Klas­si­sches Ei­gen­tor

Schwaebische Zeitung (Messkirch) - - SPORT - Von Jo­chen Schlos­ser j. schlos­ser@ schwa­ebi­sche. de

Es ist ei­ne Flos­kel, aber sie passt bes­tens: Wä­re es nicht so trau­rig, wä­re es nur noch zum La­chen. Doch die Cau­sa „WM 2006, Fi­fa und DFB“ist schon längst kein Spaß mehr. Schließ­lich geht es nicht nur um ei­ne du­bio­se Zah­lung von 6,7 Mil­lio­nen Eu­ro, son­dern um die Glaub­wür­dig­keit des größ­ten Sport­ver­ban­des der Welt, des Deut­schen Fuß­ball-Bun­des.

Ne­ga­ti­ver Hö­he­punkt war nun der er­schre­cken­de Auf­tritt von Wolf­gang Niers­bach. Da lädt der DFB-Prä­si­dent spon­tan zu ei­ner Pres­se­kon­fe­renz und er­zählt dann mit vie­len Wor­ten we­nig. Sel­ten hat ein Spit­zen­funk­tio­när ei­ne der­art kläg­li­che Fi­gur ab­ge­ge­ben. Sel- ten herrsch­te nach ei­nem Auf­klä­rungs­ver­such mehr Ver­wir­rung. Denn zu al­lem Über­fluss wur­de das we­ni­ge, das Niers­bach zu wis­sen glaub­te, hin­ter­her auch noch vom Welt­ver­band Fi­fa de­men­tiert – zu­min­dest größ­ten­teils. Aus­sa­ge ge­gen Aus­sa­ge? Eher wirkt das Gan­ze wie ein Wett­streit un­ter Mär­chen­er­zäh­lern auf dem Jahr­markt.

Wenn Wolf­gang Niers­bach ernst­haft vor­hat­te, so den ram­po­nier­ten Ruf sei­nes Ver­ban­des wie­der­her­zu­stel­len, dann ist ihm dies gründ­lich miss­lun­gen. Um es in der Fuß­bal­ler­spra­che zu sa­gen: Es war ein klas­si­sches Ei­gen­tor.

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