Für die Ga­le­rie

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - WIRTSCHAFT - Von Wolf­gang Mul­ke

Die Rück­ruf-An­ord­nung des Kraft­fahrt-Bun­des­am­tes an Volks­wa­gen kam über­ra­schend. Die Be­hör­de hat nicht den Ruf, die Au­to­mo­bil­her­stel­ler be­son­ders hart an­zu­pa­cken. Steht hier ein Sin­nes­wan­del an, weg von den In­ter­es­sen der In­dus­trie hin zu de­nen von Um­welt und Ver­brau­chern?

Zwei­fel sind an­ge­bracht. Es ist eher der Druck der Öf­fent­lich­keit auf die Po­li­tik, der die Rück­ruf­pflicht aus­ge­löst hat. Die Auf­klä­rung der Hin­ter­grün­de geht nur lang­sam vor­an. Die Öf­fent­lich­keit will wis­sen, was ge­lau­fen ist und an­ders­wo viel­leicht noch läuft. Mit der Rück­rufan­ord­nung, hin­ter der Ver­kehrs­mi­nis­ter Alex­an­der Do­brindt steckt, si­gna­li­siert die Re­gie­rung Här­te und Auf­klä­rungs­be­reit­schaft.

Zu­gleich ist es ein Ablen­kungs­ma­nö­ver. Die­sel­be Bun­des­re­gie­rung, oder Tei­le da­von, wir­ken in Brüssel auf ei­nen mo­de­ra­ten Um­gang mit Ab­gas­vor­ga­ben hin. Die Au­to­in­dus­trie ist zu wich­tig, als dass sie ei­nes Skan­dals we­gen im Re­gen ste­hen ge­las­sen wer­den wür­de. Der Lob­by­is­ten-Ein­fluss scheint un­ge­bro­chen. Je­den­falls be­klag­te Um­welt­mi­nis­te­rin Bar­ba­ra Hend­ricks erst die­se Wo­che de­ren mas­si­ve Ein­fluss­nah­me. Der Ak­tio­nis­mus des Mi­nis­te­ri­ums und sei­ner nach­ge­ord­ne­ten Be­hör­de ist mehr für die Ga­le­rie ge­dacht.

Es geht um um­welt­ge­rech­te Nor­men für die Au­to­mo­bi­le und das Stop­fen von Schlupf­lö­chern beim Nach­weis norm­ge­rech­ter Pro­duk­te. Da­mit tut sich das Ver­kehrs- wie das Wirt­schafts­mi­nis­te­ri­um schwer.

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