Äl­tes­te Sig­ma­rin­ge­rin Fan­ny Au­ten­rieth-Din­ser stirbt im Al­ter von 105 Jah­ren

Bis zu ih­rem Tod war die Ver­stor­be­ne geis­tig hell­wach – In der Schwab­stra­ße be­trieb sie ei­ne Bä­cke­rei

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - SIGMARINGEN - Von Ute Korn-Amann

SIGMARINGEN - We­ni­ge Mo­na­te nach ih­rem 105. Ge­burts­tag ist Fran­zis­ka Au­ten­rieth-Din­ser ge­stor­ben. Sie war die äl­tes­te Bür­ge­rin Sig­ma­rin­gens. Vie­len war sie in der Stadt als Fan­ny Din­ser be­kannt. Die letz­ten Jah­re ih­res Le­bens ver­brach­te sie in der Se­nio­ren­wohn­an­la­ge Fi­de­lis­wie­sen. Die äl­tes­te Sig­ma­rin­ge­rin ist nach An­ga­ben der Stadt­ver­wal­tung nun ei­ne 103-Jäh­ri­ge.

Kurz vor ih­rem 105. Ge­burts­tag sag­te sie, dass sie sich al­lein füh­le und ihr Schick­sal in die Hän­de Got­tes le­gen wol­le. Geis­tig hell­wach war sie bis zum Schluss, auch wenn das Ge­hen und das Le­sen nicht mehr gut ging. Die Schwä­bi­sche Zei­tung las sie im­mer ger­ne und nahm am Stadt­ge­sche­hen teil. „Ich wür­de mich da, glau­be ich, gar nicht mehr aus­ken­nen“, sagt sie zu den Ve­rän­de­run­gen in der In­nen­stadt.

„Ich hof­fe, dass ich nicht noch viel äl­ter wer­de“, sagt Fran­zis­ka Au­ten­rieth-Din­ser an ih­rem 105. Ge­burts­tag. Sie ver­miss­te ih­ren 81-jäh­ri­gen Sohn Man­fred, der in Ös­ter­reich lebt und sie krank­heits­be­dingt nicht mehr so oft be­su­chen kann. „Er um­sorg­te mich im­mer sehr“, sag­te sie. Auch die Schwie­ger­toch­ter schau­te so oft sie kann vor­bei und leis­te­te ihr Ge­sell­schaft. „Sonst sind ja al­le Be­kann­ten und Schul­freun­de von mir schon ge­stor­ben. Da ist kei­ner mehr da“, sag­te sie.

Vie­le Sig­ma­rin­ger kann­ten die Ver­stor­be­ne noch als Fan­ny Din­ser, die in Sigmaringen zur Welt kam und bis zu ih­rer Hoch­zeit mit Bä­cker­meis­ter Jo­sef Din­ser in der Schwab­stra­ße leb­te. Als ihr Mann 1939 in den Krieg muss­te, schloss sie die Tü­ren der Bä­cke­rei. Doch nach ei­ner Wei­le mach­te sie das Ge­schäft wie­der auf – in der Hoff­nung, die­ses mit ih­rem Mann nach dem Krieg fort­füh­ren zu kön­nen, doch ihr Mann kehr­te nicht zu­rück. So führ­te sie das Ge­schäft al­lei­ne wei­ter und wur­de von ih­rem Sohn Man­fred da­bei un­ter­stützt. Im Al­ter von 65 Jah­ren hat sie dann noch­mals ge­hei­ra­tet.

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