„Man­ko der schnel­len Ge­gen­tref­fer“

Trai­ner Schil­li bringt F.A.L.-Pro­blem auf den Punkt - Den­kin­ger brau­chen den „Kick“

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - REGIONALSPORT - Von Oli­ver Koth­mann

Aus zwei­er­lei Grün­den fühl­te sich das 2:2-Un­ent­schie­den ge­gen den SV Kup­pen­heim für Ver­bands­li­gaSchluss­licht Spvgg. F.A.L. am Sonn­tag wie ein Sieg an. Ers­tens: Mit Kup­pen­heim nahm man nicht ir­gend­wem, son­dern dem bis da­to Ta­bel­len­ers­ten ei­nen Zäh­ler ab. Zwei­tens: Der Aus­gleichs­tref­fer von Mark Bur­gen­meis­ter, der F.A.L. in der 19. Mi­nu­te auch schon mit 1:0 in Füh­rung ge­schos­sen hat­te, fiel erst in der Nach­spiel­zeit. In­te­rims­coach Jo­han­nes Schil­li: „Ja, es war ein ge­fühl­ter Sieg und wir hat­ten am En­de et­was Glück. Wir dür­fen aber si­cher auch sa­gen, dass wir uns die­sen Punkt voll­kom­men ver­dient ha­ben.“

Kein Wi­der­spruch! Le­dig­lich in der An­fangs­pha­se wur­den die 14 Ta­bel­len­plät­ze Un­ter­schied zwi­schen den bei­den Teams noch deut­lich er­kenn­bar. Dann be­gann Mark Bur­gen­meis­ter, ihn zu ver­wi­schen: Auf Vor­ar­beit von Reich­le und Se­bas­tia­ni be­sorg­te der schlak­si­ge Knip­ser in der 19. Mi­nu­te die 1:0-Füh­rung für die Fri­ckin­ger. Es war be­reits Bur­gen­meis­ters fünf­ter Sai­son­tref­fer. Was dann folg­te, war Schil­li & Co. aus der leid­vol­len Er­fah­rung der ver­gan­ge­nen Wo­chen be­reits be­kannt: Auf den ei­ge­nen Tref­fer folg­te mehr oder min­der post­wen­dend das Ge­gen­tor. So auch am Sonn­tag, als der Kup­pen- hei­mer Wes­ter­mann nur sechs Mi­nu­ten nach Bur­gen­meis­ters 1:0 den 1:1-Aus­gleich be­sorg­te. „Das ist uns jetzt schon mehr­fach pas­siert. Wes­halb, dar­über kann man nur spe­ku­lie­ren. Du kannst im Fuß­ball nicht al­les er­klä­ren“, sagt Schil­li. Ei­ne Ver­mu­tung lä­ge in­des na­he: „Klar, dass so was eher pas­siert, wenn das Selbst­ver­trau­en durch Nie­der­la­gen ge­lit­ten hat.“

Noch im­mer war­tet F.A.L. nach nun­mehr neun Spie­len ja auf den ers­ten „ech­ten“Sieg, erst drei Un­ent­schie­den ge­lan­gen bis­her.

Als wie­der­um Wes­ter­mann den SV Kup­pen­heim bald nach der Pau­se (56.) mit 2:1 in Füh­rung schoss, stemm­ten sich die Gast­ge­ber mit al­len Mit­teln ge­gen die dro­hen­de Nie­der­la­ge. Die Be­loh­nung folg­te in der Nach­spiel­zeit durch die sport­li­che F.A.L.-Le­bens­ver­si­che­rung in Per­son, Mark Bur­gen­meis­ter, mit dem 2:2-Aus­gleich durch des­sen Sai­son­tref­fer Num­mer sechs. Schil­li: „Wir wis­sen, was wir an ihm ha­ben. Nach­dem er sich in den ers­ten Spie­len auch erst­mal wie­der ein biss­chen an das hö­he­re Ver­bands­li­ga­ni­veau ge­wöh­nen muss­te, ist er jetzt voll da.“

