Bür­ger müs­sen sich zum Dor­f­la­den be­ken­nen

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - KRAUCHENWIES/ INZIGKOFEN - Von Patrick Laabs p. laabs@ schwa­ebi­sche. de

Oh­ne Zwei­fel: Dass sich ein gu­tes Drit­tel al­ler Haus­hal­te aus In­zig­kofen, Vil­sin­gen und En­gels­wies an der Haus­halts­be­fra­gung be­tei­ligt hat, darf als Er­folg gel­ten. Pro­fes­sor Mar­kus Leh­mann von der Hoch­schu­le Alb­stadt-Sigmaringen ver­wies zu­recht auf po­li­ti­sche Wah­len, die häu­fig kaum mehr Bür­ger mo­bi­li­sie­ren. Bür­ger­meis­ter Bernd Gom­bold sprach an­ge­sichts von rund 300 Haus­hal­ten, die sich ei­ne Zu­kunft des Dor­f­la­dens wün­schen, von ei­ner „gi­gan­ti­schen Rück­mel­dung“– und von ei­nem Auf­trag der Bür­ger, man mö­ge sich in­ten­siv mit Mög­lich­kei­ten zur Fort­füh­rung der Nah­ver­sor­gung in In­zig­kofen be­schäf­ti­gen.

Doch wie so oft im Le­ben gibt es auch hier ei­ne an­de­re Sicht­wei­se: Wenn es die Bür­ger aus 800 von 1200 Haus­hal­ten über Wo­chen nicht für nö­tig hal­ten, den Fra­ge­bo­gen aus­zu­fül­len, kann dies zu­min­dest als „lei­ses Nein“zum Dor­f­la­den­pro­jekt in­ter­pre­tiert wer­den. Wenn rund zwei Drit­tel der Haus­hal­te, die den Dor­f­la­den be­grü­ßen, an­gibt, den ak­tu­el­len Dor­f­la­den le­dig­lich „ge­le­gent­lich“auf­zu­su­chen, und die­ser dar­über hin­aus von vie­len Be­für­wor­tern in ers­ter Li­nie als Post­an­nah­me­stel­le ge­nutzt wird, schril­len die Alarm­glo­cken.

Die Eu­pho­rie der Pro­jekt­grup­pe „Dor­f­la­den“um Richard Hun­si­cker, Bru­no Dre­her und Urs Schwerz- mann ist wohl­tu­end und an­ste­ckend. Doch die Be­mü­hun­gen wer­den nur dann von Er­folg ge­krönt sein, wenn zwei Vor­aus­set­zun­gen ein­tre­ten: Ers­tens müs­sen die Initia­to­ren des Pro­jekts zu den Men­schen ge­hen und in per­sön­li­chem Kon­takt für den Dor­f­la­den wer­ben. Da­für braucht es ne­ben ei­ner ge­hö­ri­gen Por­ti­on Idea­lis­mus auch Zeit und Durch­hal­te­ver­mö­gen.

Zwei­tens muss es ge­lin­gen, dass sich ei­ne Mehr­heit der In­zig­ko­fer Bür­ger mit dem Dor­f­la­den iden­ti­fi­ziert: Im bes­ten Fall soll­ten sie als Ge­nos­sen An­tei­le am Dor­f­la­den er­wer­ben. Der In­zig­ko­fer Bür­ger hat die Zu­kunft der Nah­ver­sor­gung im Ort in der ei­ge­nen Hand.

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