Fest­pro­gram­me kom­men sich in die Que­re

Kir­chen­ge­mein­de legt das Mai­fest 2016 auf das Ju­bi­lä­ums­wo­chen­en­de mit Bou­lay

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - MENGEN/ GÖGE/ SCHEER - Von Jen­ni­fer Kuhl­mann re­dak­ti­on. men­gen@ schwa­ebi­sche. de

MEN­GEN - Das Mai­fest wird im kom­men­den Jahr wohl nur in ei­ner deut­lich ab­ge­speck­ten Va­ri­an­te statt­fin­den kön­nen. Grund ist ei­ne Ter­min­kol­li­si­on. Die Kir­chen­ge­mein­de hat das 384. Fest ge­nau auf das Wo­che­n­en­de ge­legt, an dem die Stadt Men­gen das 50-jäh­ri­ge Be­ste­hen der Städ­te­part­ner­schaft mit dem fran­zö­si­schen Bou­lay fei­ern möch­te. Ge­stri­chen wer­den müs­sen des­halb die Stern­wall­fahrt und der Zap­fen­streich am Sams­tag so­wie ver­mut­lich auch die Pro­zes­si­on am Sonn­tag.

Bür­ger­meis­ter Ste­fan Bubeck be­zeich­net die Ter­min­wahl für das Mai­fest als „ziem­lich un­glück­lich“. Schließ­lich ste­he schon seit ge­rau­mer Zeit fest, dass vom 6. bis 8. Mai die Städ­te­part­ner­schaft groß ge­fei­ert wer­den soll. „Wir sind da­von aus­ge­gan­gen, dass das Fest wie üb­lich am Wo­che­n­en­de nach dem 18. Mai, dem his­to­ri­schen Da­tum des Fests, statt­fin­den wird“, sagt er. „Als wir über den Ter­min des Mai­fests in­for­miert wur­den, ha­ben wir gleich noch ein­mal auf die Über­schnei­dung hin­ge­wie­sen und dar­um ge­be­ten, dass noch ein­mal über die Ver­le­gung des Mai­fests nach­ge­dacht wird.“

Für den ka­tho­li­schen Pfar­rer Ste­fan Ein­sied­ler steht die­se Op­ti­on al­ler­dings nicht zur De­bat­te. „Wir ha­ben lan­ge hin und her über­legt, aber die­ses Wo­che­n­en­de ist der ein­zi­ge mög­li­che Ter­min“, sagt er. Der Sonn­tag nach dem 18. Mai lie­ge mit­ten in den Pfingst­fe­ri­en, da sei­en vie­le Ge­mein­de­mit­glie­der ver­reist. Da­nach sei schon Fron­leich­nam (26. Mai) und im­mer noch Fe­ri­en. „Dann ist der Mai rum“, so Ein­sied­ler. Ein­zi­ge Mög­lich­keit war al­so, den Ter­min nach vorn zu le­gen. Das Wo­che­n­en­de un­mit­tel­bar vor dem 18. Mai sei al­ler­dings Pfings­ten, wes­halb man sich im Kir­chen­ge­mein­de­rat auf das Wo­che­n­en­de vom 8. Mai ge­ei­nigt ha­be.

