Stadt lässt ih­re Ge­schi­che ak­tua­li­sie­ren

Gam­mer­tin­gen gibt zwei his­to­ri­sche Ar­bei­ten in Auf­trag – Kos­ten­punkt: 36 000 Eu­ro

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - ALB/ LAUCHERT - Von Ignaz Stös­ser

GAM­MER­TIN­GEN - 36 000 Eu­ro wird die Stadt Gam­mer­tin­gen für die Au­f­ar­bei­tung ih­rer Ge­schich­te be­reit­stel­len. Das hat der Ge­mein­de­rat in sei­ner jüngs­ten Sit­zung be­schlos­sen. Zum ei­nen soll der Archäo­lo­ge Sö­ren From­mer die Aus­gra­bungs­er­geb­nis­se auf dem Schloss­platz aus­wer­ten. Und zum an­de­ren soll der His­to­ri­ker Ca­si­mir Bu­mil­ler die Stadt­ge­schich­te ak­tua­li­sie­ren, ins­be­son­de­re die Pe­ri­ode der Gra­fen von Gam­mer­tin­gen.

„Es wä­re sinn­voll an­ge­leg­tes Geld“, sag­te Bür­ger­meis­ter Hol­ger Jerg über bei­de Pro­jek­te und warb mit die­sen Wor­ten für die Zu­stim­mung der Ge­mein­de­rä­te. Die­se sa­hen das ähn­lich und stimm­ten oh­ne Dis­kus­si­on den Aus­ga­ben zu. Da­mit kann die Stadt ih­re Ge­schich­te auf den neu­es­ten Stand der Er­kennt­nis­se brin­gen.

AN­ZEI­GE

Der Archäo­lo­ge From­mer hat be­reits wäh­rend der Sa­nie­rung der Mi­chels­kir­che Aus­gra­bun­gen vor­ge­nom­men und im An­schluss ei­ne wis­sen­schaft­li­che Ar­beit ver­fasst, die von der Stadt und von der Denk­mal­be­hör­de des Lan­des Ba­den-Würt­tem­berg ge­mein­sam fi­nan­ziert wur­de. Nun soll mit den Aus­gra­bun­gen vor dem Gam­mer­tin­ger Schloss, dem heu­ti­gen Rat­haus, Ähn­li­ches ge­sche­hen. Jerg nennt die durch die Aus­gra­bun­gen ge­won­ne­nen Er­kennt­nis­se „stadt­his­to­risch be­deut­sam“.

From­mers Ar­beit soll ins­ge­samt 32 000 Eu­ro kos­ten. Die Hälf­te be­zahlt das Land. Im Rah­men der Denk­mal­för­der­pro­jek­te hat es be- reits ei­nen ers­ten an­tei­li­gen Haus­halts­an­satz be­reit­ge­stellt. Eben­so hat auch die Stadt in ih­rem Haus­halts­plan für das lau­fen­de Jahr be­reits 8000 Eu­ro vor­ge­se­hen. Im kom­men­den Jahr soll je­weils die zwei­te Hälf­te be­reit­ge­stellt wer­den. Die wis­sen­schaft­li­che Aus­wer­tung, die From­mer er­ar­bei­tet, wird bei­den Part­nern so­wohl di­gi­tal als auch in Pa­pier­form zur Ver­fü­gung ge­stellt. Au­ßer­dem soll die Ar­beit auch in Form ei­nes all­ge­mein ver­ständ­li­chen Bu­ches ver­öf­fent­licht wer­den.

Die zwei­te Ar­beit, die wis­sen­schaft­li­che Ak­tua­li­sie­rung der Gam­mer­tin­ger Stadt­ge­schich­te, soll dann 20 000 Eu­ro kos­ten. Al­ler­dings gibt

sagt der Gam­mer­tin­ger Bür­ger­meis­ter Hol­ger Jerg. es da­für kei­nen Zu­schuss. Die Stadt wird nun im Haus­halt 2016 das Geld be­reit­stel­len. Was man bis­her in Gam­mer­tin­gen über die früh­mit­tel­al­ter­li­che Ge­schich­te des Städt­chens weiß, ba­siert auf der his­to­ri­schen Be­wer­tung des Gam­mer­tin­ger ver­stor­be­nen Arz­tes Her­bert Burk­hart. „In­zwi­schen gibt es neue­re Er­kennt­nis­se, so­dass die Ar­beit Burk­harts über­ar­bei­tet und neu be­wer­tet wer­den kann“, sagt Jerg.

Die neu­en Er­kennt­nis­se wur­den ei­ner­seits durch die Aus­gra­bun­gen bei der Mi­chels­kir­che und auf dem Schloss­platz ge­won­nen, an­de­rer­seits durch die neu­en Un­ter­su­chun­gen des Gam­mer­tin­ger Fürs­ten­gra­bes, die das Lan­des­mu­se­um Würt­tem­berg in Stutt­gart nach der Über­nah­me der Gr­ab­bei­ga­ben vor­ge­nom­men hat. Der His­to­ri­ker Bu­mil­ler wird sich vor al­lem auf die Neu­be­wer­tung der Ära der Gra­fen von Gam­mer­tin­gen kon­zen­trie­ren.

„Die Ar­beit Burk­harts kann über­ar­bei­tet

und neu be­wer­tet wer­den“,

AR­CHIV- FO­TO: IGNAZ STÖS­SER

Der Archäo­lo­ge Sö­ren From­mer (im Vor­der­grund) hat mit sei­nem Team im Som­mer 2013 vor dem Gam­mer­tin­ger Schloss um­fang­rei­che Aus­gra­bun­gen vor­ge­nom­men.

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