Am Bei­spiel Mark Bur­gen­meis­ter wird deut­lich, dass F.A.L. durch­aus Po­ten­zi­al in sei­nen Rei­hen hat, das Ver­bands­li­ga­an­sprü­chen ge­nügt. Und auch aus der zwei­ten Rei­he tau­chen bei Be­darf Leis­tungs­trä­ger auf: Der jun­ge Tor­hü­ter Ni­k­las Meß­mer zum Bei­spiel, der vor zwei Wo­chen in der Halb­zeit des Der­bys ge­gen Ra­dolf­zell für den am Knie ver­letz­ten Stamm­kee­per Mat­thi­as Wind (Me­nis­kus­scha­den) ein­sprin­gen muss­te und so­fort über­zeug­te. Schil­li: „Stimmt, er macht sei­ne Sa­che bis­lang sehr gut.“

Fünf­mal ver­lor F.A.L. bis­lang mit ei­nem Tor Un­ter­schied, drei­mal spiel­te das Team un­ent­schie­den. „Es fehlt nicht viel“, sagt Schil­li. „Die knap­pen Re­sul­ta­te sind er­mu­ti­gend. Wenn wir das Man­ko der schnel­len Ge­gen­tref­fer in den Griff be­kom­men, dann wer­den wir auch Spie­le ge­win­nen.“

Ganz schwer wird dies jetzt al­ler­dings am Sams­tag noch­mal: Dann geht die Rei­se zum Of­fen­bur­ger FV, den F.A.L. mit dem Re­mis ge­gen Kup­pen­heim zum neu­en Ta­bel­len­füh­rer ge­macht hat.

Gro­ße Zuf­rie­den­heit herrsch­te am ver­gan­ge­nen Wo­che­n­en­de auch beim SV Den­kin­gen, der im Lan­des­li­ga-Der­by beim FV Wal­berts­wei­ler/Ren­gets­wei­ler als ver­dien­ter 2:0-Sie­ger vom sat­ten Ra­sen­grün der Mar­co-Sport­are­na ging. Die Mann­schaft von Trai­ner Andre­as Reis­ser zeig­te da­bei den Him­mels­stür­mern von Joa­chim Rud­dies die Gren­zen auf. Das Der­by weck­te bei Walz & Co of­fen­bar Kräf­te, die im nor­ma­len Li­gaall­tag bis­lang sanft in den Spie­ler­bei­nen- und Köp­fen vor sich hin schlum­mer­ten. Die ma­ge­ren bis­he­ri­gen Re­sul­ta­te und Leis­tun­gen, de­ret­we­gen die Den­kin­ger vor dem Der­by mit sie­ben Zäh­lern aus neun Spie­len auf dem dritt­letz­ten Platz stan­den, las­sen kei­ne an­de­ren Schlüs­se zu. Reis­ser: „Stimmt schon, of­fen­bar brau­chen bei uns man­che den be­son­de­ren Kick.“Wäh­rend in den meis­ten bis­he­ri­gen Spie­len „manch­mal sechs oder sie­ben Spie­ler un­ter ih­ren Mög­lich­kei­ten“ge­blie­ben wa­ren, sei­en es „dies­mal nur ei­ner oder zwei“ge­we­sen, so Reis­ser. Nicht da­zu ge­hör­te Kee­per In­go Schwäg­ler, der mit zwei star­ken Re­ak­tio­nen in der zwei­ten Halb­zeit (bei ei­nem Frei­stoß­ham­mer von Schuh­ma­cher und ei­nem Eins-ge­gen-Eins-Du­ell mit Stro­bel), da­für sorg­te, dass die 2:0-Füh­rung nicht mehr ins Wan­ken ge­riet.

Der SV Den­kin­gen muss qua­li­ta­tiv al­so we­sent­lich hö­her ein­ge­stuft wer­den, wie es der nun­mehr viert­letz­te Ta­bel­len­platz noch im­mer ver­mu­ten lässt. Die Kon­kur­renz im Kampf um den Klas­sen­er­halt dürf­te ge­warnt sein.

SZ- AR­CHIV: BODON

Dann macht es „bumm!“: Mark Bur­gen­meis­ter (links) traf ge­gen Kup­pen­heim zwei­mal, si­cher­te da­mit am Sonn­tag den „ge­fühl­ten Sieg“ge­gen den Ta­bel­len­füh­rer. Der Tor­jä­ger ist ei­ner der per­so­ni­fi­zier­ten Hoff­nungs­trä­ger der Fri­ckin­ger auf den Klas­sen­er­halt.

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