Ga­b­ri­el ver­schärft den Ton im Streit um Tran­sit­zo­nen

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - NACHRICHTEN & HINTERGRUND -

BERLIN (dpa/epd) - Im Streit der gro­ßen Ko­ali­ti­on über Tran­sit­zo­nen für Flücht­lin­ge hat SPD-Chef Sig­mar Ga­b­ri­el den Ton ver­schärft. Die Uni­on wol­le mit ih­rem Ruf nach sol­chen Zo­nen nur in­ter­nen Streit über­tün­chen, sag­te Ga­b­ri­el nach Teil­neh­mer­an­ga­ben in ei­ner Sit­zung der SPD-Bun­des­tags­frak­ti­on. Er ha­be Kanz­le­rin An­ge­la Mer­kel ge­sagt, sinn­vol­le Maß­nah­men in der Flücht­lings­po­li­tik mit­tra­gen zu wol­len – „aber nicht sol­che, die nur da­für da sind, dass (CSU-Chef Horst) See­ho­fer wie­der lieb ist“.

Tran­sit­zo­nen sei­en nichts an­de­res als „Haft­zo­nen“, fuhr Ga­b­ri­el fort. Ei­ne Än­de­rung des Grund­rechts auf Asyl wer­de es mit der SPD nicht ge­ben, sag­te Ga­b­ri­el: „Ich ga­ran­tie­re, dass ich im Bun­des­tag nicht mei­ne Hand he­ben wer­de, um Pa­ra­graf 16 zu än­dern.“

Die Tran­sit­zo­nen kön­nen nur be­fris­tet ein­ge­rich­tet wer­den und hät­ten vor­aus­sicht­lich auch nur sehr be­grenz­te Aus­wir­kun­gen. Die Ge­werk­schaft der Po­li­zei äu­ßer­te sich skep­tisch. „Der Vor­schlag nach ei­ner Art Nie­mands­land ist recht­lich be­denk­lich und prak­tisch kaum um­setz­bar“, sag­te der stell­ver­tre­ten­de Bun­des­vor­sit­zen­de der Ge­werk­schaft der Po­li­zei, Jörg Ra­dek.

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