Du­ell der Ex­zen­tri­ker

Wenn Re­al Ma­drid heu­te bei Pa­ris St. Ger­main an­tritt, tref­fen die Welt­stars Ro­nal­do und Ibra­hi­mo­vic auf­ein­an­der

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - SPORT -

PA­RIS (SID/sz) - Ei­gent­lich macht es we­nig Sinn ein Fuß­ball­spiel auf zwei Ak­teu­re zu re­du­zie­ren, auch dann nicht, wenn es zwei der be­rühm­tes­ten der Welt sind. Wenn heu­te (20.45 Uhr/Sky) je­doch in der Cham­pi­ons Le­ague die Vor­run­den­par­tie zwi­schen Pa­ris St. Ger­main und Re­al Ma­drid auf dem Pro­gramm steht, wird für bei­de Mann­schaf­ten viel vom je­wei­li­gen Stür­mer ab­hän­gen – denn so­wohl beim fran­zö­si­schen Ti­tel­trä­ger als auch beim spa­ni­schen Re­nom­mier­ver­ein hat sich die Zahl der ein­satz­fä­hi­gen pro­mi­nen­ten Of­fen­siv­kräf­te auf je­weils ei­ne re­du- ziert. Doch die ha­ben es in sich! Der ge­fühl­te Welt­fuß­bal­ler Zla­tan Ibra­hi­mo­vic und der tat­säch­li­che Welt­fuß­bal­ler Cris­tia­no Ro­nal­do tref­fen im Prin­zen­park auf­ein­an­der. Pas­sen­der­wei­se schrieb die spa­ni­sche „Mar­ca“vor dem Du­ell der Ego­zen­tri­ker: „Cris­tia­no al­lein ge­gen die Ge­fahr“.

Wäh­rend PSG die Ab­hän­gig­keit vom schwe­di­schen Al­lein­un­ter­hal­ter ge­wohnt ist, herrscht auf­sei­ten der Gäs­te durch­aus Ner­vo­si­tät. Die Sor­ge ist groß, dass der Ta­bel­len­füh­rer der Pri­me­ra Di­vi­si­on sei­nem der­zei­ti­gen Per­so­nal­not­stand im An­griff aus­ge­rech­net ge­gen die Pa­ri­ser Tri­but zol­len muss. Be­son­ders die Dis­kus­sio­nen über das Feh­len von Stür­mer Ga­reth Ba­le, der we­gen ei­ner Wa­den­bles­sur pau­sie­ren muss, ver­deut­li­chen die an­ge­spann­te Si­tua­ti­on im La­ger des Teams um Welt­meis­ter To­ni Kroos. „Ba­le ka­putt“, ti­tel­te die Zei­tung „AS“– und üb­te Kri­tik dar­an, dass der Wa­li­ser Ba­le vor ei­ner Wo­che trotz Pro­ble­men noch das un­be­deu­ten­de EM-Qua­li­fi­ka­ti­ons­spiel sei­nes Na­tio­nal­teams ge­gen An­dor­ra (2:0) be­strit­ten hat: „Da­für be­zahlt er jetzt.“

Weil da­zu un­ter an­de­rem auch noch die ver­letz­ten Ka­rim Ben­ze­ma und Ja­mes Ro­d­ri­guez aus­fal­len, ru­hen die Of­fen­siv- Hoff­nun­gen der Kö­nig­li­chen aus­schließ­lich auf Top­star Ro­nal­do. Der Por­tu­gie­se schoss sich auf das Du­ell ge­gen Ibra­hi­mo­vic mit sei­nem ins­ge­samt 324. Tor im Re­al-Tri­kot ein, den er am ver­gan­ge­nen Wo­che­n­en­de ge­gen UD Le­van­te (3:0) er­ziel­te. Da­mit über­flü­gel­te „CR7“, wie er sich kurz, grif­fig und leicht ver­markt­bar nennt, Klub-Iko­ne Raúl (323). Der 30-Jäh­ri­ge ist so­mit al­lei­ni­ger Re­kord­tor­jä­ger des Ver­eins.

Doch ei­nen „King Zla­tan“kann das nicht scho­cken. „Auch wenn ich äl­ter wer­de, füh­le ich, dass ich im­mer noch stär­ker wer­de“, sag­te Ibra­hi­mo­vic nun. In 137 Par­ti­en für Pa­ris ge­lan­gen „Ibra­ka­da­bra“seit 2012 sa­gen­haf­te 110 Tref­fer, dar­un­ter 24 Dop­pel­packs. „Ich bin eben wie ei­ne gu­ter Wein: je äl­ter, des­to bes­ser“, mein­te der 34Jäh­ri­ge und ver­riet, dass er noch im­mer „Hun­ger“auf dem Feld ver­spü­re: „Ich will im­mer noch mehr.“

Dass

dies nicht nur lee­re Sprü­che sind, be­wies er zu­letzt in der Li­ga. Beim SC Bas­tia war es wie­der ein­mal ihm über­las­sen die bei­den Tref­fer beim er­kämpf­ten 2:0-Aus­wärts­sieg zu er­zie­len.

Sport­lich gibt es an sei­nen Qua­li­tä­ten kei­ne Zwei­fel, doch im­mer wie­der wird er we­gen sei­ner Über­heb­lich­keit kri­ti­siert – zu­letzt eben in Bas­tia. Nach dem Ab­pfiff fin­gen die TV-Ka­me­ras har­te Wor­te von Ge­gen­spie­ler Se­bas­ti­en Squil­la­ci ein. „Du bist sch..., du bist kein gro­ßer Spie­ler", schimpf­te der 35-Jäh­ri­ge. „Du hast kei­nen Re­spekt vor an­de­ren. Man muss an­de­ren Re­spekt zei­gen", for­der­te der Fran­zo­se vom 1,93-Me­ter-Mann. Und was mach­te Ibra­hi­mo­vic? Er igno­rier­te den to­ben­den Squil­la­ci und sag­te zum Schieds­rich­ter la­pi­dar: „Bringt ihn zum Schwei­gen.“

Der Star küm­mer­te sich lie­ber um das Spit­zen­spiel der Kö­nigs­klas­se ge­gen die Ma­dri­le­nen, auf das er mit dem ihm ei­ge­nen Selbst­be­wusst­sein blick­te: „Das Spiel am Mitt­woch ge­gen Re­al wird ein kom­plett an­de­res. Wir wer­den da­heim ge­gen ei­nes der bes­ten Teams der Welt spie­len“, sag­te der Aus­nah­me­an­grei­fer und füg­te grin­send hin­zu: „Das wird ein Spaß.“

Da­bei müss­te der Schwe­de mit den bos­ni­schen Vor­fah­ren ei­gent­lich noch in schlech­ter Er­in­ne­rung ha­ben, wie er die WM-Teil­nah­me 2014 in den Play-offs aus­ge­rech­net ge­gen Por­tu­gal ver­spiel­te. Im Rück­spiel, beim 2:3 aus Sicht der Skan­di­na­vi­er, traf Ibra­hi­mo­vic zwar zwei­mal, Ro­nal­do aber drei­mal. Dies zur Ab­hän­gig­keit von ein­zel­nen Top­stars.

FO­TOS: AFP

Gro­ße Stars, gro­ße Egos: Cris­tia­no Ro­nal­do ( links) und Zla­tan Ibra­hi­mo­vic tref­fen heu­te im Pa­ri­ser Prin­zen­park auf­ein­an­der.

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