. Strie­der und des Ma­lers Wer­ner Schmidt in die Ga­le­rie Wohl­hü­ter ge­kom­men. Der Ge­schäfts­füh­rer des ba­den-würt­tem­ber­gi­schen Künst­ler­bun­des Cle­mens Ott­nad hielt die Lau­da­tio. Die Farb­ver­schich­tung auf den Bil­dern Schmidts und die stoff­li­chen Ver­schich­tun­gen bei den Stahl­plas­ti­ken Strie­ders wirk­ten in sich her­me­tisch ge­schlos­sen, sag­te er. Doch das Prin­zip der Her­me­tik in der An­ti­ke sei es, sich der Ge­heim­leh­re durch all­mäh­li­che Ein­sicht zu be­mäch­ti­gen. So sei es auch in der Be­trach­tung der Wer­ke Strie­ders und Schmidts.

Schmidt be­trei­be die Ma­le­rei bis zum Äu­ßers­ten, in vie­len Schich­ten ent­ste­he ei­ne pig­men­tier­te Ober­flä­che von Far­be und Licht. Bei Strie­der mach­te Ott­nad ein bild­ne­ri­sches Den­ken fest, der Künst­ler be­trei­be See­len­for­schung. Im Wi­der­spruch zur Vor­stel­lung des Be­trach­ters – Stahl sei schwer – di­ri­gie­re Strie­der leicht­hän­dig das glü­hen­de ge­schmei­di­ge Me­tall in die künst­le­ri­sche Form und ent­he­be sie ih­rer Schwe­re.

Beim Rund­gang durch die Ga­le­rie ent­deckt der Be­su­cher ei­nen Kos­mos von Skulp­tu­ren und Bil­dern, die das Ga­le­ris­ten­paar Ger­lin­de und Wer­ner Wohl­hü­ter in ei­ner har­mo­ni­schen Ord­nung ar­ran­giert ha­ben. Schmidts groß­for­ma­ti­gem „Schwar­zem Quar­tett“an der Wand lie­gen gro­ße aus Stahl ge­schmie­de­te Plas­ti­ken ge­gen­über, die den Na­men „Se­men­ces“(Saat­gut) tra­gen: Leicht, wie vom Wind ver­streut, spie­gelt sich die künst­le­ri­sche Aus­saat auf dem Bo­den der Hal­le in den Ta­feln des Quar­tetts wi­der.

Schmidts Bil­dern muss man sich nä­hern: Der Trä­ger der Pig­men­te und die Farb­flä­che sind au­to­nom und doch un­lös­lich an­ein­an­der­ge­bun­den. Am Rand des Trä­gers, wo sich die ge­schlos­se­ne Farb­flä­che all­mäh­lich auf­löst, haf­tet der Blick des Be­trach­ters. Er ahnt die vie­len Farb­schich­ten, oh­ne sie in ih­rem Ur­grund je­mals auf­lö­sen zu kön­nen.

Strie­der ver­blüfft durch sei­nen Um­gang mit der Schwe­re des Stahls: Er zau­bert Leich­tig­keit und Poe­sie, wo au­gen­schein­lich Zent­ner­ge­wicht reg­los ruht. Fein­füh­lig trotzt er dem Ma­te­ri­al. Spek­ta­ku­lär sind die Knäu­el von Li­ni­en, die sich plas­tisch win­den, im Au­gen­blick der Be­we­gung er­starrt.

Auf­re­gend sind Strie­ders sechs far­bi­ge Tu­sche­zeich­nun­gen, die Wer­ner Wohl­hü­ter ka­bi­nett­gleich in ei­nem Raum grup­piert hat. Trans­pa­rent und ver­dich­tet lie­gen Schich­ten über­ein­an­der wie Ge­dan­ken. Pur­pur­rot, fla­schen­grün, erd­braun: Die Far­ben schwin­gen auf dem Blatt mit gro­ßer Ele­ganz.

FO­TO: RO­MEU

Ga­le­rist Wer­ner Wohl­hü­ter be­grüßt die Gäs­te und Künst­ler.

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