Das Pro­gramm für das Städ­te­part­ner­schafts­ju­bi­lä­um ist al­ler­dings so um­fang­reich, dass da­bei kaum Platz für das Mai­fest bleibt. Vor al­lem am Sams­tag gibt es un­lös­ba­re Über­schnei­dun­gen. „Wir wol­len am Sams­tag die In­nen­stadt kom­plett Muss das sein, dass bei­de Fes­te an ei­nem Wo­che­n­en­de statt­fin­den? Sind die Ar­gu­men­te von Pfar­rer Ein­sied­ler und dem Kir­chen­ge­mein­de­rat aus­rei­chend oder gibt es an­de­re Lö­sun­gen? Müss­te die Stadt der Kir­che mehr ent­ge­gen­kom­men? sper­ren und ver­schie­de­ne Sport­ver­gleichs­wett­be­wer­be mit deutsch­fran­zö­si­scher Be­tei­li­gung or­ga­ni­sie­ren“, er­zählt Bubeck. Am Abend sol­le au­ßer­dem ein Fest­akt mit vie­len Eh­ren­gäs­ten statt­fin­den. Ei­ne Stern­wall­fahrt durch die Stadt kön­ne des­halb eben­so­we­nig statt­fin­den wie der Zap­fen­streich vor dem Rat­haus. Au­ßer­dem sei die Bür­g­er­wa­che beim Ju­bi­lä­um in­vol­viert. Bür­g­er­wa­che fin­det sich da­mit ab Ma­jor Ge­org Ba­cher hat sich mit dem aus­fal­len­den Zap­fen­streich ab­ge­fun­den und denkt be­reits über ei­nen Er­satz­ter­min nach. „Mög­lich wä­re es, ihn auf den Abend vor Fron­leich­nam zu le­gen“, sagt er. „Dies ist in an­de­ren Städ­ten mit Bür­g­er­wa­chen so­gar so Tra­di­ti­on.“In der kom­men­den Wo- Kön­nen die Ge­mein­de­mit­glie­der gut auf Stern­wall­fahrt und Zap­fen­streich ver­zich­ten oder sind sie jetzt tief ent­täuscht? Die SZ- Re­dak­ti­on will

hö­ren. Schrei­ben Sie an che will er dar­über mit den Mit­glie­dern ent­schei­den.

Pfar­rer Ste­fan Ein­sied­ler nimmt die Ein­schrän­kun­gen lo­cker. „Wir mün­zen un­ser Fest ein­fach auf die deutsch-fran­zö­si­sche Part­ner­schaft um“, sagt er. „Da dür­fen wir als Gläu­bi­ge ru­hig et­was krea­ti­ver sein.“Schließ­lich sei­en Stern­wall­fahrt und Zap­fen­streich auch erst in den letz­ten Jahr­zehn­ten zum Fest hin­zu­ge­kom­men. Kla­ra Schlies­ke, die zwei­te Vor­sit­zen­de des Kir­chen­ge­mein­de­rats, be­tont, dass in den Fe­ri­en zu we­ni­ge Per­so­nen da wä­ren, die das Fest vor­be­rei­ten. „Wenn Te­am­mit­glie­der feh­len, wird es schwie­rig al­les zu stem­men.“Es sei zu­dem zu be­fürch­ten, dass den Ge­mein­de­mit­glie­dern zwei Pro­zes­sio­nen in­ner­halb von we­ni­gen Ta­gen zu viel sein könn­te. „Wir ste­cken zu­gus­ten der Part­ner­schaft zu­rück und kon­zen­trie­ren uns auf den Sonn­tag“, sagt sie.

Scha­de wä­re es al­ler­dings, wenn sich die Ge­mein­de­mit­glie­der am Sonn­tag ent­schei­den müss­ten, ob sie dem öku­me­ni­schen Got­tes­dienst zur Städ­te­part­ner­schaft oder den Mai­fest­got­tes­dienst be­su­chen wol­len. „Das Part­ner­stadt­tref­fen geht vor“, sagt Bür­ger­meis­ter Bubeck und be­tont, dass auch die Mai­fest-Pro­zes­si­on am Sonn­tag noch nicht ge­si­chert sei. „Wir wer­den da si­cher noch Ge­sprä­che füh­ren und für den Sonn­tag ei­nen Kom­pro­miss fin­den“, sagt er.

FOTO: ARCHIV/ HAI­LE

Der Zap­fen­streich am Sams­tag­abend des Mai­fests muss auf­grund der Ter­min­kol­li­si­on mit dem Ju­bi­lä­um der Städ­te­part­ner­schaft aus­fal­len. Denk­bar wä­re, ihn auf den Abend vor Fron­leich­nam zu le­gen. Dar­über ent­schei­det die Bür­g­er­wa­che in der kom­men­den Wo­che.

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