Re­gie­rung rech­net mit 1,7 Pro­zent Wachs­tum

Ga­b­ri­el: „Flücht­lin­ge wir­ken wie ein klei­nes Kon­junk­tur­pro­gramm“

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - WIRTSCHAFT -

BERLIN (dpa) - Die deut­sche Wirt­schaft bleibt trotz schwä­cheln­der Welt­wirt­schaft auf Wachs­tums­kurs und steu­ert aus Sicht der Bun­des­re­gie­rung auf ei­nen Be­schäf­ti­gungs­re­kord zu. Für das lau­fen­de Jahr kor­ri­gier­te sie zwar das Kon­junk­tur­p­lus leicht von 1,8 auf 1,7 Pro­zent und ist da­mit et­was vor­sich­ti­ger als füh­ren­de Wirt­schafts­for­scher. Für 2016 rech­net Schwarz-Rot aber wei­ter mit ei­nem Zu­wachs der Wirt­schafts­leis­tung um 1,8 Pro­zent so­wie ei­ner Re­kord­zahl von mehr als 43 Mil­lio­nen Er­werbs­tä­ti­gen.

Wirt­schafts­mi­nis­ter Sig­mar Ga­b­ri­el (SPD) sag­te nach der Vor­la­ge der Herbst­pro­gno­se am Mitt­woch in Berlin, die gu­te und ro­bus­te Vor­her­sa­ge sei auch ei­ne gu­te Vor­aus­set­zung da­für, die In­te­gra­ti­on von Flücht­lin­gen in Deutsch­land zu schaf­fen. „Da­bei hilft uns die gu­te wirt­schaft­li­che Ent­wick­lung, und da­bei wird es auch blei­ben“, sag­te der Vi­ze­kanz­ler.

Die zu­sätz­li­chen Mil­li­ar­den-Be­trä­ge für Schu­len, Ki­tas und Bil­dung als Re­ak­ti­on auf die Flücht­lings­zah­len wirk­ten wie ein klei­nes Kon­junk­tur­pro­gramm. „Aber das wird eher im nächs­ten Jahr ei­ne Rol­le spie­len“, sag­te Ga­b­ri­el. Dies kos­te zwar Geld. Viel teu­rer wer­de es aber, wenn man kei­ne Kin­der ha­be. „Die In­ves­ti­ti­on jetzt in die Kin­der der Flücht­lings­fa­mi­li­en, das ist ei­ne In­ves­ti­ti­on, die dem Land viel Geld spa­ren wird.“

Er­war­te­te Steu­er­aus­fäl­le für den Staat in Fol­ge des VW-Ab­gas-Skan­dals sei­en be­reits be­rück­sich­tigt. Auf die Wirt­schafts­pro­gno­se ha­be die Ent­wick­lung bei Volks­wa­gen kei­nen nach­hal­ti­gen Ein­fluss, be­ton­te der Wirt­schafts­mi­nis­ter. Die Herbst­pro­gno­se ist Ba­sis für die Steu­er­schät­zung im No­vem­ber.

„Die gu­te Nach­richt ist: Der Ar­beits­markt und die Be­schäf­ti­gungs­la­ge blei­ben wei­ter­hin au­ßer­or­dent­lich stark“, sag­te Ga­b­ri­el. Die Zahl der Er­werbs­tä­ti­gen wer­de 2015 um 284 000 Per­so­nen und im nächs­ten Jahr um 271 000 auf das Re­kord­ni- veau von dann 43,3 Mil­lio­nen Er­werbs­tä­ti­gen zu­neh­men. In Fol­ge der „ho­hen Zu­wan­de­rung“wer­de die Zahl der Ar­beits­lo­sen 2016 al­ler­dings vor­aus­sicht­lich um 60 000 Per­so­nen zu­neh­men. In die­sem Jahr wer­de da­ge­gen noch­mals ein Rück­gang um rund 98 000 Per­so­nen er­war­tet. Star­ker Kon­sum Ge­tra­gen wird der ver­hal­te­ne Auf­schwung vom star­ken Kon­sum der Bür­ger, die bei stei­gen­den Ein­kom­men und ge­rin­ger Teue­rung mehr Geld im Porte­mon­naie ha­ben. Ga­b­ri­el sag­te, zum Wirt­schafts­wachs­tum tra­ge vor al­lem ei­ne bes­se­re Lohn- und Ge­halts­ent­wick­lung als in frü­he­ren Jah­ren bei – „si­cher auch der Min­dest­lohn und die Ren­ten­po­li­tik der Bun­des­re­gie­rung“. Dies kur­be­le die Bin­nen­nach­fra­ge an.

Die­se Ent­wick­lung wer­de sich aber nicht „bruch­los“fort­set­zen. Bei Fach­kräf­ten, der Di­gi­ta­li­sie­rung so­wie der For­schung und Ent­wick­lung wer­de Deutsch­land noch zu­le­gen müs­sen.

Die Net­to­löh­ne und -ge­häl­ter je Ar­beit­neh­mer neh­men in die­sem Jahr der Regierungsprognose zu­fol­ge um 2,6 Pro­zent und im kom­men­den Jahr um 2,4 Pro­zent zu. Die ver­füg­ba­ren Ein­kom­men der pri­va­ten Haus­hal­te wer­den sich dem­nach in die­sem Jahr um 2,6 Pro­zent er­hö­hen und im kom­men­den Jahr et­was stär­ker um 2,8 Pro­zent. Die pri­va­ten Kon­sum­aus­ga­ben dürf­ten im Jah­res­durch­schnitt preis­be­rei­nigt um je­weils 1,8 Pro­zent zu­neh­men.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.