„Kehr­wo­che passt zu den Flücht­lin­gen“

Ka­ba­ret­tist Chris­toph Sonn­tag tritt in der Stadt­hal­le Sigmaringen auf

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - SIGMARINGEN / INZIGKOFEN - Von Jo­han­nes Schrön

SIGMARINGEN - Chris­toph Sonn­tag ist am Frei­tag in der Stadt­hal­le Sigmaringen auf­ge­tre­ten. Der aus Funk und Fern­se­hen be­kann­te schwä­bi­sche Ka­ba­ret­tist un­ter­hielt die Be­su­cher im Rah­men der Ver­an­stal­tungs­rei­he „SWR3 Come­dy live“mit ak­tu­el­len Fra­gen und Spä­ßen, mal ernst und mal hei­ter.

Als Ein­stieg in sein Pro­gramm äu­ßer­te er sei­ne Mei­nung zur ak­tu­el­len Flücht­lings­fra­ge: Die­se sei­en in Schwa­ben sehr gut auf­ge­ho­ben, da ih­nen mit der schwä­bi­schen Kehr­wo­che ei­ne ver­ant­wor­tungs­vol­le Auf­ga­be über­tra­gen wer­de. Ei­ne mehr­mals be­spro­che­ne The­ma­tik wa­ren an die­sem Abend au­ßer­dem die Pro­ble­me in der Lie­be, so­wohl aus Sicht des Man­nes als auch aus Sicht der Frau. So er­läu­ter­te Sonn­tag, war­um im­mer nur der Mann der­je­ni­ge ist, der sich um ei­ne er­folg­rei­che Be­zie­hung küm­mern muss: „Ei­ne Frau läuft dem Mann schließ­lich nur hin­ter­her, wenn er ih­re Hand­ta­sche ge­stoh­len hat“. Au­ßer­dem sei­en die Deut­schen und spe­zi­ell die Schwa­ben sehr ra­tio­nal bei der Part­ner­su­che, ge­treu dem Mot­to: „Schön­heit ver­geht, Hekt­ar be­steht“. Die­sen und ähn­li­che hilf­rei­che Tipps gab er im Dia­log mit dem Pu­bli­kum preis, auch als er per­sön­li­che Hin­ter­grün­de man­cher Be­su­cher er­forsch­te und zum Bei­spiel das Be­su­cher­paar Diet­mar und Mat­thäa im­mer wie­der in sein Pro­gramm ein­bau­te.

Ein wei­te­res wich­ti­ges The­ma in der Auf­füh­rung des Co­me­di­ans war der zu­neh­men­de Stress im all­täg­li­chen Le­ben. Nicht nur, dass man sich als an­ge­hen­der Fa­mi­li­en­va­ter oder an­ge­hen­de Mut­ter mit un­zäh­li­gen neu­en Her­aus­for­de­run­gen kon­fron­tiert sieht, hin­zu kommt die stän­di­ge Er­reich­bar­keit, die ei­nem von der mo­der­nen Tech­nik ab­ver­langt wird. Hat man sich an die­se Din­ge ge­wöhnt, dann kann man sich dar­auf ver­las­sen, dass ei­nem beim Ein­kauf der letz­te Nerv ge­raubt wird, phi­lo­so­phier­te Sonn­tag über das Le­ben. Un­ter an­de­rem die­se Pro­ble­me des All­tags füh­ren bei vie­len Men­schen da­zu, dass man sich abends in der Kn­ei­pe wie­der­fin­det und trüb­se­lig sin­nie­rend sein Bier ge­nießt. Auch das kön­ne aber meis­tens nicht zur Bes­se­rung ver­hel­fen, denn, so weiß Chris­toph Sonn­tag, „schwie­ri­ger als der All­tag ist nur der Aus­stieg aus dem All­tag“. Kret­sch­mann ist auch da Zwi­schen all die­sen Fra­gen, grund­le­gen­den Dis­kus­sio­nen und phi­lo­so­phi­schen Ex­kur­sen dür­fen auch die be­kann­ten For­ma­te von Sonn­tag nicht feh­len: „Die sie­ben un­ge­lös­ten Fra­gen der Welt­ge­schich­te“wa­ren ge­nau­so ver­tre­ten wie das For­mat „Muss des sei...“, bei dem der Ka­ba- ret­tist All­tags­be­ge­ben­hei­ten hin­ter­fragt. Mit von der Par­tie wa­ren auch wie­der die Par­odi­en vom ba­den­würt­tem­ber­gi­schen Mi­nis­ter­prä­si­den­ten Win­fried Kret­sch­mann und des­sen Vor-Vor­gän­ger Gün­ther Oet­tin­ger, die als Sta­tu­en im Jah­re 2046 auf ih­re po­li­ti­schen Kar­rie­ren zu­rück­bli­cken.

„Für mich hat sich der Abend ge­lohnt, ich konn­te gut la­chen. Au­ßer­dem ist es na­tür­lich ein Un­ter­schied, Chris­toph Sonn­tag live statt nur im Fern­se­hen zu se­hen“, sag­te Wer­ner Beck. Der Schü­ler Lu­kas Fi­scher be­reu­te sei­nen Be­such nicht: „Um be­sag­tem All­tags­stress zu ent­kom­men, ist es sehr hilf­reich, über die et­was ei­gen­tüm­li­chen An­sich­ten des Co­me­di­ans la­chen zu kön­nen“.

Sonn­tag ver­ab­schie­de­te sich mit meh­re­ren Zu­ga­ben und spon­ta­nen Tanz­ein­la­gen vom Sig­ma­rin­ger Pu­bli­kum und kün­dig­te sei­ne Rück­kehr in die Stadt­hal­le im nächs­ten Jahr an.

FOTO: JO­HAN­NES SCHRÖN

Chris­toph Sonn­tag lässt sich in der Sig­ma­rin­ger Stadt­hal­le nicht nur über die ak­tu­el­le Flücht­lings­po­li­tik aus.

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