Kreis­tag lehnt Ver­band ab

Zur Er­hal­tung der Land­schaft wird es kei­nen Ver­band ge­ben.

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - ERSTE SEITE - Von Micha­el He­scheler

SIGMARINGEN - Der Kreis­tag hat den Land­schafts­er­hal­tungs­ver­band (LEV) ab­ge­lehnt. Bei der Sit­zung am Mon­tag­nach­mit­tag stimm­ten 25 Kreis­rä­te ge­gen das Kon­zept der Kreis­ver­wal­tung, 13 Kreis­rä­te un­ter­stütz­ten den Vor­schlag von Land­rä­tin Ste­fa­nie Bürk­le.

Lei­den­schaft­lich tausch­ten die Kreis­rä­te im Land­rats­amt ih­re Ar­gu­men­te aus. Der CDU-Frak­ti­ons­spre­cher Tho­mas Kug­ler sag­te: „Hier pral­len Ideo­lo­gen und Prak­ti­ker auf­ein­an­der.“Sei­ne Frak­ti­on, die ge­schlos­sen ge­gen den Land­schafts­er­hal­tungs­ver­band stimm­te, zählt er zu den Prak­ti­kern. Sein Haupt­kri­tik­punkt: Der Ver­band kön­ne nichts ent­schei­den, son­dern nur be­ra­ten und ver­mit­teln. „Wir bau­en zu­sätz­li­che Struk­tu­ren auf, des­halb sind wir da­ge­gen“, sag­te Kug­ler. Sein Frak­ti­ons­kol­le­ge Ste­fan Bubeck wur­de noch deut­li­cher: „Es ist ei­ne Fra­ge der Ver­nunft, Struk­tu­ren nicht dop­pelt und drei­fach zu schaf­fen.“

Aus Sicht der Kreis­ver­wal­tung macht der Ver­band Sinn, da Ak­teu­re wie Na­tur­schüt­zer, Land­wir­te und Ver­wal­tung an ei­nem Tisch sä­ßen, und der Na­tur­schutz so mehr Ak­zep­tanz ge­win­ne. Win­fried Köp­fer (SPD) sag­te, dass der Ver­band kein „Teu­fels­werk“der grün-ro­ten Lan­des­re­gie­rung sei. Die Idee sei we­sent­lich äl­ter. Köp­fer kri­ti­sier­te, dass die CDU mit ih­rer Ab­leh­nung 143 000 Eu­ro ver­schen­ke. Mit die­sem Geld hät­te das Land 1,5 Stel­len ge­schaf­fen.

Jo­han­nes Kret­sch­mann (Grü­ne) wehr­te sich da­ge­gen, als Ideo­lo­ge be­zeich­net zu wer­den. „Wir sind kei­ne grü­nen Pa­ra­dies­vö­gel, uns geht es um un­se­re Hei­mat.“Rai­ner Blum von den Frei­en Wäh­lern warb für den LEV, weil er die bei Bau­vor­ha­ben vor­ge­schrie­be­nen Aus­gleichs­maß­nah­men nicht für aus­rei­chend hält. Die Frei­en Wäh­ler stimm­ten nicht ein­heit­lich, ein Teil un­ter­stütz­te den von der CDU ein­ge­brach­ten An­trag.

Dar­in wird die Kreis­ver­wal­tung auf­ge­for­dert, die an­ste­hen­den Auf- ga­ben in der Land­schafts­pfle­ge mit dem be­ste­hen­den Per­so­nal zu be­wäl­ti­gen. Grund­sätz­lich er­klär­te sich die CDU aber da­zu be­reit, ei­ne zu­sätz­li­che Stel­le zu schaf­fen. Dar­über müs­se aber noch ein­mal ge­son­dert be­ra­ten wer­den.

Land­rä­tin Bürk­le sag­te da­zu: „Wir sind mit un­se­rem be­ste­hen­den Per­so­nal an der Kan­te.“Trotz die­ser Aus­sa­ge wird sich die Kreis­ver­wal­tung über­le­gen müs­sen, wie sie den Land­schafts­schutz mög­lichst kos­ten­neu­tral um­setzt.

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Die Land­schafts­pfle­ge bleibt im Kreis die Sa­che von Na­tur­schutz­be­hör­de, Land­wir­ten und Na­tur­schüt­zern. Der an­ge­dach­te Ver­band kommt nicht.

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